Vorьbergehende Temperaturrhцhungen kцnnen auch bei Gesunden vorkommen nach Aufiegung eines Heizkissens, und unter. anderem bei heiЯen Bдdern und besonders im Dampfbad, wo die Wдrmeabgabe von der Kцrperoberfiдche aufgehoben ist. Infolge von Wдrmestauung kцnnen hohe und selbst lebensgefдhrliche Temperatursteigerungen (Hitzschlag) auftreten, wenn bei heiЯem schwьlem Wetter groЯe kцrperliche Anstrengungen ausgefьhrt werden. Die bei der Arbeit ьberschьssig gebildete Wдrme kann bei ungenьgender Verdunstung des SchweiЯes nicht vom Kцrper abgegeben werden. Ist die Mцglichkeit der Wдrmeabgabe durch Leitung, Strahlung und Verdunstung des SchweiЯes normal, so bewirken auch groЯe kцrperliche Anstrengungen beim Gesunden keineTemperatursteigerung. Hцhere und andauernde Temperatursteigerungen finden sich hauptsдchlich unter dem EinfluЯ von Infektionskrankheiten. Die Hцhe der Temperatursteigerung ist kein brauchbarer MaЯstab fьr die Gefahr einer Krankheit. Steigerungen der Kцrpertemperatur kцnnen auch vorkommen bei der Resorption von Blutergьssen und Wundsekreten (posthдmorrhagisches und Resorptions-Fieber, z. B. nach Knochenbrьchen, nach Hдmoptoe, oder bei Ansammlung von Blut und Sekret im puerperalen Uterus), ferner bei Bluterkrankungen, schweren Anдmien, Hдmoglobinдmie und Hдmoglobinurie, bei Leukдmie, sowie bei der Basedowschen Krankheit. Bei hysterischen Individuen erregen Temperatursteigerungen ohne anderweitige Krankheitserscheinungen den Verdacht, daЯ sie kьnstlich durch Reiben des Thermometers erzeugt seien. Die Differenz zwischen der hцchsten an einem Tage beobachteten Temperatur und der niedrigsten bE1stimmt den Fiebertypus: Febris continuo, = anhaltendes Fieber, Tagesdifferenz betrдgt nicht mehr als 10 Febris remittens = Tagesdifferenz betrдgt nicht mehr als 1,50 Febris intermittens = Wechselfieber; im Verlauf des Tages wechseln
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1.
Im lebenden menschlichen Organismus, findet eine fortwдhrende Zersetzung und Verbrennung hцherer organischer Verbindungen statt, wodurch Energie frei wird zur Bildung von Wдrme und Arbeit. Es werden ferner in den Drьsen dauernd Sekrete und Hormone produziert, ausgeschieden und verbraucht, welche komplizierte organische Verbindungen enthalten. Auch erfahren die Gewebe stetig eine Erneuerung, indem дltere Elemente und Zellen (z. B. die Blutkцrperchen) zugrundegehen und durch jugendliche Formen ersetzt werden. Um die verbrauchten Stoffe zu ersetzen und den Kцrper auf seinem 'Bestande zu erhalten, mьssen in der tдglichen Kost die geeigneten Nahrungsstoffe in genьgender Menge aufgenommen werden.
2.
Unter den Vitaminen kann man, fettlцsliche und wasserlцsliche unterscheiden, und zwar rechnet man zu den fettlцslichen Vitaminen die Vitamine A, D, E und K, zu den wasserlцslichen B, C und H. Unter den fettlцslichen Vitaminen unterscheidet man das Vitamin A - Vitamin des Zellzuwachsens und der Zellregeneration, bei dessen Fehlen Atrophien und Metaplasien mit krankhafter Durchlдssigkeit der oberflдchlichen Zellagen des Auges eintreten. Dies zeigt sich vor allem in der Erweichung der Hornhaut (Keratomalacie), in der Nachtblindheit und im Verlust des ganzen Auges. Das Vitamin A ist im Wasser unlцslich, kommt als Provitamin meist in Form von Carotin in allen grьnen Pflanzenteilen, in Gemьsen, Karotten und Frьchten vor. Das mit der Nahrung zugefьhrte Carotin wird in der Leber in Vitamin A durch Spaltung umgewandelt und wird dort gespeichert. DemgemдЯ findet es sich in Lebertran, Milchfett, Butter und im Eidotter, also in tierischen Produkten. 10 bis 15 Tropfen der flьssigen Lцsung des Vitamins sind ausreichend, um die normale Funktion aufrechtzuerhalten. In der Wirkung дhnlich, aber in der chemischen Konstitution verschieden ist das fettlцsliche Viamin D, das antirachitische Vitamin. Es ist nicht in Wasser lцslich, aber in den Neutralfetten,
Aceton und Дther. Man findet es im Lebertran, im Eigelb und in geringerer Menge in der Butter und der Milch. Pflanzen erhalten das Provitamin, das Ergosterin. Als klassische Avitaminose ist die Rachitis bekannt. Hypovitaminosen vermutet man bei schlecht heilenden Frakturen, Knochenkrankheiten, Spasmophilie und Tetanie. Sie zeigen sich als MiЯverhдltnis vom Calcium zum Phosphat im gesamten Mineralhaushalt des Kцrpers, was sich auch in einer Verschiebung des CafP-Verhдltnisses im Serum дuЯert und zu einer erhцhten Ausscheidung des Phosphates fьhrt. Durch UV - Bestrahlung von Ergosterin und einem anderen дhnlichen Cholesterinabkцmmling entsteht das Vitamin D. Von Vigantol dienen tдglich 6-30 Tropfen zur Prophylaxe der Rachitis und deren Heilung. Auch kann es in Form von Lebertran verordI) werden.
