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HANDELSBLATT, Freitag, 14. März 2008,
Kieler Institut für Weltwirtschaft
Vokabeln
Schwellenländer - englisch Newly industrializing countries, Abkürzung NIC, nicht exakt definierte Bezeichnung für relativ fortgeschrittene Entwicklungsländer, ... пороговые страны
hiesig – здешний, местный
meistern – справиться с чем-л., овладеть, освоить
an Fahrt verlieren - потерять темп
an Schwung verlieren. замедлить подъем
einig sein in etw. . иметь единое мнение
Bruttoinlandsprodukt n, - s, - - ВВП
Anstieg m, - s, - подъем
nachlassend – снижающийся, затихающий, уменьшающийся
Eintrübung f, -, - - снижение, ухудшение (конъюнктуры)
Aufwertung f, -, - - рост курса (евро)
in eine Rezession rutschen – скатиться, соскользнуть ( в рецессию)
hindeuten auf etw. Akk. – указывать на что-лю
Kaufkraftentzug m, -es- - снижение покупательной способности
Arbeitstageeffekt – эффект, связанный с количеством рабочих дней за отчетный период (год, квартал, месяц)
Einkommen n, - s, - -- доход
im Zuge - в ходе (чего-л.)
Text 9.
Ende der Party: deutsche Wirtschaft im Frühjahr geschrumpft
Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im Frühjahr erstmals seit vier Jahren geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt sank im Vergleich zum ersten Quartal um 0,5 Prozent. Keine Katastrophe, meint Karl Zawadzky.
Eines ist nun endgültig klar: Der Höhepunkt im gegenwärtigen Konjunkturzyklus ist überschritten. Die Party mit hohen Wachstumsraten im Export sowie starken Investitionen im Inland ist vorbei. Dennoch ist als Reaktion auf die rückläufige Wirtschaftsleistung eine allgemeine Erleichterung spürbar. Denn in der Tat: Es hätte schlimmer kommen können. Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent wirft die deutsche Wirtschaft nicht um.
Es wäre ja höchst verwunderlich, würden die großen Volkswirtschaften all die negativen Faktoren einfach wegstecken, die in letzter Zeit die Weltwirtschaft in Turbulenzen gestürzt haben. In Amerika ist ein absolut unseriös finanzierter Immobilienboom geplatzt, was in den USA und in Europa eine Finanz - und Bankenkrise ausgelöst hat. Auch in Großbritannien und Spanien, zwei großen EU-Ländern, ist der Immobilienboom vorbei. Der Dollar ist in die Knie gegangen, der Höhenflug des Euros hat die europäischen Exporte belastet. Der Ölpreis ist auf ein Niveau gestiegen, das vor gar nicht langer Zeit unvorstellbar war. Die Lebensmittelpreise haben sich enorm verteuert. Am Ende ist die Inflationsrate in der Euro-Zone aus dem Ruder gelaufen, worauf die Europäische Zentralbank mit einer Zinssteigerung reagiert hat.
Dies alles hat auch in Deutschland das Wirtschaftswachstum gebremst. Innerhalb kurzer Zeit ist die Stimmung sowohl in den Unternehmen als auch bei den Verbrauchern umgeschlagen. Wo zuvor von einem noch lang anhaltenden Aufschwung die Rede war, wird jetzt über das Gespenst einer Stagnation oder gar einer Rezession gepaart mit einem anhaltend starken Preisauftrieb diskutiert. Die Fakten sprechen dagegen. Das Wetter ist eine der Hauptursachen für den Einbruch der Wirtschaftsleistung. Ob es am Klimawandel lag oder nicht, Tatsache ist, dass der letzte Winter praktisch ausgefallen ist. Hinzu kam das Auslaufen von Steuervorteilen für die Bauwirtschaft. Beides zusammen hat dazu geführt, dass Anfang dieses Jahres nicht, wie sonst üblich, Baustellen wegen Schnee und Eis geschlossen wurden, sondern die Wirtschaft im ersten Quartal mit 1,5 Prozent so stark wuchs wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Dieser Wachstumsschub fehlte im Frühjahr.
