Fragen zum Text:

1.  Was steht aber hinter dem Begriff,,Warenproduktion“?

2.  Unter welchen Bedingungen entstand die Warenproduktion?

3.  Wozu produziert man das Mehrprodukt?

4.  Was ist eine Ware?

5.  Worin besteht der Doppelcharakter der Ware?

Text 22. PREISPOLITIK

Im Rahmen der Preispolitik werden die Verkaufspreise eines Produktes oder einer Dienstleistung ebenso festgelegt wie mögli­che Preisunter - und - obergrenzen, Preisnachlässe oder Son­derangebote.

Der Preis für ein Gut kann auf der Grundlage der Kostenrech­nung der Unternehmung und der Ergebnisse der Marktforschung festgelegt werden.

Eine Preisobergrenze ergibt sich in Abhängigkeit der Konkur­renzpreise sowie der Höhe des Preises, die ein potenzieller Kunde maximal zu zahlen bereit ist. Die Preisuntergrenze ist so an­zusetzen, dass die Preise die anfallenden Kosten langfristig decken und einen Gewinn erwirtschaften (siehe Deckungsbeitragsrech­nung). Die Preisuntergrenze darf kurzfristig unterschritten werden, wenn das Produkt auf den Markt eingeführt oder ein neuer Markt erschlossen wird. Für zeitlich begrenzte Sonderaktionen, zum Beispiel Jubiläumsangebote, und zum Ausgleich konjunktureller Schwankungen darf ebenfalls eine kurzfristige Unterschreitung erfolgen. Der Einsatz dieser preispolitischen Maßnahme muss aber sorgfältig abgewogen sein.

Es gibt verschiedene Anlässe, den Preis eines Gutes fest­zusetzen. Der Preis muss bestimmt werden, wenn ein Produkt zum ersten Mal angeboten wird, und er muss jedes Mal überdacht wer­den, wenn ein neuer Markt erschlossen wird. Veränderungen auf dem Markt, beispielsweise initiiert durch Preisänderungen der Konkurrenz oder Veränderungen des Nachfrageverhaltens, sind ebenfalls Anlässe, zu denen ein Produktpreis angepasst werden muss. Und nicht zuletzt muss die Veränderung der Kostenstruktur einer Unternehmung, veranlasst durch veränderte Rohstoffkosten oder gestiegene Personalkosten, in die Preispolitik der Unterneh­mung eingehen.

Die kostenorientierte Preisfindung erfolgt auf der Basis der ein­deutigen Daten aus der Kostenrechnung. Der Preis errechnet sich aus den Herstellungskosten, ergänzt um die Gemeinkosten von Vertrieb und Verwaltung sowie einen Gewinnzuschlag.

Fragen zum Text:

1.  Wie wird der Preis für ein Gut festgelegt?

2.  Wovon hängen Preisunter - und - obergrenzen ab?

3.  Wie muss der Preis bestimmt werden?

4.  Worauf erfolgt die kostenorientierte Preisfindung?

Text 23. KAUFVERTRÄGE

Ein Kaufvertrag kommt durch Antrag (Angebot) und Annahme (Bestellung/Auftrag/Order) zustande. Der Antrag zum Abschluss eines Kaufvertrages kann sowohl vom Verkäufer als auch vom Käufer gemacht werden, und somit kann die Annahme durch den Käufer wie auch durch den Verkäufer erfolgen.

Wird von einer Partei ein Antrag abgelehnt oder ohne Einver­ständnis der anderen Partei geändert, so kommt kein Kaufvertrag zustande.

Wenn es zwischen dem Antragenden und dem Annehmenden zum Vertragsabschluss kommt, müssen beide Parteien die durch den Abschluss eingegangenen Verpflichtungen erfüllen.

Der Verkäufer erfüllt seine Verpflichtung, indem er den Besitz und das Eigentum an dem Vertragsgegenstand vereinbarungsgemäß auf den Käufer überträgt und die dafür geleistete Zahlung entgegen­nimmt; und der Käufer erfüllt seine Verpflichtung, indem er den Vertragsgegenstand vereinbarungsgemäß annimmt und die ent­sprechende Zahlung leistet.

Kaufverträge sollen alle Bestandteile enthalten, die notwendig sind, um die Verpflichtungen der Vertragsparteien zweifelsfrei zu beschreiben.