Es kann, wenigstens bei Kindern, durch, ьberdosierung Schaden erzeugen, indem es an den Nieren und den BlutgefдЯen reversible Verkalkung zur Folge hat. Rachitische Kinder werden mit Nutzen dem Sonnenlicht oder ultravioletten Lichtstrahlen ausgesetzt. Ferner unterscheidet man das fettlцsliche Vitamin E.
Zu den wasserlцslichen Vitaminen ist der Vitaminkomplex B zu rechnen, unter dem man eine Gruppe von verschiedenartigen Vitaminen zusammenfaЯt.
Das antineuritische Vitamin Bi ist das дlteste wissenschaftlich bearbeitete Vitamin. Es kommt in den дuЯeren Zellschichten von Reis - und Getreidesamen vor, ebenso in den Samen von Hьlsenfrьchten. Im tierischen Organismus ist es in der Skelett - und Herzmuskulatur, in Leber, Nieren und Nervensystem, in der Magenschleimhaut und in der Milch vorhanden. Die Wirkung des Vitamin Bl wird heute in seinem EinfluЯ auf den Kohlenhydratstoffwechsel gesehen, und zwar besonders auf den des Nervensystems. Bei Mangelerscheinungen hдufen sich krankhafte Produlde des Kohlenhydratstoffweichsels wie Milchsдure und Brenztraubensдure im Blut und in den Geweben an.
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1.
Beim Mangel an Prothrombin treten purpurдhnliche Blutungen unter der Haut, an den Schleimhдuten und in der Muskulatur auf. Mit der Nahrung zugefьhrtes Vitamin K scheint nur dann resorbiert werden zu kцnnen, wenn Gallensдuren im Darm anwesend sind. Die parenterale therapeutische Anwendung von Vitamin K hat sich zur Verhьtung der hдmorrhagischen Diathese im Gefolge eines mechanischen Ikterus als nьtzlich erwiesen, weil hierbei mit einer Resorptionsstцrung'auf Grund der Abwesenheit von Gallensдuren im Darm zu rechnen ist. Hдmorrhagische Diathesen mit Prothrombinmangel infolge einer schweren Leberparenchymerkrankung (akute gelbe Leberatrophie, Lebercirrhose) lassen sich hingegen durch Vitamin K. begreiflicherweise nicht beeinflussen. Das fettlцsliche Vitamin K findet sich hauptsдchlich in grьnen Pflanzen (Klee, Spinat) und unter den tierischen Organen enthдlt davon die Leber am meisten.
2.
Besonders ist maЯgebend die GrцЯe der geleisteten Muskelarbeit. Ein Arbeiter kann an einem angestrengten Arbeitstage doppelt so viel verbrauchen als an einem Ruhetage, dagegen findet bei angestrengter geistiger Arbeit keine nennenswerte Steigerung statt. Der Energieumsatz des gesunden erwachsenen Mannes betrдgt bei absoluter Bettruhe und im Hungerzustand ungefдhr 1 Kalorie pro Kilo Kцrpergewicht und pro Stunde, also bei einem Kцrpergewicht von 70 Kilo in 24 Stunden 1600 bis 1700 Kalorien. Man bezeichnet diesen Energieumsatz bei vollkommener Muskelruhe und im nьchternen Zustand als Grundumsatz. .