Das heißt: Die Einbuße an Wirtschaftsleistung hat zum Teil mit einem statistischen Effekt zu tun. Werden die beiden ersten Quartale dieses Jahres jeweils für sich betrachtet, dann wird ein geradezu dramatischer Absturz sichtbar. Wird das erste Halbjahr insgesamt in Augenschein genommen, dann ergibt sich ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent. Das ist angesichts der negativen Faktoren, die zu verkraften sind, durchaus beachtlich. Dabei ist eines klar: Wenn die Weltwirtschaft mit schweren Turbulenzen wie dem hohen Ölpreis, der Finanzmarktkrise und erheblichen Währungsschwankungen zu kämpfen hat, wird das die deutsche Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen. Denn die deutsche Wirtschaft ist wie keine andere große Volkswirtschaft vom Außenhandel abhängig; mit 46 Prozent wird fast die Hälfte der Wirtschaftsleistung im Export erzielt. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil erst bei 27 Prozent.
Die aktuelle Wachstumsdelle sieht schlimmer aus als sie tatsächlich ist. Sie wird nichts daran ändern, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr zunimmt. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos geht unverändert von einem Zuwachs um 1,7 Prozent aus. Das aber ist ein Prozentpunkt weniger als im vergangenen Jahr; für das kommende Jahr wird eine weitere Abschwächung der Konjunktur erwartet. Nicht die Delle im zweiten Quartal, sondern der Abwärtstrend macht Sorgen, denn er ist gepaart mit einem starken Preisanstieg, was die aus konjunkturellen Gründen wünschenswerten Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank verhindert. Noch ist die Entwicklung am Arbeitsmarkt positiv, doch bei einem sich weiter abschwächenden Wachstum wird sich das ändern, werden also die Arbeitslosenzahlen wieder steigen. Die Eintrübung der Stimmung hat ihren Grund: Die Party ist vorbei, die Übertreibungen aus der Boomphase werden korrigiert. Für viele ist das wie im richtigen Leben mit einem Kater verbunden.
Vokabeln
schrumpfen vt – сокращаться, уменьшаться
überschreiten vt – перешагивать, преодолевать
dennoch – все-таки, тем не менее, однако
belasten vt - обременять, отягощать; наносить ущерб; серьезно затруднять
aus dem Ruder laufen - выйти за рамки (перестать слушаться руля)
Einbuße n, -sses, - - потеря, убыток, ущерб, урон
Absturz m, -es, - - резкое падение, снижение
verkraften vt- справиться с чем-лю
j-n in Mitleidenschaft ziehen – вовлечь в беду, потащить за собой
Delle f, -, -en - временный спад, снижение ( темпов роста)
Wirtschaftsleistung f, -, - en –
gepaart sein mit Dat. – в сочетании с…
Leitzins m, -es, -en - учетная ставка рефинансирования
Unter Leitzins versteht man den von der zuständigen Zentralbank festgelegten Satz zur Steuerung der Geldpolitik. Er legt denjenigen Zinssatz fest, zu dem sich Geschäftsbanken bei einer Zentral - oder Notenbank gegen Verpfändung notenbankfähiger Sicherheiten oder unter Eingehung eines Wertpapierpensionsgeschäftes Zentralbankgeld beschaffen können.
Wichtigste Sätze sind beispielsweise der Mindestbietungssatz des Hauptrefinanzierungsinstruments der Europäischen Zentralbank, die Repo Rate der Bank of England und die nominale Federal Funds Rate des amerikanischen Fed.
Diese geldpolitischen Instrumente werden u. a. deshalb als Leitzinsen bezeichnet, weil ihnen ein großer Einfluss auf den gesamten Refinanzierungsmarkt und damit die Liquidität in dem jeweiligen Währungsraum beigemessen wird.
In Deutschland historisch relevante Leitzinssätze waren der Diskontsatz, zu dem die Geschäftsbanken Wechsel bei der Zentralbank rediskontieren konnten, sowie der Lombardsatz, zu dem Wertpapiere bei der Zentralbank verpfändet wurden. Die Rediskontierung spielte mit Abnahme des traditionellen Handelswechselgeschäftes jedoch zunehmend eine untergeordnete Rolle, wodurch der Lombardsatz in den Vordergrund rückte.