Der Leser, der einen Kaufvertrag mit erheblichen finanziellen Auswirkungen zu formulieren hat, sollte sich über die Informatio­nen hinaus, die er hier erhält, im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und im Handelsgesetzbuch (HGB) über die Rechtslage informieren und sich betriebswirtschaftlicher Literatur als Ergänzung bedienen.

Fragen zum Text:

1.  Wie kommt ein Kaufvertrag zustande?

2.  Wie erfüllt der Verkäufer seine Verpflichtung?

3.  Welche Bestandteile sollen Kaufverträge enthalten?

Text 24. PUBLIC RELATIONS

Der Begriff „Public Relations” kommt aus den USA. In Deutschland wurde der Begriff erstmals 1938 von Carl Hundhausen gebraucht. Allerdings begann erst nach dem Zweiten Weltkrieg die eigentliche Entwicklung der Public Relations in der Bundesrepublik. Das „Wirtschaftswunder“ der fünfziger Jahre machte Public Relations für die Unternehmer notwendig und interessant. Public Relations wird gewöhnlich mit „Öffent­lichkeitsarbeit“ übersetzt. Bei Public Relations geht es darum, Verbindungen (Relations) von Unternehmen und Öffentlichkeit (Public) herzustellen.

Öffentlichkeitsarbeit ist heute ein wirksames Marketinginstrument. Es wird immer wichtiger, sich nach außen oder nach innen mit Produkten und Profil, Images und Idealen darzustellen, statt einfach nur Waren und Dienstleistungen anzubieten. Im Gegensatz zur Werbung ist Öffentlichkeitsarbeit kein einseitiger Vorgang, sondern gewissermaßen ein Prozess, an dem die Öffent­lichkeit selbst beteiligt wird. Bei allen PR-Aktionen muss daher eine absolute öffentliche Glaubwürdigkeit gegeben sein. Außerdem geht es nicht darum, Erzeugnisse und Dienstleistungen zu verkaufen („Werbung“), sondern Informationen über ein Unternehmen als Teil der Gesellschaft zu vermitteln.

НЕ нашли? Не то? Что вы ищете?

Das Anliegen der Öffentlichkeitsarbeit ist es, das Vertrauen und Verständnis für das zu schaffen, was das Unternehmen tut. Die Voraussetzung dafür beginnt schon im eigenen Betrieb bei Mitarbeitern und setzt sich über die Kunden und Lieferanten fort. Ist diese Voraussetzung erfüllt, kann man auch die Medien in diesen Prozess der Vertrauensgewinnung und - herstellung einbinden. Dort, wo es kein Vertrauen mehr gibt, helfen auch die größten Bemühungen im Rahmen einer Öffentlichkeitsarbeit wenig. Ein geschädigtes Vertrauensverhältnis kann nur über Jahre hinweg mit den entsprechenden Änderungen im Betrieb oder bei den Produktionsformen wiederhergestellt und damit das Image intern und extern verbessert werden. Die Chemieindustrie ist dafür ein gutes Beispiel: Nach einem Chemieunfall ist es sehr schwierig für ein Unterneh­men, wieder zu einem guten Image zu kommen.

Öffentlichkeitsarbeit kann intern und extern gestaltet sein. Bei der internen Gestaltung werden die Mitarbeiter eines Unternehmens z. B. mittels Hauszeitschriften, Betriebsfeiern und anderen Kommunikationsformen angesprochen. Sie sollen dadurch Vertrauen in den eigenen Betrieb haben und somit motiviert werden.

Die externe Öffentlichkeitsarbeit gilt für das breite Publikum. Die Pressearbeit ist dafür ein klassisches Mittel: Durch Pressegespräche und Pressekonferenzen werden die Informationen nach außen gegeben. Ebenso gehören der „Tag der offenen Tür“, Betriebsbesichtigungen und Firmenjubiläen zu den Möglichkeiten der externen Öffentlichkeitsarbeit.

