Korr.:        Kann man die Krise in RuЯland bewдltigen?

Pan.:        Die Krise in RuЯland ist unmцglich ohne revolutionдren Umbau der Verwaltung zu bewдltigen. RuЯland wird die Krise erst dann ьberwinden, wenn die Massen die Idee der Marktwirtschaft verstanden haben, wenn unternehmerisches Talent in der Gesellschaft Achtung erfдhrt.

A.:        Warum grьndeten Sie 1988 ein deutsch-russisches Gemeinschaftsunternehmen?

Pan.:        Joint Ventures konnten sich damals noch nicht behaupten. Hoffnung auf Rettung gab es erst nach der Entscheidung der Regierung, die Gemeinschaftsunternehmen ьber ein Gesetz rechtlich zu verankern.

B.:        Wie gelang es Ihnen sich zu behaupten?

Pan.:        Ich habe eine Firma in Deutschland erцffnet, um dann mit mir selbst ein Gemeinschaftsunternehmen zu grьnden. Ich exportierte Matrjoschkas. Am Anfang habe ich meine Waren auf den StraЯen deutscher Stдdte verkauft, spдter habe ich einen Kleintransporter gekauft.

C.:        Wann bekamen Sie die Mцglichkeit die Grenze sorgenfrei zu ьberqueren?

Pan.:        Ende 1990 hat unser Finanzministerium das russisch-deutsche Gemeinschaftsunternehmen „Paninter“ registriert. Jetzt konnten wir Ausrьstungen, Rohstoffe und Technologien frei kaufen. Ich ьbergebe das Wort meinem Stellvertreter Maxim Smirnow.

Korr.:        Sie konnten ohne staatliche Vorzugskredite, ohne privatisierte Betriebe und Fabriken ein mдchtiges Unternehmen aufbauen. Warum schaffen das so wenige Geschдftsleute?

НЕ нашли? Не то? Что вы ищете?

Sm.:        Unser Beispiel zeigt, wie die russische Bьrokratie Kreativitдt im Keim erstickt.

D.:        Was haben Sie innerhalb von 10 Jahren erreicht?

Sm.:        Wir haben sechs Fabriken errichtet, wo 2500 Menschen arbeiten. Jдhrlich werden 2 Millionen Werkstьcke (Woll-und Strickwaren) produziert.

D.:        Wenn es sinnlos ist, vom Staat Hilfe zu erwarten, warum suchten Sie nicht im Ausland Kreditgeber?

Sm.:        Die Kreditvergabe russischer Banken war 1977 rдuberisch. In Deutschland gelang es uns, einen Kredit ьber eine Million Dollar zu erhalten bei gemдЯigten Zinsen. Erst nach einem halben Jahr konnte die deutsche Seite das Geld auf unser Konto ьberweisen. Die russische Seite half uns nicht.

E.:        Wie verlief fьr Sie das vergangene Jahr?

Sm.:        Recht erfolgreich. Wir haben einen gigantischen Sprung gemacht. Uns gehцren 28 Geschдfte in Moskau.

F.:        Leisten die Moskauer Bьrokraten Ihrer Tдtigkeit den Widerstand?

Sm.:        Sie verweigern uns Nutzflдchen fьr unsere Geschдfte trotz einer Anordnung des Bьrgermeisters. Die alte Bьrokratie hдlt immer ihre Machtpositionen. Die Preise steigen.

Aufgabe II

Leiter:        Gibt es noch Fragen? Dann geben wir das Wort Monika Mьller. Sie erzдhlt uns ьber ihren Weg in die Selbstдndigkeit.

Mьll.:        Als ich 21 war, habe ich erkannt, meine Seele ist russisch. Damals fuhr ich das erste Mal nach RuЯland. Hier lernte ich fremdes Land kennen. RuЯland schockte mich. Hier ist viel kaputter, als ich mir vorgestellt  hatte. Die Industriebranchen weckten mein Geschдftsinteresse. Zuerst arbeitete ich als Verkaufsleiter bei der Gemeinschaft mit beschrдnkter Haftung, einem Zulieferer fьr Brotindustrie. Der Chef beauftragte mir eine Fabrik aufzubauen.

Korr.:        Welchem Geheimnis vertrauen Sie?

Mьll.:        Man muЯ in RuЯland den Zugang zum Geschдftspartner als Mensch finden, dann laufen die Geschдfte besser.

G.:        Was haben Sie fьr sich entdeckt?

Mьll.:        Die russische Mentalitдt. Ich hatte 12 Jahre Zeit diese Mentalitдt zu verstehen. Man muЯ verstehen, ob der Mann ein echter Freund ist. Ist er ein echter Freund, kann ich mit ihm Geschдfte durchziehen. Mit Hilfe meiner Firma will ich solche Geschдftspartner finden.

A.:        Wie sind die Nachteile RuЯlands?

Mьll.:        Unklare Rechtssprechung, Auf und Ab in der Zollgesetzgebung, die berьhmten Schlagworte Mafia, Korruption und Bestechung leugne ich nicht Gestatten Sie mir das Wort meiner Geschдftspartnerin Helena zu ьbergeben.

Korr.:        Haben Sie Grundsдtze bei der Arbeit in RuЯland erkannt?

Weig.:        Zwei Grundsдtze Erstens: Deutsche Investoren mьssen die цrtlichen Spielregeln mitspielen. Zweitens: Deutsche Investoren mьssen erkennen und akzeptieren, daЯ wirtschaftliche und politische Macht in RuЯland eng verbunden sind.

B.:        Mit welchen Fonds arbeiten Sie?

Weig.:        Mit interregionalen Fonds fьr strategische Initiativen. Dazu gehцren die russische Akademie fьr Volkswirtschaft, das Ministerium fьr wirtschaftliche Entwicklung und Handel.