Seit Mitte der 1980er Jahre, spätestens jedoch mit Übernahme der Zentralbankgeschäfte durch die EZB, setzten sich die Offenmarktgeschäfte im Euroraum durch und lösten damit den Lombardsatz als wichtigsten Leitzins ab.
Offenmarktgeschäft- Offenmarktpolitik - Die Offenmarktpolitik ist das wichtigste Instrument der Geldpolitik - heute sogar Standardinstrument -, mit dem die Zentralbank die Geldschöpfung beeinflusst. Die Zentralbank bietet den Geschäftsbanken bestimmte festverzinsliche Wertpapiere (Offenmarktpapiere) zum Kauf an oder kauft selbst Wertpapiere von den Geschäftsbanken (Offenmarktgeschäfte). Kaufen die Geschäftsbanken die Wertpapiere, steht ihnen das angelegte Geld nicht mehr für die Kreditvergabe zur Verfügung, d. h. die Geldschöpfung sinkt. Verkaufen die Geschäftsbanken Wertpapiere, erhalten sie dafür Geld, das sie für Kredite verwenden können. Aus Sicht der Geschäftsbanken entspricht dies einem Wertpapierpensionsgeschäft: Wertpapiere werden von den Geschäftsbanken bei der Zentralbank in "Pension" gegeben. Die Geschäftsbank erhält im Gegenzug liquide Mittel in Form von Zentralbankgeld.
verhindern vt - препятствовать
Übertreibung f, -, - en - преувеличение
Kater v, - s, - - похмелье
Höhepunkt m, -es, - - наивысшая точка, кульминация, апогей
auslösen vt – вызывать, послужить причиной, иметь следствием
Preisauftrieb m, -s, - --взвинчивание цен
Einbruch m, -s, - - резкое сокращение, падение
Wachstumsschub m, -s, - -- скачок, увеличение темпов роста
Text 10. Lesen Sie das Interview und beantworten Sie folgende Fragen:
1. Welche möglichen Folgen der heutigen wirtschaftlichen Lage in Deutschland machen dem Journalisten große Sorgen?
2. Wie will der Finanzminister auf diese Herausforderungen reagieren?
„Die Inflation wird uns lange beschäftigen“
Gespräch mit Peer Steinbrück
Finanzminister Peer Steinbrück geht davon aus, dass die weltweite Teuerung auch Deutschland noch einige Zeit beschäftigen wird. Im Handelsblatt-Interview spricht der Minister über Abwährtsrisiken, die Lehren aus den 70er-Jahren und die Probleme deutscher Banken.
- "Wir Europäer müssen uns damit beschäftigen, ob der weltweite Wohlstand nicht neu verteilt wird." –
- Herr Steinbrück, Altkanzler Helmut Schmidt hat einmal die These aufgestellt, dass fünf Prozent Inflation besser seien als fünf Prozent Arbeitslosigkeit. Was halten Sie davon?
- Diese These ist immer umstritten gewesen. Die Inflation ist ein Problem. Sie entwertet Vermögen, und sie trifft insbesondere diejenigen, die ein dünnes Portemonnaie haben. Sie ist daher auch ein soziales Problem, und ich würde sie nie ausspielen wollen gegen das andere große Problem, die Arbeitslosigkeit.
- Am Wochenende haben Sie die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank kommentiert. Solche Sätze haben Sie sich bisher verkniffen.
- Wir haben Konjunkturrisiken, deshalb kam von mir der Hinweis, dass die EZB in ihrem Abwägungsprozess sicher auch eins bedenken werde: Eine Zinserhöhung kann ambivalente Wirkungen haben, indem sie bei der Inflationsbekämpfung hilft, aber womöglich einen Abwärtsswing der Konjunktur verstärken könnte. Hinzu kommt, dass sich die Schere zwischen der Zinsentwicklung in Europa und den USA weiter öffnet und den Aufwertungsdruck des Euros zum Dollar tendenziell verstärkt. Trotz dieser Hinweise können Sie sicher sein, dass ich die Unabhängigkeit der EZB weiter bis zu meinem letzten Blutstropfen verteidigen werde. Daher fand ich es eher merkwürdig, mit wem ich da in einen Topf geworfen wurde.
- In Union und SPD grübelt man, wie den Bürgern wegen der hohen Inflation mit Steuersubventionen geholfen werden kann. Wie wollen Sie das verhindern?