Eine zukunftsorientierte Form ist das Sponsoring. Die Unternehmen engagieren sich häufig im sozialen und kulturellen Bereich. Sie fördern Sportler und Künstler, unterstützen Wettbewerbe usw. In den letzten Jahren beschäftigen sich die Unternehmen nicht nur mit Sport - und Kultursponsoring, sondern auch mit Sozio- und Ökosponsoring. Meist gilt für das Sponsoring das Motto: „Tue Gutes und rede darüber!“

Fragen zum Text:

1.  Was bedeutet der Begriff „Public Relations”?

2.  Warum ist die Öffentlichkeitsarbeit heute ein wirksames Marketinginstrument?

3.  Was ist das Anliegen der Öffentlichkeitsarbeit?

4.  Wie kann die Öffentlichkeitsarbeit gestaltet sein?

5.  Was ist eine zukunftsorientierte Form der Öffentlichkeitsarbeit?

Text 25. WERBUNG ENTSCHEIDET ÜBER MARKTANTEILE

Die Werbung ist ein Hilfsmittel, mit dem Hersteller und Geschäfte versuchen, ihre Waren und Leistungen an den Menschen zu bringen. Werbung hat in erster Linie die Aufgabe zu informieren. Sie stellt dabei natürlich die Vorzüge des Produkts wortreich und bunt heraus. Schließlich will sie den Verbraucher ja dazu bewegen, die Ware zu kaufen. Nur muss sie bei der Wahrheit bleiben. Sie darf keine Eigenschaften versprechen, die das Produkt nicht hat. Wenn sich die Versprechungen im Reisekatalog nicht mit der Wirklichkeit decken, muss der Veranstalter mit Schadenersatzforderungen rechnen.

Produkte, die der Verbraucher als schlecht oder unnützlich empfindet, lassen sich auch mit der besten Werbung auf Dauer nicht verkaufen. Der Kunde fällt vielleicht einmal darauf herein, doch dann greift er nie wieder zu dieser Ware. In den meisten Fällen kann Werbung den Konsum nicht steigern. Den Verbrauch an Waschmitteln bestimmt die Menge der schmutzigen Wäsche. Nur wegen der schönen Werbung wird keine Hausfrau mehr waschen. Werbung hat eher die Aufgabe, über Marktanteile zu entscheiden, also über die Wahl zwischen dem Mittel X und der Marke Y. Steigender Absatz bei dem einen hat sinkenden Absatz bei dem anderen zur Folge.

Wer sich die Mühe macht, Preise zu vergleichen, wer kann oder geschickt verhandelt, der kann durch günstigen Kauf mehr aus seinem Geld machen. Neben den Fest - und Höchstpreisen gibt es eine weitere Kategorie, nämlich die Mindestpreise. Dazu wird der Preis der Arbeit gezählt, also die Löhne und Gehälter. Sie werden von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften ausgehandelt, meist für die Unternehmen eines Zweigs in einem bestimmten Bezirk. Die vereinbarten Tarife entsprechen dem Mindestverdienst, der von allen Firmen gezahlt werden muss, für die der Vertrag gilt. Je nach Angebot und Nachfrage können die effektiven Einkommen deutlich darüber liegen. In Ballungsgebieten wird durchweg mehr gezahlt als in einer entlegenen Ecke. Qualifizierte Fachkräfte, die überall begehrt sind, können mit höheren übertariflichen Leistungen rechnen als Hilfskräfte.

Fragen zum Text:

1.  Was ist die Werbung?

2.  Was für eine Aufgabe hat die Werbung?

3.  Wie kann der Kunde mehr aus seinem Geld machen?

4.  Was für Kategorien der Preise gibt es?

Text 26. WETTBEWERB

Die wichtigste Grundlage einer Marktwirtschaft ist das Wettbewerbsprinzip. Es ist allerdings keine auf den ökonomischen Bereich beschränkte Erscheinung, sondern findet sich in zahlreichen Lebensbereichen.

Das Wettbewerbsergebnis soll darin bestehen, dass dem Fähigsten der größte Erfolg beschieden ist, während sich die übrigen Mitbewerber mit geringeren Erfolgen begnügen müssen. Im Idealfall ergibt sich dadurch eine Rangskala nach der Leistungsfähigkeit. Der Wettbewerb ist also ein allgemeines gesellschaftliches Verfahren der Auslese und der Motivation zur Steigerung der Leistung.

Der Wettbewerb ist ein Verfahren zur Ermittlung bestmöglicher Problemlösungen. Jeder Wettbewerb ist ein dynamischer Prozess, wobei das Ergebnis von vornherein unbekannt ist. Insofern ist der Wettbewerb auch ein Such - und Entdeckungsverfahren, das die optimale Verwertung all des Wissens einer Gesellschaft ermöglicht, das niemandem in seiner Gesamtheit gegeben und bekannt ist. Er gibt bislang unentdeckten Talenten, Verfahren, Verhaltensweisen usw. Chancen zur Durchsetzung und ist damit für eine sich entwickelnde Gesellschaft unerlässliche Voraussetzung für die Verbesserung der Lebensverhältnisse.

