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um die Jahrtausendwende – на рубеже веков, зд.: в 2000 году
zulegеn - расти, прибавлять (в весе)
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Muster s, -s, - - образец, пример, комбинация, шаблон, эталон
In den Siebzigern - в семидесятые годы
ausleuchten - высвечивать, проливать слет, исследовать
relativ gesehen - зд.: сравнивая, рассматривая в сравнении
auf etw. angewiesen sein – зависеть от чего-л.
benötigen vt - нуждаться а чем-л.
im Wert von Dat. - стоимостью в …
Anteil m, - s, - e an Dat. - доля, долевое участие
ausreichen vt - быть достаточным, хватать
Lohn-Preis-Spirale f, -, -en - инфляционная спираль
Gewerkschaft f, -, - en - профсоюз
gekoppelt sein an Akk. - быть связанным, соединенным, состыкованным с чем-л.
„Reallohn-Rigiditäten“ Pl – регидность (негибкость) реальной заработанной платы
Voraussetzung f, -, - en für Akk. - предпосылка к чему-л.
zu Teil - частично
vorgehen gegen etw. Akk. - принимать меры против чего-л. кого-л.
ebenfalls - так же, тоже
Glaubwürdigkeit f - достоверность, правдоподобие, правдолподобность
aufbauen vt - организовывать; развёртывать; строиться; основываться (на чём-л.); исходить (из чего-л.); руководствоваться (чем-л.); основываться (на чем-л.); раскручивать; создавать
Erwartungen Pl - ожидания, прогнозы
durchschlagen vi - оказывать действие, отражаться, отпечатываться
hinreichend - достаточный
verhindern vt - препятствовать чему-лю
annehmen vt - предполагать, допускать что-л., считать возможным
monetär - денежный, монетарный
Fazit n - итог, вывод, сумма
Wiederkehr f, -, - возвращение, период, повторение; годовщина, юбилей
verkneift - удерживать, скрывать, не показывать, превозмогать
übermäßig - . чрезмерный; непомерный (о напряжении и т. п.);
избыточный; излишний
zuschreiben j-m Dat. - приписывать кому-л., что-л.; ставить в вину
Materialien zur Konferenz:
1. «Ölpreis von 250 Dollar»
Tages-Anzeiger vom 23.07.2005
Erdölexperte Matthew Simmons erklärt, warum wir bald mehr für Energie und weniger für Sport und Unterhaltung ausgeben werden und warum die Chinesen auf dem richtigen Weg sind.
Matthew Simmons ist Chef einer Investmentbank in Houston, die als Beraterin bei Ölgeschäften im Wert von über 63 Milliarden Dollar tätig war. Sein Fachwissen ist gefragt; Simmons gehörte der Energie-Task-Force um Vizepräsident Dick Cheney an und er meldet sich regelmässig mit Beiträgen in Fachzeitschriften zu Wort. Aufsehen erregt Simmons derzeit mit seinem neuen Buch «Twilight in the Desert: The coming Saudi Oil Shock and the World Economy». Darin analysiert er als erster über 200 geologische, meist schwer zugängliche Studien der staatlichen saudischen Ölgesellschaft Aramco und kommt zum Schluss, dass Saudi-Arabien wahrscheinlich weniger Ölreserven besitzt als angenommen und die riesigen Ölfelder derzeit so aggressiv ausbeutet, dass die Vorräte vorschnell zur Neige gehen. Simmons gehört zu den sogenannten Öl-Pessimisten, die einen unmittelbar bevorstehenden Oil-Peak voraussagen und daraus stark steigende Preise ableiten. Er sei kein Umweltschützer und unterstütze Präsident Bush, sagt er. Aber die drohende Versorgungskrise zwinge zu einer resoluten Veränderung des Energiekonsums und könnte den USA gegenüber China einen grossen technologischen Rückstand einbringen.
* * *
- Die meisten Ölhändler erklären den stark gestiegenen Preis mit dem hohen Energiekonsum in China und Indien. Genügt Ihnen dieser Erklärungsversuch?