- Indem ich für eine Langfrist-Orientierung werbe. Wenn ich jetzt anfangen würde, die Energiepreise zu subventionieren, was mache ich dann bei weiter steigenden Ölpreisen? Muss ich dann immer mehr subventionieren? Bei 150 Dollar das Barrel wieder? Und dann bei 190 Dollar. Das ist dann wie ein Hase-und-Igel-Rennen, das Sie nie gewinnen können. Statt über kurzfristige Trostpflaster zu debattieren, müssen wir darüber reden, wie die Energieeffizienz verbessert werden kann und wir uns über alternative Strategien unabhängiger von Energieimporten und damit der Preisentwicklung auf den Energiemärkten machen. Ob mit Blick auf die wirklich sehr Bedürftigen Sozialkomponenten entwickelt werden müssen – das Wohngeld haben wir gerade erhöht –, will ich nicht ausschließen.
- Welche könnten das sein?
- Es macht keinen Sinn, die Debatte mit unausgegorenen Stichworten anzuheizen.
- Wie wäre es mit einer Atomstromsteuer oder Sonderabgaben für Energiekonzerne, die Ihre Parteifreunde vorschlagen?
- Davon halte ich nicht viel, weil sich daraus ja Strompreissteigerungen – auch für die Wirtschaft – ergeben.
- Eine Entlastung auf breiter Front wird es also nicht geben?
- Ich halte es für falsch zu glauben, man könnte sich weltweiten Nachfrageentwicklungen national entgegenstellen. Das wird uferlos. Das zerreißt mir den Haushalt.
- Ist die Inflation eigentlich ein kurzfristiges oder eher ein dauerhaftes Problem?
- Ich fürchte, dass das Thema der weltweiten Inflationsentwicklung uns über einige Zeit beschäftigen wird. Die Nachfrage von 1,5 Milliarden Chinesen und einer Milliarde Inder nach Öl und Nahrungsmitteln wird hoch bleiben. Wir Europäer müssen uns damit beschäftigen, ob der weltweite Wohlstand nicht neu verteilt wird – auch und gerade zugunsten derjenigen, die Rohstoffe anbieten und dadurch erhebliche Währungsreserven anhäufen können. Zu glauben, man könnte diesem strukturellen Anpassungsdruck entgehen, indem man versucht, die Preissignale über Subventionen zu dämpfen, ist ein fataler Irrtum.
- Hat die Politik aus den Fehlern der 70er-Jahre gelernt, als nach dem Ölpreisschock eine Lohn-Preis-Spirale begann, die über Jahre das Wachstum dämpfte?
- Extrem hohe Lohnsteigerungen würden das Problem sicher verschärfen. Bisher sind derartige Zweitrunden-Effekte nicht festzustellen. Dass die Politik aus den 70er-Jahren gelernt hat, hoffe ich sehr. Aber wenn ich mir anschaue, wer da alles mit den Füßen scharrt, könnte die Hoffnung auch trügen.
- Kommen Ihre Konjunktursorgen nur vom hohen Ölpreis? Oder liegen sie darin begründet, dass die Finanzmarktkrise doch nicht ganz ausgestanden ist?
- Sicher, die Finanzmarktkrise ist nicht ausgestanden. Es kommt weiter zu Wertberichtigungen. Auch andere Konsumentenkredite in den USA könnten betroffen sein. Andererseits ist die US-Wirtschaft schneller darin, aus einem Tal auch wieder herauszukommen. Insofern muss man nicht allzu pessimistisch sein. Wir müssen aber wissen, dass dies Europa mit berührt.
- Inflation, Ölpreisexplosion, Finanzkrise – rutscht die Weltkonjunktur in einen tiefen Abschwung?
- Nein. Es gibt Abwärtsrisiken, aber keinen Wendepunkt, der uns veranlasst, über einen möglichen Einbruch der Weltwirtschaft nachzudenken. Das gilt auch für das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland. Für die mittelfristige Finanzplanung gehen wir von sehr moderaten Wachstumsraten in den nächsten Jahren aus, die teilweise deutlich unter anderen Schätzungen liegen. Damit liegen wir auf der sicheren Seite und dürften keine bösen Überraschungen erleben. Sie können sicher sein, dass ich daran kein gesteigertes Interesse habe.