Für seine Wirksamkeit benötigt der ökonomische Wettbewerb die Freiheit der wirtschaftlichen Betätigung. Freiheit bedeutet, dass man Alternativen hat, sie kennt und tatsächlich ausnutzen darf und kann, sofern man dies will. Ohne Handlungsfreiheit in diesem Sinne wird es keinen Wettbewerb geben. Freiheit der wirtschaftlichen Entfaltung ist Voraussetzung des Wettbewerbs und zugleich eine Funktion des Wettbewerbs. Über die Sicherung der wirtschaftlichen Freiheitsrechte hinaus soll der Wettbewerb außerdem für die guten ökonomischen Marktergebnisse sorgen. Dies ist gegeben, wenn der Wettbewerb fünf Funktionen optimal erfüllt, die im Dienste wirtschaftspolitischer übergeordneter gesellschaftspolitischer Zielsetzungen stehen.

Ökonomische Funktionen des Wettbewerbs:

a)  Verteilungsfunktion:

Der Wettbewerb soll die Einkommensverteilung nach dem Leistungsprinzip regeln. Derjenige, der die besten Leistungen an dem Markt erbringt, erhält den größten Gewinn bzw. das höchste Einkommen (z. B. Lohn).

b)  Allokationsfunktion:

Der Wettbewerb soll sicherstellen, dass sich Produktion und Angebot von Gütern an den Bedürfnissen der Nachfrager ausrichten („Der Kunde ist König“).

c)  Lenkungsfunktion:

Der Wettbewerb soll die Produktionsfaktoren in ihre produktivste Verwendung lenken (höhere Löhne locken Arbeitskräfte in zukunftsträchtige Produktionszweige; hohe Gewinne locken Kapital in Wachstumsindustrien).

d)  Anpassungsfunktion:

Der Wettbewerb soll gute Anpassung der Produktionsstruktur von Unternehmen, Zweigen und der ganzen Volkswirtschaft an Veränderungen der wirtschaftlichen Bedingungen herbeiführen (z. B. Abbau von überflüssig gewordenen Zweigen, Umstellung auf ökologisch günstigere Produktionsverfahren).

e)  Anreizfunktion:

Der Wettbewerb soll Leistung belohnen und Anreize zur Durchsetzung wirtschaftlichster Produktionsmethoden geben, um Ressourcen zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse bestmöglichst auszunutzen.

Die drei ersten Funktionen werden auch als „statistische Funktionen“ bezeichnet, weil sie im Idealfall zu jedem Zeitpunkt erfüllt sein sollen. Die beiden letzen dynamischen Funktionen betonen dagegen die Anpassung der Produktion und der Produktionsstrukturen an Veränderungen.

Die folgende Definition von Wettbewerb weist auf die wesentlichen Wettbewerbsmerkmale hin: der Wettbewerb ist das selbständige Streben sich gegenseitig beeinflussender Wirtschaftssubjekte nach bestmöglichen wirtschaftlichen Ergebnissen.

Wettbewerbsmerkmale:

a)  Selbständigkeit der Wettbewerbshandlungen:

Selbständigkeit schließt z. B. Monopole (Alleinanbieter sowie Alleinnachfrager) und Kartelle aus, bei denen der Wettbewerb durch die vertragliche Regelung von Preisforderungen oder Mangelabsprachen ausgerichtet wird.

a)  Sich gegenseitig beeinflussende Wirtschaftssubjekte:

Deutlich wird einerseits das Streben der Konkurrenten um das gleiche Ziel: Markterfolge. Dabei ist die Existenz eines Marktes Voraussetzung für den Wettbewerb.

b)  Streben nach bestmöglichen wirtschaftlichen Ergebnissen:

Diese Formulierung lässt das konkrete Motiv, die unternehmerische Zielsetzung von Wettbewerbshandlungen, offen. Damit vereinbar sind also alle denkbaren unternehmerischen Zielsetzungen wie z. B. kurzfristige Gewinnmaximierung, Existenzsicherung oder Umsatzmaximierung.

