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iPADs IN DER SCHULE

Digitale Medien im Unterricht

Internet, iPads und Smartphones spielen im Leben der meisten Jugendlichen eine große Rolle. Auch in deutschen Schulen gewinnen digitale Medien einen immer höheren Stellenwert. Einige Schulen benutzen deshalb im Unterricht Tablet-Computer, auch Tabletts genannt. Die Internationale Grundschule in der brandenburgischen Stadt Potsdam ist eine von ihnen.

Mia und Hannah üben rechnen, und zwar zeitgemäß.

Auf dem Bildschirm ihres iPads erscheint die Gleichung 17+9=_. Hannah tippt auf der digitalen Tastatur das richtige Ergebnis ein. Eine Blume erscheint auf dem Display. Jetzt ist Mia dran und startet eine neue Runde der Lern-App „Conni – Rechnen 1 bis 100“.

iPads gehören zum Schulalltag

Die beiden Mädchen besuchen die zweite Klasse der Internationalen Grundschule Potsdam, in der Tablets und Notebooks zum Schulalltag gehören. Schulleiterin Claudia Vahle setzt an ihrer Schule auf selbständige Projektarbeit und differenziertes Lernen mit unterschiedlichen Lehrmaterialien. In der Nutzung von Tablets sieht sie großes Potenzial: „Die iPads werden von den Schülern gut angenommen und bieten Abwechslung bei der Rhythmisierung von Übungsphasen. Außerdem lernen die Kinder so schon in der Schule, mit den Medien umzugehen, die im Berufsleben selbstverständlich sind.“

Langsamer Einzug der Tablets in den Schulen

Die Privatschule in Potsdam ist eine von ungefähr 160 Schulen in Deutschland, die regelmäßig Tablets im Unterricht nutzen. Inzwischen gibt es an fast allen deutschen Schulen zumindest ein paar Desktop-Computer. Doch die recht neuen Tablets werden längst noch nicht flächendeckend eingesetzt. Offen ist die Finanzierung und auch die Frage, ob der Einsatz von Tablets das Lernen der Schüler positiv beeinflusst.

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Mehr Spaß mit den iPads

Mia und ihre Mitschüler sind sich einig: Mit Apps wie dem Mathespiel lässt es sich unterhaltsam lernen. „Natürlich kann man auch ohne die iPads rechnen lernen, aber mit ihnen macht es irgendwie mehr Spaß“, meint Mia. Auch Ben und Felix, die beide fünfte Klasse besuchen, sind angetan von den Tablets. „Ich finde es cool, dass Medien hier nicht verboten sind. An meiner alten Schule war das anders. Da wurde uns sogar gesagt, dass wir kein Fernsehen schauen sollen“, erzählt Ben.

Debatte um digitale Medien

Nicht alle teilen den Enthusiasmus für die intensive Nutzung digitaler Medien in den Schulen. Vor zwei Jahren löste der Psychologe Manfred Spitzer eine Debatte aus. Er meinte, dass die Nutzung elektronischer Medien nur zu oberflächlicher Beschäftigung mit Informationen anrege. Deshalb würden sich digitale Medien nicht als Lehrmaterialien eignen. Andere Kritiker machten sich wiederum Sorgen um die Handschrift der Schüler.

Von Hand und auf dem iPad

Ben und Felix finden diese Befürchtungen übertrieben. Felix erzählt, dass sie in manchen Phasen eher Bücher, in anderen eher das Tablet nutzen. „Wir schreiben schon noch mehr von Hand als auf dem iPad“, sagt der Elfjährige. An ihrer Schule ist das Tablet nur eine Ergänzung zu den herkömmlichen Lehrmaterialien und weit davon entfernt, diese zu verdrängen.

Quelle:

Johanne Kleibl

Vitamin. de. Nr. 61, Sommer 2014, S. 14

TÄGLICHER WEGBEGLEITER – DAS KLASSENZIMMER IM iPAD

Markus Kuschela ist Geschäftsführer von „Computer in die Schule“ (CidS!). Die Organisation vermittelt gebrauchte Computer aus Unternehmen an Berliner Schulen und kooperiert mit Schulklassen, um herauszufinden, welche Technik man gut im Unterricht einsetzen kann.

Vor rund zwei Jahren ging Berlins erste iPad-Klasse an der Poelchau-Schule in Berlin-Scharlottenburg an den Start. Wie wurde das Projekt von den Schülern und Lehrern angenommen?

Schüler finden die Tablets im Unterricht in der Regel toll. Zuerst herrscht Begeisterung, „Wow, ich habe ein iPad“, riefen die Kids. Bei den Lehrern gibt es schon mal Zurückhaltung. Sie müssen sich darauf verlassen, dass die Technik immer funktioniert. Die Lehrer, die ihren Unterricht bisher analog gestaltet haben, müssen jetzt digitale Elemente vorbereiten. Das ist mit einem gewissen Aufwand verbunden.

Warum muss es unbedingt ein Tablet sein? Herkömmliche Notebooks können doch viel mehr?

Wir haben mit dieser iPad-Klasse ganz bewusst einen Versuch gestartet, wie der Einsatz von Tablets den Unterricht verändert. Schüler in unserem Pilotprojekt bekommen ihr eigenes iPad, das sie auch mit nach Hause nehmen dürfen. Das Gerät ist ein täglicher Wegbegleiter. Es kann sofort und an jedem Ort eingesetzt werden. Die Klasse muss nicht erst in den Computerraum der Schule gehen. Ein herkömmliches Notebook muss man herausholen, aufklappen und hochfahren. Die Inhalte auf iPads sind sofort verfügbar.

Kritische Stimmen sagen, dass Kinder durch die Nutzung von Tablets das Schreiben mit der Hand verlernen und der ständige Internetzugang ablenke. Stimmt das?

Diese kritischen Stimmen gab es auch damals, als die ersten Notebookklassen eingeführt wurden. Da spricht heute niemand mehr darüber. Wichtig ist, dass die Geräte dann benutzt werden, wenn es didaktisch sinnvoll ist. Ablenkung gibt es für die Schüler auch ohne Tablets: In der Oberschule hat fast jeder ein Smartphone in der Hosentasche.

Für die Schüler von heute gehört der Umgang mit dem Internet, Smartphones und Computern zum Alltag. Sind die Schüler ihren Lehrern vielleicht einen Schritt voraus?

Die älteren Lehrkräfte müssen oftmals ihre Berührungsängste überwinden. Obwohl wir die Lehrer in unserem Pilotprojekt wochenlang mit Schulungen auf den Einsatz der iPads vorbereiten, haben die Schüler den Rückstand auf die Lehrkräfte innerhalb einer Woche aufgeholt. Die Schüler lernen sehr schnell, haben ähnliche Geräte zu Hause und wissen gut mit diesen umzugehen.

Welche Probleme gibt es bei der Digitalisierung des Schulunterrichts in Deutschland?

Das größte Problem sind die Kosten. Wer Medien einsetzen will, muss eine verlässliche Technik und eine sichere Finanzierung haben. Es ist einfach, ein Pilotprojekt an einer Schule zu machen. Problematisch ist es erst, wenn digitale Geräte flächendeckend eingesetzt werden sollen.

Quelle:

Das Interview führte Johanna Kleibl

Vitamin. de. Nr. 61, Sommer 2014, S. 15