- Die Konsolidierung im deutschen Bankensektor, gerade bei den Landesbanken, kommt kaum voran. Warum?
- Die Frage richtet sich in erster Linie an die Landesbanken und ihre Gesellschafter. Ich kann nicht leugnen, dass ich die bisher mangelnde Konsolidierung unter den Landesbanken außerordentlich bedauere. Aber letztlich müssen die Landesbanken selbst darüber entscheiden, wie sie sich künftig aufstellen wollen.
- Viele Politiker zweifeln an der Legitimation der Landesbanken.
- Die Kritik ist berechtigt. Einige Landesbanken haben kein tragfähiges Geschäftsmodell. Stattdessen haben sie sich in der Sehnsucht nach Marge in Bereichen des Finanzmarktes engagiert, von denen sie offensichtlich keine Ahnung hatten. Sie haben leichtfertig Milliardenrisiken übernommen. Und das in einem Ausmaß, das in keinem Verhältnis zu ihrer Kapital - und Ertragskraft steht.
- Sollte sich Deutschland nicht vom Drei-Säulen-Modell verabschieden?
- Nein. Für mich überwiegen die Vorteile des dreigliedrigen Bankensystems in Deutschland. Ich gebe aber zu, dass damit auch Größenordnungsprobleme des deutschen Finanzsektors verbunden sind. Deshalb sollte es zunächst zu einer Konsolidierung innerhalb der jeweiligen Säulen kommen, damit die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Banken steigt. Unterm Strich hinkt der deutsche Finanzsektor der Bedeutung unserer Realwirtschaft im internationalen Vergleich hinterher.
- Die Banken verdienen also zu wenig?
- Die Gewinnmargen im deutschen Banksektor sind zu gering, um im weltweiten Wettbewerb mithalten zu können.
- Die niedrigen Aktienkurse deutscher Banken sorgen regelmäßig für Spekulationen, dass sie von ausländischen Investoren geschluckt werden könnten.
- Die Börsenkapitalisierung deutscher Banken ist in der Tat niedrig. Allerdings geht es anderen Banken im Ausland nicht anders. Teilweise sind dort die Aktienkurse um 50 Prozent und mehr eingebrochen. Die Gefahr von Übernahmen ist durch diese Banken geringer geworden.
- Beruhigt Sie das?
- In gewisser Weise schon. Ich bin an einem starken deutschen Finanzplatz mit nationalen Champions interessiert. Banken gehören für mich genauso wie Telekommunikation, Energie und Logistik zu den Schlüsselbranchen, die wir in Deutschland halten sollten.
- Gilt das auch für den Postbank-Verkauf?
- Der Verkaufsprozess läuft gerade – und jede öffentliche Einlassung des Finanzministers ist da kontraproduktiv.
- Zumindest drängen Sie auf einen Verkauf bis zum Jahresende.
- Es wäre wünschenswert, wenn wir noch in diesem Jahr einen neuen Partner für die Postbank finden könnten. Aber es wird keinen politischen Preis für eine nationale Lösung geben. Es gibt einen fairen Bieterwettbewerb. Alles andere können die operativ Verantwortlichen auch gar nicht vertreten.
- Ein Verkauf der Postbank wird auf jeden Fall zu Arbeitsplatzverlusten führen. Lässt Sie das kalt?
- Die Auswirkungen auf die deutschen Arbeitsplätze wird man bei den Verkaufsverhandlungen natürlich berücksichtigen müssen. Die beschäftigungspolitischen Aspekte spielen bei der Entscheidung eine ebenso wichtige Rolle wie der Verkaufserlös und das künftige Geschäftsmodell.
Handelsblatt 04.07.2008
Vokabeln
Lehre f, -, -en -- наставление, мораль; урок; наука
entwerten vt – обесценивать, девальвировать
ausspielen etw. gegen etw. - противопоставлять, использовать (что-то против кого-то)
sich Dat. etw. verkneifen - удерживать себя от чего-то(с трудом)
Abwägung f, -, -- обдумывание, взвешивание, оценка
ambivalent – противоречивый, двойственный, амбивалентный
unausgegoren – неготовый, незрелый, сырой
zugunsten Gen., von Dat. – в пользу кого-л.