Dass der Ölpreis entgegen allen Erwartungen derart stark schwankt, spiegelt die Tatsache wider, dass wir praktisch alle unsere Reserven angezapft haben und die Nachfrage von nun an über dem Angebot liegt. Dies muss zu Versorgungsengpässen führen, die zum ersten Mal nicht mehr durch politische Unruhen verursacht werden, sondern durch Förderschwierigkeiten. Wir werden noch einmal auf den Sommer 2005 zurückblicken und uns fragen, wieso wir glaubten, ein Ölpreis von 60 Dollar pro Fass sei so unglaublich hoch. 60 Dollar entsprechen gerade einmal 18 Cents für eine Pint (knapp 0,5 Liter). Dafür bekommen sie nicht einmal den billigsten Wein.
- Die Investmentbank Goldman Sachs verschreckte im Frühling (2006) die Märkte, als sie mittelfristig eine Preisspitze von 105 Dollar pro Fass voraussagte. Wollte die Bank nur die Spekulation anheizen?
Ich widerspreche der Meinung, dass 105 Dollar eine Preisspitze sind. Schon diesen Winter dürfte die Nachfrage das Angebot um 2 bis 5 Millionen Fass pro Tag übersteigen (zurzeit werden weltweit rund 84 Millionen Fass pro Tag verbraucht, die Red.). Engpässe sind praktisch sicher. Wir wissen nur nicht, ob sie beim Heizöl, beim Flugpetrol oder beim Autobenzin eintreten.
- Müssen wir Preise von 30 bis 40 Dollar für immer vergessen?
Wenn China in eine Depression stürzt oder die Weltwirtschaft im Herbst um 10 Prozent einbricht, dann sehen wir sogar 20 bis 30 Dollar. Das wäre aber eine vorübergehende Spekulation. Die Daueroptimisten müssen zwanghaft eine Verlangsamung der Wirtschaft in China voraussagen, um nicht in Panik zu geraten.
- Was ist aus Ihrer Optik ein realistischer Ölpreis?
Wir müssen in den kommenden Jahren mit einem Ölpreis von 200 bis 250 Dollar pro Fass rechnen. Dies bezieht die notwendigen Investitionen in die Infrastrukturen und eine Rendite von 10 Prozent ein. Ich war kürzlich an einer Hochzeit in Kenia. Nairobi zählt 9 Millionen Menschen, fast zwanzigmal mehr als vor 35 Jahren. Die Verkehrsstaus sind so schlimm wie in Mexiko Stadt. Und dies, obwohl die Nigerianer 6 Dollar bis 6,5 Dollar pro Gallone Benzin (dreimal mehr als in den USA, die Red.) zahlen. Wir sind so verwöhnt und glauben, dass 20 Dollar pro Fass ein fairer Preis seien. Aber in der Realität haben wir in den letzten 20 Jahren das beste, am leichtesten abbaubare Öl verbraucht. Das schwefelhaltige Öl, der Ölsand und andere schwer abbaubare Produkte sind übrig geblieben. Die höheren Produktionskosten werden auf den Preis durchschlagen und den Wert dieses limitierten Rohstoffs abbilden.
- Die Ölmultis machen riesige Gewinne, aber halten sich mit Investitionen stark zurück. Niemand will in den USA eine Raffinerie bauen, obwohl die Anlagen überlastet sind. Warum?
Für die Ölfirmen sind derartige Investitionen nicht attraktiv. Sie hassen die Raffinerien, weil sie damit in den letzten 30 Jahren nur Geld verloren haben. Gleiches gilt für die Pipelines. Wenn wir unsere unterirdischen Leitungen ausgraben und den Leuten zeigen würden, sie fielen in Ohnmacht. Die Pipelines sind 50 Jahre alt und in so schlechtem Zustand, dass sie unter unseren Augen zerfallen. Allein sie zu ersetzen, kostet mindestens 1 Billion Dollar.
- Sie haben bis jetzt kein Wort zur Energieeffizienz und zum Sparen gesagt. Ist den Amerikanern eine Einschränkung ihres Energiekonsums nicht zuzumuten?
Ich glaube, dass wir unsere Budgets zwangsläufig ändern werden. Wir werden weniger für Sport und Unterhaltung ausgeben und mehr für die Energie. In Houston haben wir ein ziemlich mittelmässiges Football-Team. Trotzdem kommen zu jedem Heimspiel 600000 Zuschauer ins Stadion und legen im Schnitt 50 Dollar aus. Letzthin erhielt ein Spieler einen Siebenjahresvertrag von 130 Millionen Dollar. Was ich damit sagen will: Wir werden unsere Wirtschaft nicht kaputtmachen, wenn wir 50 Cents für einen Pint Öl bezahlen müssen.