Wirksamer Wettbewerb, der durch Leistungssteigerung zum Nutzen der Anbieter und zugleich auch der Nachfrager (Verbraucher) beitragen soll, bedarf demzufolge gewisser Spielregeln. Diese Regeln sollen verhindern, dass sowohl Mitkonkurrenten als auch Verbraucher übervorteilt, diese also in ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Freiheit beschnitten werden. Ein Zuviel an Wettbewerb ist bei Nichteinhaltung von Fairneß-Regeln (z. B. Vertragstreue, Beachtung gesetzlicher Vorschriften) gegeben; es ist ruinöser Wettbewerb. Er ist ebenso abzulehnen wie der Mangel an Wettbewerb, der durch Umgehung der Wettbewerbsregeln verwirklicht wird (Absprachen, Kartelle).

Fragen zum Text:

1. Worin soll der Wettbewerbsergebnis bestehen?

2. Was für ein Prozess ist der Wettbewerb?

3. Was benötigt der ökonomische Wettbewerb für seine Wirksamkeit?

4. Was für ökonomische Funktionen hat der Wettbewerb?

5. Welche Funktionen des Wettbewerbs bezeichnet man als „statistische“?

6. Wie definiert man den Wettbewerb?

7. Was gehört zu den Wettbewerbsmerkmalen?

8. Welche Spielregeln bedarf ein wirksamer Wettbewerb?

Text 27. MESSEN IN DEUTSCHLAND

Die seit Jahren anhaltende gute Messekonjunktur in der Bundesre­publik Deutschland hält weiterhin unvermindert an. Der Veranstal­tungskalender des Ausstellungs - und Messeausschusses der Deut­schen Wirtschaft (AUMA) in Köln nennt etwa 100 Messen und Ausstellungen von überregionaler Bedeutung.

Ein stark wachsender Bedarf an Erweiterungs - und Ersatzinvesti­tionen in der Industrtie kam den jeweiligen Branchenmessen in besonderem Maße zugute. Dazu kam, dass eine Reihe großer In­vestitionsgütermessen mit langem Turnus zusammentrafen. Der Anteil der Konsumgütermessen liegt seit Jahren je nach Zusam­mensetzung des Messeprogramms bei 45 – 55%.

Insgesamt stieg die Zahl der Aussteller auf den überregionalen Messen des letzten Jahres um 9,5% auf Die hohe Zahl der ausländischen Aussteller, bei denen eine Steigerung um 16,3% aufzu verzeichnen war, ist ein Indiz für die internationale Spitzenposition der deutschen Messen. Die vermietete Fläche wuchs um 12,5% auf 5 m2. Die Zahl der Besucher errei­chte knapp 10 Mio. (+27,1%). 1,5 Mio. Interessenten reisten aus dem Ausland an, davon etwa die Hälfte aus Ländern der EU.

Zu den wichtigsten Messestädten zählen Hannover (m2 Hallenkapazität), Frankfurt (m2), Köln (m2), Düsseldoft (m2) und München (m2). Auf diese fünf Städte entfallen mehr als 80% der Veranstaltungen. Und hier sind auch die bedeutendsten Ausstellungen angesiedelt, z. B. die Indus­triemesse, die größte Investitions - und Gebrauchsgüterschau der Welt (Hannover), die Buchmesse (Frankfurt), die Allgemeine Nahrungs - und Genussmittel-Ausstellung (ANUGA, Köln), die In­ternationale Messe Druck und Papier (DRUPA, Düsseldorf) oder die Internationale Baumaschinen-Messe (BAUMA, München).

Eine nicht zu unterschätzende Rolle als Messestadt wird aller Vo­raussicht nach Leipzig übernehmen. Bis zum Zweiten Weltkrieg war Leipzig der führende deutsche und zugleich ein überragender internationaler Messeplatz. Mit der Vereinigung Deutschlands hat die Stadt die Chance, sich diesem Rang wieder anzunähern.

Zunehmendes Interesse wurde in den letzten Jahren besonders für den Bereich der Informätions - und Kommunikationstechnik ge­zeigt. So bietet Hannover beispielsweise eine eigene Veranstaltung zu diesem Fachgebiet an (CeBIT – Welt-Centrum der Büro-, In­formations - und Telekommunikationstechnik).