Lohn-Preis-Spirale (begann) . инфляционная спираль, спираль заработанная плата - цены
ausgestanden sein – зд.: быть преодоленным
Wendepunkt m, - es, - e - поворотный пункт
veranlassen vt – побуждать, давать повод; вызвать, повлечь за собой
Konsolidierung f, -, -- консолидация, укрупнение, слияние
aufstellen vt - становиться
tragfähig – прочный, выносливый
Ausmaß n, -sses, -e - размер, габарит, размах, масштаб, величина
überwiegen vi - преобладать, превалировать, перевешивать
Lektion 2. Klimawandel
Text 11. Chronik: Die Klima-Gipfel
Von Stockholm bis Bali - auf den UN-Gipfeln wird seit Jahrzehnten über den Klimawandel diskutiert.
Doch dass eine Energieversorgung komplett aus Erneuerbaren möglich ist, wurde Kanzlerin Merkel bereits auf dem Energiegipfel 2006 vorgestellt: Gezeigt wurde ihr eine simulierte Stromversorgung, bei der ein Kombikraftwerk 25 über ganz Deutschland verstreute Wind-, Solar-, Biomasse - und Wasserkraftanlagen verknüpft und steuert. Das Ergebnis: Der Strombedarf der Bundesrepublik konnte minutengenau gedeckt werden, weil Biomasse und Wasserkraft die unsteten Energielieferanten Wind und Sonne auffingen. Der Kommentar der Kanzlerin an die Adresse der Öko-Lobbyisten: "Ich wusste gar nicht, dass sie bereits so viel drauf haben."
Emissionshandel: Das Geschäft mit der dreckigen Luft
Das Prinzip ist denkbar einfach: Unternehmen, die Treibhausgase wie CO2 emittieren, benötigen dafür Zertifikate, die sie über ein Zuteilungsverfahren erhalten. Diese berechtigen den Betreiber zum Ausstoß einer genau festgelegten Menge an CO2. Verursacht seine Anlage mehr Emissionen, muss er zusätzliche Zertifikate ankaufen. Reduziert der Betreiber den Ausstoß, kann er die überzähligen Berechtigungen frei auf dem Markt verkaufen und so Gewinn machen. Das Problem: bislang hat der Emissionshandel in Deutschland und der EU zu keiner CO2-Reduktion geführt.
In Deutschland fallen derzeit knapp 57 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes unter den Emissionshandel. Die rund 1850 teilnehmenden Unternehmen kamen nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt im vergangenen Jahr auf einen CO2-Ausstoß von rund 487 Millionen Tonnen oder zwei Prozent mehr als 2006. Dagegen sanken die gesamten CO2-Emissionen in Deutschland um 2,7 Prozent. Der Grund für die höheren CO2-Mengen im Emissionshandel: Deutschlands Industrie setzte mehr Stein - und Braunkohle zur Stromerzeugung ein. Die niedrigen Preise für die Emissionsberechtigungen boten laut DEHSt den Firmen 2007 nur noch wenig Anreiz, statt Kohle das wesentlich weniger klimaschädliche, aber teurere Erdgas zu nutzen.
Dabei wurden den deutschen Stromkonzernen in der ersten Phase des Emissionshandels 2003 bis 2007 die Zertifikate sogar geschenkt - trotzdem erhöhten die Unternehmen den Strompreis mit der Begründung, das neue System treibe die Kosten in die Höhe. Erst seit Beginn dieses Jahres müssen jährlich neun Prozent der Verschmutzungsrechte versteigert werden. Nach Schätzungen des Bundesumweltministeriums wird das die Stromerzeuger etwa 400 Millionen Euro pro Jahr kosten. Diese Einnahmen sollen in Klimaschutzprojekte in Deutschland und in Drittländern fließen. Ab 2013 sollen die Energieunternehmen für alle Verschmutzungsrechte bezahlen. Erst dann werde das System sauberen Strom finanziell begünstigen und den Anreiz schaffen, mehr Strom aus erneuerbaren Quellen zu produzieren, hoffen die Experten im Umweltministerium.