- China streckt die Hand nach amerikanischen Ölfirmen aus und ist bereit, mehr zu zahlen als die Amerikaner selber. Haben die Chinesen den Realitätssinn verloren?
China wird der Gewinner des Spiels sein. Die Chinesen sind fähig, langfristig zu planen. Wir denken in Minuten, sie denken in Jahrzehnten. Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass sie den Energieproblemen sehr viel Aufmerksamkeit schenken und sie besser durchschauen als wir. Sie bauen jetzt ein effizientes Energiesystem auf und werden uns damit noch überholen. Nehmen sie die Autoindustrie: China baut seine Flotte in wenigen Jahren auf sparsame Wagen um. Detroit brauchte dafür 20 Jahre. Wir müssen ein ineffizientes System ersetzen, das in der falschen Annahme gebaut wurde, billiges Öl sei für immer zu haben.
- Sie haben über 200 Berichte der staatlichen saudischen Ölgesellschaft Aramco untersucht und kommen zum Schluss, dass Saudi-Arabien die Weltöffentlichkeit punkto Ölförderung und Reserven hinters Licht führt. Wie gravierend ist die Lage?
Das grosse Geheimnis des Mittleren Ostens besteht darin, dass man irgendwo ein Loch im Wüstensand bohren muss und neues Öl zum Vorschein kommt. Saudi-Arabien im speziellen erweckte den Anschein, die steigende Nachfrage stets decken und in 20 Jahren 20 bis 25 Millionen Fass pro Tag fördern zu können (zurzeit sind es gut 10 Millionen Fass, die Red.). Ich sage nur, träumt weiter.
Wie erklären Sie diese Vernebelungstaktik?
In den frühen 70er Jahren haben Exxon, Chevron, Texaco und Mobil einen Schlüsselentscheid getroffen. Sie haben bekanntlich die saudischen Reserven ausgebeutet, bevor die Industrie verstaatlicht wurde. Weil die Nachfrage damals so stark wuchs, wurden die Ölfirmen geldgierig und versprachen, die Produktion bis in die 80er Jahre auf 20 bis 25 Millionen Fass auszuweiten. Die saudische Regierung glaubte ihnen und hielt den Mythos der für immer sprudelnden Ölquellen bis heute aufrecht. Ironischerweise waren es also die Amerikaner, die das Konzept der unbegrenzten Ölvorräte erfunden haben.
- Warum sollte Saudi-Arabien ein Interesse daran haben, die Ölförderung und die Vorräte zu manipulieren?
In den frühen 80er Jahren begannen sich die saudischen Verantwortlichen um die hohe Förderquote von 10 Millionen Fass Sorgen zu machen. Die Unterlagen der Aramco zeigen, dass diese Quote nicht aufrechterhalten werden konnte, ohne die Ölfelder zu zerstören. Sie fuhren deshalb die Produktion stark zurück, und die ganze Welt dachte, die Saudis versuchten nur, den Preis künstlich hochzuhalten. Tatsächlich aber waren sie die einzigen Realisten. Sie begriffen, dass sie die Förderung zurückschrauben mussten, um ihre Felder länger und nachhaltiger nutzen zu können. Im August 1990 kam Saddam Hussein dazwischen und marschierte in Kuwait ein, worauf ein Embargo für Ölexporte aus dem Irak und Kuwait verhängt wurde. Alle anderen Länder wurden angewiesen, den letzten Tropfen Öl zu fördern, um den Markt stabil zu halten. Saudi-Arabien erhöhte von 5 auf 8 Millionen Fass und geriet wieder in die alten Probleme der Überproduktion, durfte dies aber als grösstes Förderland nicht zugeben.
- Wie gross ist die Gefahr, dass Saudi-Arabien derzeit zu viel Wasser in die Ölfelder pumpt und letztlich die Felder schneller erschöpft als nötig?
Die Folgen dieser Überproduktion sind so düster, dass alle involvierten Parteien noch einmal tief Luft holen und die Produktion rasch eindämmen sollten. Die Saudis halluzinieren, wenn sie meinen, dass ihre Reserven nicht desto schneller schwinden, je aggressiver sie sie ausbeuten. Sie träumen, wenn sie behaupten, über die nächsten 50 Jahre 15 Millionen Fass pro Tag liefern zu können.