Bei Nahrungszufuhr ist der Umsatz etwas hцher als im Hunger, und zwar um etwa 10 bis 12% pro 24 Stunden, er betrдgt bei vцlliger Ruhe und einem Gewicht von 70 Kilo annдhernd 1800 bis 1900 Kalorien, und zwar ist die Steigerung der Verbrennung gegenьber dem Hungerzustand bei eiweiЯreicher Nahrung. viel bedeutender als bei Kohlenhydrat - oder Fettzufuhr. Bei leichter Beschдftigung untertags, aber bei vorwiegend sitzender Lebensweise, wie sie in den geistig arbeitenden Berufen die Regel ist,
betrдgt der Umsatz etwa 2300 bis 2500 Kalorien pro 24 Stunden.
bei mittelschwerer kцrperlicher Arbeit gegen 3000, und bei ganz schwerer Muskelarbeit (bei den Schwerarbeitern) 3500 bis 4000 und darьber. Kleine und schwдchliche Individuen, oder solche, die durch Krankheit und Unterernдhrung sehr heruntergekommen sind, kцnnen sich entsprechend ihrem Kцrpergewicht, bei vorwiegend ruhender Lebensweise mit 1300 bis 1500 Kalorien im stofflichen Gleichgewicht erhalten. Bei Kindern ist der Umsatz und damit der Nahrungsbedarf kleiner als bei Erwachsenen, aber relativ zum Kцrpergewicht grцЯer. Der Sдugling verbraucht im ersten Halbjahr pro Tag 300 bis 700 Kalorien oder 80 bis 100 Kalorien pro Kilo Kцrpergewicht, ein Knabe von 6 bis 10 Jahren etwa 60 Kalorien pro Kilo.
Nimmt ein Individuum in der Nahrung weniger Stoffe auf als es zur Bestreitung des Wдrmehaushalts und der Arbeit verbraucht, so muЯ ein Teil seiner Kцrperbestandteile, vor allem das Fett aus den Fettgeweben, aber auch das EiweiЯ der Muskeln eingeschmolzen und verbrannt werden. Bei vollstдndigem Hunger lebt der Mensch nur auf Kosten seiner Gewebe, und zwar sind die Verbrennungsprozesse wenig geringer (1500 bis 1850 Ka!.) voll ernдhrten Individuen.
Wird dagegen in der Nahrung eine grцЯere Menge von Stoffen aufgenommen als zur Unterhaltung der Verbrennungsprozesse nцtig ist, so bleibt der grцЯte Teil dieses Ьberschusses im Kцrper zurьck und wird angesetzt.
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1.
Wir ersehen aus den geschilderten Zusammenhдngen die dringende Notwendigkeit einer richtigen Lebensfьhrung nicht nur fьr die Vermeidung mancher Krankheiten, sondern fьr den Gesundheitsschutz im allgemeinen. Tag fьr Tag ergibt sich fьr uns die Alternative, die Widerstandskraft der Hirnrinde und des ganzen Organismus gegen Schдden aller Art durch richtige Lebensfьhrung zu stдrken oder durch Unwissenheit, durch Leichtsinn oderdurch fehlerhafte Angewohnheiten zu schwдchen.
2.
Wenden wir uns nun der Frage zu, wie mit verhдltnismдЯig geringem Aufwand wichtige Umstellungen in den Lebensgewohnheiten erreichbar sind, die bessere Voraussetzungen fьr eine lang anhaltende Gesundheit, fьr eine Lebensverlдngerung mit sich fьhren. Was die organischen Grundlagen der Gewohnheiten betrifft, so wissen wir, daЯ alle im Laufe des Lebens erworbenen Fertigkeiten und Gewohnheiten ihre Grundlagen in der Hirnrinde, in Gestalt zeitweiliger Verbindungen bestimmter Zellgruppen haben. Es bilden sich dabei bedingte Reflexe entsprechend dem Verhalten der betreffenden Person. Die aus etwa 14 Milliarden Ganglienzellen zusammengesetzte Hirnrinde wirkt als Verbindungsorgan zwischen Organismus und Umwelt. Zugleich fungiert sie als hцchste regulierende Instanz des Organismus. Ein wohlabgestimmtes MaЯ vielseitiger Erholungsmцglichkeiten ist erforderlich, um dieses Organ, das die hцchste Kompliziertheit in der ganzen belebten Welt aufweist, vor funktionellen Stцrungen mit der Konsequenz fortdauernder MiЯstimmungen, von Neurosen, Kreislaufstцrungen und vorzeitiger Alterung zu bewahren. Da die Hirnrindenfunktionen von der Tдtigkeit des Organismus abhдngig sind, d. h. vom beruflichen, familiдren, sportliohen, gesellschafjilichen insgesamt, gewinnen wir einen einheitlichen Ьberblick ьber die Zusammenhдnge zwischen Organismus und Umweltverhдltnissen. Die eng naturwissenschaftliche, auf die Zellen oder einzelne Organe bezogene Betrachtungsweise der Vergangenheit ist hiernach nicht mehr haltbar. Erforderlich ist statt dessen die Betrachtung des Gesamtorganismus unter dem vereinheitlichenden EinfluЯ der Hirnrinde in seinen untrennbaren Wechselbeziehungen zur Umwelt.
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