C.:        Wie bekommen Sie den Zugang zu цrtlichen Behцrden?

Weig.:        Diesen Zugang bieten wir den deutschen Mittelstдndlern an. Das hilft uns ins RuЯlandgeschдft einzusteigen. Wir wollen den deutschen Kleinunternehmern den Weg zu den besten Profiten zeigen.

Aufgabe III

Leiter:        Seit 20 Jahren lebt Alexander Kloss in der BRD, aber sein Herz schlдgt hцher, wenn er russische Musik und Sprache hцrt. Er ist Aussiedler, ein Deutscher, aufgewachsen in Sibirien. A. Kloss erzдhlt uns ьber seinen mьhsamen Weg in die Selbstдndigkeit. Sie kцnnen an ihn ihre Fragen stellen.

Kloss.:        Mein StudienabschluЯ als Bauingenieur fand in Deutschland keine Anerkennung. Ich begann mit einer Lehre als Bauingenieur in einem Architektenbьro. Meine Bьrotдtigkeit gab mir das Image von Kompetenz im Umgang mit Formularen und Дmtern.

A.:        Halfen Sie anderen Aussiedlern mit Beratung?

Kloss.:        Ja, es war meine nebenberufliche Tдtigkeit. Nach AbschluЯ der Lehre suchte ich den Weg in die Selbstдndigkeit.

B.:        Was kennzeichnete den ersten Abschnitt Ihrer Karriere?

Kloss.:        Erfahrungen mit der Marktwirtschaft. Ohne Kenntnisse ьber Rechtsgrundlagen, Verhandlungsstrategien mit Banken und Kunden wurde ein Konkurs unausweichlich. Erst im zweiten Anlauf wurde das Planungsbьro erцffnet. Das Bьro bestand aus 3 Angestellten.

C.:        Welche Beratungen fьhrten sie mit den Spдtaussiedlern?

Kloss.:        Rechtsberatungen. Leider ist das Thema „Spдtaussiedler“ in Deutschland unpopulдr.

D.:        Warum sind die ersten Aufbauprogramme fьr deutsch-russische Unternehmer in RuЯland gescheitert?

Kloss.:        Der Grund ist die mangelhafte Planung.

E.:        Worin besteht Ihre Vermittlungstдtigkeit?

Kloss.:        Jeden Monat reise ich oder meine Partner ein paar Tage durch RuЯland und beraten deutsche Unternehmer auf dem Weg in die Selbstдndigkeit. Deutsche in RuЯland lebende Unternehmer bauen rentable Firmen auf, schaffen neue Arbeitsplдtze.

Korr.:        Wie ist Ihre Prognose fьr die Zukunft?

Kloss.:        RuЯland ist ein riesiger Markt von morgen. Marktwirtschaftliches Denken und Handeln mьssen von Grund auf gelernt werden: das benцtigt eine Kenntnis von den beiden Systemen: Ost und West.

Aufgabe IV

Leiter:        Das letzte Wort nimmt Swetlana Karpowa.

Kar.:        Das Problem der Bankrotterklдrungen berьhrt die Lage am Warenmarkt und das Schicksal tausender Menschen. Die Finanzprobleme unserer Betriebe sind dadurch entstanden, daЯ diese ihr Eigenkapital eingebьЯt haben. Schon lange arbeiten sie mit Anleihen. Dazu eine hohe Inflation in unserem Lande. Das fьhrte praktisch zu einer Atrophie des Kredit-und Finanzmechanismus.

A.:        Was ist heute fьr unsere Industrie typisch?

Kar.:        Fьr unsere Industrie ist heute typisch, daЯ in den Betriebsfonds der Rest des Eigenkapitals zu klein geworden ist. Weit verbreitet ist die Situation, wo die Betriebsfonds aus Anleihemittel und nicht aus eigenen Mittel geschцpft werden.

Leiter:        Wohin sind die ausreichenden Betriebsfonds verschwunden?

Kar.:        Ich will an einem Beispiel erklдren. Die Textilindustrie war eine der wichtigsten „Quellen fьr Haushalts-und Steuereinnahmen“ programmiert. Frьher sprach man nicht von „Steuern“, sondern von Abfьhrungen. Die Abfьhrungen vom Umsatz waren kolossal. Die Direktoren hatten zu viel Geld und wuЯten nicht, was sie mit Geld anfangen sollen.

B.:        Und was hдtte ein erfahrener Unternehmer getan?

Kar.:        Der hдtte vor allem Rohstoffe gekauft und das Geld in Betrieb angelegt. Anstelle dieses Geld in Umlauf zu bringen, hдtte man dem Unlauf dieses Geld entzogen.

C.:        Was ist die Hauptursache der finanziellen Probleme?

Kar.:        Jeder will bekanntlich mit Gewinn verkaufen. Wьrde dieser Gewinn in die Produktion investiert, wдre alles in Ordnung. FlieЯt er in dunkle Geschдfte, dann friert er ein.

D.:        Was mьssen die Betriebe tun, um ihre Situation zu verbessern?

Kar.:        Eine finanzielle Gesundung tritt nur ein, wenn das Geschдft lдuft. Entweder muЯ man etwas herstellen, was sich gut verkaufen lдЯt oder den zuverlдssigen Preis fьr eine Ware richtig festlegen. Je hцher der Preis, desto geringer der Kapitalumlauf und umgekehrt, je niedriger der Preis, desto schneller der Umlauf.

Korr.:        Kann der Betrieb etwas riskieren?

Kar.:        Wenn der Betrieb etwas riskieren will und den Preis hochschraubt, muЯ er einiges fьr Dealerdienste und Marketing ausgeben, um seine teuere Ware an den Markt zu bringen.

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