Vokabeln
übersteigen (s) vt - преодолевать; превышать, превосходить
eintreten (s) vi - зд.: наступать, происходить
Engpäss m, (-pässe) - узкое место; дефицит, нехватка; недостаток
einbrechen - наступать (о каком-л. периоде)
einbeziehen vt – включать, приобщать, вовлекать
verwöhnt sein - быть избалованным
abbaubar - пригодный для добычи
schwefelhaltig - содержащий серу
Ölsand m, - нефтеносный песок, нефтяной песмок
abbilden vt – представлять, отображать, воспроизводить, репродуцировать
Anlage e, -en - установка, оборудование
überlasten vt - перегружать, нагружать сверх нормы
Raffinerie f, -en - нефтеперерабатывающий завод
gemessen an Dat. - по сравнению с чем-л.
zumuten j-m Dat. – считать кого-л. на что-л. способным
zwangsläufig - принудительный, неизбежный
mittelmässig – посредственный, заурядный, недостаточный
im Schnitt - в среднем
durchschauen vt - видеть насквозь (кого-л.); разгадывать; распознавать (чьи-л. намерения и т. п.); раскусить (кого-л.)
effizient - эффективный
überholen – обгонять, перегонять, опережать; ремонтировать
gravierend - существенный, весомый
fördern vt – способствовать, содействовать; ускорять
Vernebelung f, - затуманивание
ausbeuten vt – эксплуатировать, угнетать; разрабатывать
verstaatlichen - национализировать
ausweiten vt – расширять, увеличивать, распространять; и расширяться, увеличиваться, распространяться
zurückschrauben vt - сокращать, уменьшать, ослаблять
ein Embargo verhängen – ввести эмбарго
angewiesen sein auf etw. - быть вынужденным обходиться (чем-л.); не иметь другой возможности (кроме чего-л.); быть зависимым (от кого-л., от чего-л.)
Überproduktion f, - - перепроизводство
involvierеn vt - заключать в себе; включать в себя; содержать в себе; повлечь за собой
eindämmen vt – ограничивать, сдерживать; локализовать
- Ihre Kritiker sagen, Sie seien ein Technokrat und als Investmentbanker an spekulativen Preisen interessiert.
Vor zehn Wochen wussten noch weniger als 50 Leute von meinen Aussagen. Heute sind bereits Tausende Bücher im Umlauf. Das Echo der spezialisierten Ingenieure und Geologen ist riesig. Meine Kritiker sind nicht nur die Saudis. Sie behaupten, es sei stupid, die künftige Versorgung auf der Grundlage von technischen Studien abzuschätzen. Und überhaupt sähe ich nur die Probleme, nicht aber die Chancen der Branche. Das ist Unsinn. Ich habe als erster die über 200 Studien der Aramco-Ingenieure im Detail analysiert und bin mir vorgekommen wie ein Arzt, der eine Leiche seziert. Die Papiere belegen, dass die Saudis in den 90er Jahren noch und noch zu optimistisch waren und nicht die Förderquote erreichten, die sie vorausgesagt hatten.
- Die Geschichte zeigt, dass die Wahrheit oft jene Insider am meisten überrascht, die in einem Unternehmen oder in einem Land selber die Geheimniskrämerei ermöglicht haben. Trifft dies angesichts der engen Verbindung zu den Saudis auch für die US-Regierung zu?
Nicht nur, die ganze Welt träumt. Die Internationale Energieagentur etwa glaubt noch an Prognosen, wonach im Mittleren Osten im Jahr 2030 rund 50 Millionen Fass gefördert werden. Diese Behauptung braucht sie aber, um auf dem Papier die steigende Nachfrage zu decken. Wer glaubt, dass 50 Millionen Fass möglich sind, muss auch annehmen, dass Saudi-Arabien dann 25 bis 30 Millionen fördern wird.
- Wenn die Lage so düster ist, warum hören wir aus dem Weißen Haus nicht klarere Worte und sehen keine entschiedenen Taten für eine neue Energiepolitik?