Vokabeln
Energieversorgung f, -, - -- энергоснабжение
erneuerbar - возобновимый
simulieren vt – моделировать, имитировать
verknüpft sein - быть связанным
steuern vt - управлять, направлять, вести
unstet – беспокойный, изменчивый, неровный
Treibhaus n, - es, - häuser - парник, теплица
emittieren vt - выбрасывать в атмосферу
berechtigen vt - давать право, основание, уполномачивать
Betreiber m; -s, - -- оператор; предприниматель, эксплуатирующий производственные мощности
Ausstoß m, - sses, - - выхлоп, выброс
Emissionen Pl - выбросы в атмосферу
CO2-Reduktion - сокращение выброса в атмосферу углекислого газа
fallen unter Akk – подпадать под …
Deutsche Emissionshandelsstelle - Немецкое бюро по торговле квотами на выброс парниковых газов
Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt ist die zuständige nationale Behörde zur Umsetzung der marktwirtschaftlichen Klimaschutzinstrumente des Kyoto-Protokolls: des Emissionshandels und der projektbasierten Mechanismen Joint Implementation (JI) und Clean Development Mechanism (CDM).
Unser Auftrag:
- Wir sind dem Klimaschutz als langfristiger und internationaler Aufgabe verpflichtet.
- Wir unterstützen die Teilnehmer am Emissionshandel bei der Anwendung der gesetzlichen Vorgaben und ermöglichen ihnen, ihren Pflichten nachzukommen und ihre Rechte wahrzunehmen.
- Wir verstehen unsere Aufgabe als Dienstleistung einer modernen Behörde und arbeiten vorausschauend und ergebnisorientiert.
- Wir gehen mit Ressourcen kostenbewusst und ökologisch verantwortlich um.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dem Leitbild des Umweltbundesamtes verpflichtet.
Stand: 27. August 2008
Umweltbundesamt n, -es, -ämter - федеральное ведомство поохране окружающей среды
Einnahmen Pl - доходы
begünstigen vt - содействовать, благоприятствовать, давать привилегии
Text 12. Leben im Treibhaus. Wie den Klimawandel bremsen?
Auch Brüssel setzt auf den Emissionshandel. Und in der Europäischen Union? Anfang dieses Jahres hatte die EU-Kommission in Brüssel ihr Klimaschutzpaket vorgestellt. Im Mittelpunkt steht das Ziel, die Treibhausgasemissionen EU-weit bis 2020 gegenüber dem Niveau von 1990 um 20 Prozent zu senken. Eines der wichtigsten Bestandteile des Pakets ist auch hier der Emissionshandel. Die Energiekonzerne und bestimmte Industriebranchen (Stahl, Papier, Zement, Kalk, Glas) sind zur Teilnahme am Emissionshandel verpflichtet. Für jede Tonne Kohlendioxid, die sie emittieren, müssen sie eine Emissionsberechtigung vorweisen. Da auch sie bislang den größten Teil der Berechtigungen kostenlos zugeteilt bekamen, kann auch die EU noch keine Erfolge beim Klimaschutz vermelden: Im Jahr 2006 war der vom Emissionshandel erfasste CO2-Ausstoß um 0,3 Prozent gestiegen. Für 2007 liegen noch keine Zahlen vor.
Eine Entscheidung auf EU-Ebene tut Not. Den Plänen der EU-Kommission zufolge soll die Energiewirtschaft die Zertifikate erst ab 2013 komplett ersteigern müssen. Die anderen Branchen sollen einen allmählich wachsenden Teil der Zertifikate ersteigern. Gleichzeitig will die Kommission die Menge der insgesamt zur Verfügung stehenden Zertifikate in der dritten Handelsperiode von 2013 bis 2020 um 20 Prozent kürzen. Experten gehen davon aus, dass spätestens dann die Preise für eine Tonne CO2 so steigen werden, dass mehr saubere Energien zum Einsatz kommen und gleichzeitig mit Strom und Wärme noch sparsamer umgegangen wird. Noch seien die Preise an den internationalen Klimabörsen dafür zu niedrig. Und solange Verschmutzungs-Zertifikate verschenkt würden und die Klimaschutzziele nicht in bindendes Recht umgewandelt werden, bliebe alles beim Alten.