Das EU Thema hat zahlreiche messepolitische Diskussionen der letzten Jahre beherrscht. Aus diesem Grunde hat der AUMA beim Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München eine Studie zur „Entwicklung des europäischen Messewesens, insbesondere des Messeplatzes Deutschland bis zum Jahr 2000, unter besonderer Berücksichtigung des EU-Binnenmarktes“ in Auftrag gegeben. Die Vereinheitlichung des europäischen Marktes ist für die deut­sche Wirtschaft von großer Bedeutung, schließlich wickelt sie die Hälfte ihres Außenhandels mit Ländern der EU ab. Aber die Multinationalität der deutschen Messen bietet auch für Unternehmen außerhalb der EU günstige Voraussetzungen, um den EU-Markt zentral zu erschließen. Diese Präsentations - und Informationsmög­lichkeiten werden seit der Öffnung Osteuropas sicherlich verstärkt von diesen Ländern wahrgenommen.

Insgesamt gesehen ist in den nächsten Jahren von einem stärkeren Wettbewerb der europäischen Messen und Messeplätze unterei­nander auszugehen. Eine erneut aufkeimende Entwicklung zu kleinen Messen mit enger Zielgruppendefinition dürfte sich daraus nicht ergeben. Die bisherigen Zahlen belegen vielmehr, dass das Vertrauen der Wirtschaft in umfassende Branchenmessen weiter­hin ungebrochen bleibt.

Fragen zum Text:

1.  Was können Sie von der Messekonjunktur in der Bundesrepublik Deutschland sagen?

2.  Welche Städte gehören zu den wichtigsten Messestädten?

3.  Welche Rolle spielt Leipzig als Messestadt?

4.  Wie steht es mit dem EU Thema bei messepolitischen Diskussionen?

5.  Sind die deutschen Messen multinatinal? Was meinen Sie dazu?

Text 28. DER WANDEL DER MESSESZENE

Die Mehrzahl der bundesdeutschen Messen ist für den Normalbürger nicht zugänglich und nur Fachleuten vorbehalten. Aus diesem Grund vollzog sich in den vergangenen Jahren auch ein tiefgreifender Wandel in der Messeszene, zunächst unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit. Die Besucher der Berliner Funkausstellung beispielsweise wollen vornehmlich Neuheiten sehen. Sie glauben noch an das alte Prinzip der Mustermesse, auf der einzelne Produkte die Leistungskraft der ausstellenden Firmen demonstrieren und zugleich Einkäufer des Handels anlocken sollen. Dieser Aspekt rückt zunehmend in den Hintergrund. Kunden lassen sich ebenso durch Werbung ansprechen, und Fachleute können sich im Zeitalter von Video-Konferenzen und Telefax schneller und bequemer von ihrem Schreibtisch aus über Marktangebote informieren. Wozu also noch Messen? Als Kommunikationszentren – Messen zählen zum Marketing, jenem Bündel von Massnahmen, das alle Absatzbemühungen von der Werbung bis zur Preisgestaltung umfasst. Messen orientieren sich deshalb zuerst am Markt. Aber wie sehen diese Märkte aus?

Wachsende Märkte erfordern gute Produkte und eine möglichst rationelle Produktion. Der Absatz ist bei wachsender Nachfrage garantiert. Doch diese Märkte sind selten geworden, stagnierende Märkte sind daher die Folge. Überleben können auf solchen Märkten in der Regel nur Unternehmen, die sich traditionell hohe Marktanteile gesichert und ihre Produkte konsequent den Erfordernissen des Marktes angepasst haben. Die Tatsache, dass beispielsweise nahezu jedem bundesdeutschen Haushalt ein Kühlschrank und ein Fernsehgerät stehen, hat diesen Branchen Stagnation beschert. Noch ein Schritt weiter führt in gesättigte Märkte. Merkmal ist der Kunde, der zwischen zahlreichen, gleichartigen Angeboten wählen kann. Auf diesem hohen Niveau wird es für die Hersteller zunehmend schwieriger, echte Neuheiten zu präsentieren. Viel häufiger sind Varianten bekannter Angebote. So können selbst Experten die Unterschiede bei zahlreichen Heimcomputern kaum noch ausmachen. Die Automobilindustrie präsentiert Variationen von Styling und Typenreihen.

Fragen zum Text:

1.  Aus welchem Grund blieb ein tiefgreifender Wandel in der Messeszene unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit?