Ich weiss, dass das Problem die Berater des Präsidenten stark beunruhigt. Ein befreundeter Abgeordneter hat kürzlich eine halbe Stunde mit dem Präsidenten über die bevorstehende Verknappung gesprochen. Und wissen Sie was? Der Präsident hat zugegeben, dass man diesem Problem bisher zu wenig Beachtung geschenkt habe. Man darf nicht vergessen, dass von allen Seiten stets behauptet wird, Saudi-Arabien stelle kein Problem dar. Der Präsident hat versprochen, dieses Problem ernsthaft studieren zu lassen.
- Es scheint mir doch erstaunlich, dass sich die US-Regierung erst jetzt mit der Frage der Erdölverknappung befasst.
Ich vergleiche die Lage mit dem Kalten Krieg, der immerhin 50 Jahre gedauert hat. Damals konnte man nach Moskau reisen und sich selber umsehen. Die Transparenz war eigentlich grösser als in den heutigen Erdölmärkten. Und trotzdem hat man den Behauptungen der Sowjetunion geglaubt, sie seien die grösste Wirtschaftsmacht der Welt und sie würden die Amerikaner in den Boden stampfen. (lacht) Die Energiespezialisten in der Regierung Bush werden praktisch wöchentlich von Experten des American Petroleum Institute oder von Exxon besucht, die ihnen vormachen, die Ölproduktion sei kein Problem und der Preis werde wieder zusammenbrechen. Sie behaupten auch, dass Kanada gleich viele Reserven hat wie Saudi-Arabien. Nur handelt es sich um Bitumen, der nicht gleich genutzt werden kann wie Öl. Es wird viel Mist herumgeboten, und niemand hat die Übersicht. Deshalb ist es so schwer, Meinungen zu ändern.
- Präsident Bush hat am G8-Gipfel behauptet, eine nachhaltige, den Klimawandel einbeziehende Energiepolitik würde die amerikanische Wirtschaft zerstören. Wie erklären Sie den Widerspruch zwischen solchen Aussagen und der nahenden Verknappung der Ölreserven?
Ich weiß, dass unter den Topberatern des Präsidenten eine unglaubliche Frustration herrscht. Sie sind frustriert, weil ihnen bisher jeder Versuch, die Energiepolitik zu ändern, ein blaues Auge eingetragen hat. Die öffentliche Meinung ist extrem negativ. Ich muss dem Präsidenten zugute halten, dass er nicht aufgibt. Es wäre das leichteste in der Welt gewesen, die Förderung in Naturschutzgebiet des nördlichen Alaska aufzugeben. Nicht dass diese Vorhaben ein Patentrezept wäre, aber darauf zu verzichten, vergrößert nur den Engpass. Kurz nach dem Amtsantritt hat er auch entschieden, die Nuklearoption wieder hervorzunehmen, nachdem sich eine Erdgasverknappung abzeichnete. Der Widerstand war enorm. Bevor wir überhaupt vernünftig diskutieren konnten, haben wir uns in einer erbitterten Debatte um ein Endlager in Nevada verheddert. Obwohl er nur mit einer Differenz von vier Stimmen gewählt und die fünf Stimmen in Nevada aufs Spiel setzte, trieb der Präsident die Nuklearoption voran. Das zeigt, wie ernsthaft wir eine neue Energiepolitik anstrebten.
- Allerdings fehlt eine Komponente, nämlich das Energiesparen. Ist den Amerikanern eine Änderung ihres exzessiven Konsums nicht zuzumuten?
Es ist ganz einfach. Sobald das Angebot nicht mehr wächst, kann auch die Nachfrage nicht mehr wachsen. Wir alle müssen unseren Energieverbrauch überdenken und ändern. 70 Prozent des Öls wird weltweit im Strassenverkehr verbraucht, somit muss der Energiekrieg an der Transportfront geführt werden. Nicht funktionieren werden Verbrauchsstandards. Es dauert viel zu lange, bis die Autoflotte umgestellt ist. Dagegen müssen wir sofort Lastwagen von den Autobahnen wegnehmen und die Gütertransporte auf die weit effizientere Schiene und das Wasser verlagern. Das wird die Verkehrstaus abbauen, unsere größten Hindernisse, den Benzinverbrauch zu senken.
- Sie gehören zu den sogenannten Öl-Pessimisten und sprechen von einem nahenden Oil-Peak. Professor Ken Deffeyes behauptet, die weltweite Produktionsspitze werde bereits am kommenden Thanksgiving-Tag erreicht. Ist dies nicht Panikmache?