"Erst Ende 2008, wenn sich im polnischen Poznan die Diplomaten zum nächsten Welt-Klimagipfel treffen, soll klar sein, wie die EU ihre Rolle beim Klimaschutz ausfüllen will", kritisiert Claudia Kempfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). "Vielleicht einigt man sich aber auch erst 2009 auf der UN-Konferenz in Kopenhagen. Das käme dann definitiv zu spät."
. tagesschau. de Stand: 17.07.2008
Vokabeln
setzen auf Akk - делать ставку на…
EU-weit – по всей территории Европейского Союза
Kohlendioxid - углекислый газ
etw. zugeteilt bekommen – получить (в придачу)
bindend - обязательный, обязывающий, связывающий
definitiv – определенный, окончательный
Lektion 3. Energiewirtschaft
Glossar: Begriffe rund ums Erdöl
Arabian Light - siehe Ölsorten.
Barrel - engl. 'Faß', das traditionelle Hohlmaß, das bereits in der Frühzeit der Ölindustrie benutzt wurde und bis heute die übliche Maßeinheit ist, in der Ölmengen auf dem Rohstoffmarkt gehandelt werden. Ein Barrel entspricht rund
159 Litern. Auch der Rohölpreis wird in Dollar pro Barrel berechnet. Im deutschen Sprachbereich ist auch die Bezeichnung 'Faß' gebräuchlich.
Brent - Bezeichnung für eine in der Nordsee geförderte Ölsorte, die als Richt-qualität am Ölmarkt gilt.(Referenzsorte). Siehe auch Ölsorten.
Crude Oil - engl. Bezeichnung für Rohöl.
Erdöl - einer der wichtigsten fossilen Rohstoffe. Erdöl dient als Energieträger nicht nur zur Wärmeerzeugung (Heizöl) oder dem Antrieb von Verbrennungsmotoren (Benzin, Dieselkraftstoff), sondern ist auch Rohstoff für viele Produkte (Kunststoffe). Erdöl ist entstanden durch die Zersetzung abgestorbener pflanzlicher und tierischer Kleinstlebewesen. Weltweit gibt es etwa 150 Milliarden Tonnen Erdölreserven, gegenwärtig werden weltweit ca. 3,5 Milliarden Tonnen jährlich gefördert.
Erneuerbare Energien - Erneuerbare Energien sind im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen unbegrenzt verfügbar, da sie nicht an begrenzte Stoffvorräte gebunden sind. Dazu zählen unter anderem Sonnenenergie (Solarthermie, Photovoltaik), Wind - und Wasserkraft, Geothermie (Erdwärme) und Energie aus der Verbrennung von Biomasse.
Förderquote - siehe OPEC.
Fossile Brennstoffe - (Kohlenwasserstoffe) feste, flüssige oder gasförmige Brennstoffe wie Kohle, Torf, Erdöl oder Erdgas, die in der erdgeschichtlichen Vergangenheit aus der Zersetzung von pflanzlichen oder tierischen Lebewesen entstanden sind.
Internationale Energieagentur - Nach dem Ölpreisschub 1973/74 beschlossen mehrere industrielle Verbraucherländer das Internationale Energieprogramm (IEP), das von der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris koordiniert wird. Dem Abkommen gehören 26 Staaten an, darunter die USA, Kanada, Japan, Neuseeland, Australien, Norwegen, Ungarn sowie die EU-Staaten. Zu den Aufnahmevoraussetzungen gehören eine Bevorratungspflicht der Ölverbrauchsmenge für 90 Tagen, politische Instrumentarien zur Ölnachfragedämpfung. Ziel des IEP ist es einen Krisenmechanismus zur Begegnung von Ölversorgungskrisen einzurichten (gemeinsames Ölverteilungssystem), die Kooperation zwischen Förder - und Verbraucherländern zu fördern.
Kooperationsrat der Arabischen Staaten am Golf (GCC) - die sechs am Persischen Golf gelegenen Staaten Bahrain, Qatar, Kuweit, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, haben sich im Mai 1981 zum sog. Golfkooperationsrat (Cooperation Council for the Arab States of the Gulf oder Gulf Cooperation Council) mit Sitz in Riad (Saudi-Arabien) vereinigt. Der GCC hat die Aufgabe, die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen der Mitgliedsstaaten zu fördern (Freihandelsabkommen 1982, Zollunion bis 2005).
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