2.  Wozu dienen Messen in der heutigen Wirtschaft?

3.  Wie sehen messenorientierte Märkte aus?

4.  Was sind stagnierende Märkte?

5.  Was ist Merkmal der gesättigten Märkte?

Text 29. MAGDEBURG «TAFELT» AUF!

785 Tafeln gibt es in Deutschland – 27 davon in Sachsen-Anhalt. Anlässlich des 14. Bundestafeltreffens, welches an diesem Wochenende in Magdeburg statt fand, galt es Bilanz zu ziehen.

Sie ist eine der größten sozialen Bewegungen unserer Zeit – die Tafel. Nach dem Prinzip „Jeder gibt was er kann“ spenden seit bereits 15 Jahren viele Engagierte. Dabei geht es schon lange nicht mehr nur um Lebensmittelspenden.

Die in letzter Zeit viel diskutierte Armut in Deutschland, scheint in der Tat kein Randphänomen mehr zu sein. Die Anzahl der von der Tafel versorgten Menschen steigt stetig. Allein in Magdeburg hat sich die Anzahl der ausgeteilten Mittagessen von Januar 2006 bis Januar 2007 fast verdoppelt. Ging es früher noch hauptsächlich um die Versorgung von Obdachlosen, rücken heute vor allem auch von der Langzeitarbeitslosigkeit Betroffene und Menschen, die finanziell nicht fähig sind ihre Familie zu ernähren, ins Bild. „Zukünftig werden auch Rentner, deren Rente kaum zum Leben reicht, eine neue Zielgruppe der Tafeln sein“, berichtete Gerd Häuser, Vorstandsvorsitzender der deutschen Tafeln. Bald wird die Tafel eine Million Menschen deutschlandweit mit gespendeten Lebensmitteln unterstützen. Was dazu natürlich notwendig ist, liegt auf der Hand – Spenden. „Die Zeitspenden der einen und die Geld- und Sachspenden der anderen machen im Zusammenspiel die Tafel erst möglich“, so Häuser.

Neben dem Angebot an Essen, bietet die Tafel ihren Kunden aber durchaus auch mehr: Kochkurse sollen aufklären und Ideen zur Zubereitung von unbekannten Gemüse geben, in Aufenthaltsräumen geben Mitarbeiter der Tafel außerdem auch Hausaufgabenhilfe.

Um die Arbeit der Tafel zu unterstützen, lief vom 2. Mai bis 7. Juni die Stadtwerte „Magdeburg überrascht“. Oberbürgermeister Lutz Trümper wettete mit Gerd Häuser, dass die Magdeburger innerhalb eines Monats mindestens drei Tonnen Lebensmittel für die Magdeburger Tafel spenden würden. Schon wenige Tage vor Ende der Wette stand fest, dass diese gewonnen wurde: am Freitag war schon mehr als das Doppelte an Lebensmittel zusammengekommen. Seinen Wetteinsatz, einen Tag ehrenamtliche Tafel-Arbeit in Magdeburg zu leisten, will der Oberbürgermeister dennoch einlösen.

Die Arbeit der Tafel ist wichtig und notwendig – ein Symbol, welches am Freitag auch auf der Goldschmiede Brücke gesetzt wurde. Eine 200 Meter lange Tafel, lud die Menschen dazu ein, sich zusammen zu setzen, zu informieren und wie sollte es anders sein – zu essen. Die „Lange Tafel“ ist traditionell der Höhepunkt der Bundestafeltreffen und soll ein Zeichen für mehr Solidarität und Mitmenschlichkeit setzen.

Fragen zum Text :

1.  Wie viel Tafeln gibt es in Sachsen-Anhalt?

2.  Was bedeutet der Begriff „Tafel“?

3.  Was bietet die Tafel ihren Kunden?

4.  Warum ist die Arbeit der Tafel sehr wichtig?

Приложение

Федеральное агентство по образованию

ГОУ ВПО

ВСЕРОССИЙСКИЙ ЗАОЧНЫЙ ФИНАНСОВО-ЭКОНОМИЧЕСКИЙ ИНСТИТУТ

Кафедра _____________________

Факультет__________________ Специальность___________________

(направление)

КОНТРОЛЬНАЯ РАБОТА №___

по дисциплине ______________________________________

____________________________________________________

Студент__________________________

(Ф. И.О.)

Курс________ № группы _________

Личное дело № ___________________

Преподаватель ___________________

(Ф. И.О.)

Москва – 200__

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