Ken will nur provozieren. Nur gibt es für 95 Prozent der Reserven keine unabhängige, verlässliche Nachprüfung. Ich vermute stark, dass Saudi-Arabien nur 30 Prozent der ausgewiesenen Reserven im Boden hat und in der Realität sogar nur noch 15 Prozent vorhanden sind, weil sie die Felder jetzt derart intensiv auspumpen. Man muss somit den Oil Peak neu definieren. Entscheidend wäre nicht mehr ein Stichdatum, sondern eine Periode von fünf bis zehn Jahren, in der ausreichend und stabil Öl gefördert werden kann. Gemessen an dieser Vorgabe, ist es sehr wahrscheinlich, dass Saudi-Arabien den Gipfel der Förderung überschritten hat. Stimmt meine Annahme, so hat damit auch die Welt den Höhepunkt der Ölproduktion bereits hinter sich.
- Was ist mit Russland? Die unerschlossenen Reserven sollen gewaltig sein und könnten nach Meinung von Geologen die Versorgungslücke decken.
Wenn sie die Rosabrille abnehmen, sehen Sie, dass die bemerkenswerte Steigerung in Russland nur eine Folge der Rubelabwertung war. Dies erlaubte, eine große Menge von vermeintlich billigem Öl zu fördern. Jetzt meldet sich die Realität zurück, und die Produktion sinkt. Mexiko ist am Rand eines Förderkollapses, China ebenfalls. Die Produktion in der Nordsee ist 25 Prozent tiefer als auf dem Höhepunkt 1999. Die Förderung in der Tiefsee wird dieses Jahr den Gipfel erreichen und sinken. Kurz: Es gibt absolut keine Hinweise dafür, dass die Welt einen Rückgang der Förderung in Saudi-Arabien auch nur um 15 Prozent ausgleichen könnte.
Vokabeln
belegen vt – обосновать документально, подсвердить
Verknappung f, - - нехватка, дефицит; уменьшение
in den Boden stampfen – втоптать в землю
zusammenbrechen - разваливаться, разрушаться
Bitumen Pl - битумы (углеводородные соединения, образующиеся при разложении органических остатков)
sich abzeichnen - намечаться, вырисовываться
exzessiv - черезмерный
Stichdatum n, -s, -en - указанная дата, срок
Vorgabe f, - -en – заданное время, срок
erschließen vt - обнаруживать, осваивать, разведывать (месторождение)
Abwertung f, - - понижение курса, девальвация
2. Die Macht des Öls
Seit jeher starren Ökonomen auf den Ölpreis wie Mäuse auf die Schlange. Das hat historische Gründe. Der Ölpreisschock der 70er-Jahre zum Beispiel löste eine Wirtschaftskrise aus. Öl gilt nach wie vor als Schmiermittel der Wirtschaft, und so verwundert es nicht, dass das hohe Niveau des Ölpreises und mögliche weitere Steigerungen von vielen besorgt beobachtet werden. Andere bleiben gelassen – sie profitieren davon, dass Öl als Rohstoff preislich zulegt: Neben der Ölindustrie sind es vor allem die Anleger, die auf den Energiesektor setzen.
Sie haben gute Chancen, weiterhin am Trend zu verdienen. Kurzfristig schwankt wohl der Ölpreis. Nach drastischen Sprüngen in 2005 und im Januar setzte im Februar ein Abwärtstrend ein. Dem widersprechen Prognosen, die den Ölpreis auf immer neue Rekordmarken klettern sehen. Doch auf lange Sicht löst sich der Widerspruch nach Ansicht strategisch orientierter Marktbeobachter auf. Zum einen schwankt der Preis auf derzeit hohem Niveau. Allein im vergangenen Jahr sind die Ölpreise durchschnittlich um 37 Prozent gestiegen. Zum andern sprechen nach Expertenmeinung einige Faktoren gegen langfristig sinkende Notierungen. Beobachter sehen dafür aktuelle politische wie auch strukturelle Gründe.
Zurzeit wirkt der Atomstreit mit dem Iran als meistkommentierter Preistreiber-Kandidat. Das Land ist nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Produzent der OPEC (Organisation Erdöl exportierender Staaten) und viertgrößter Rohölexporteur der Welt. Sollte der Iran in Folge der Auseinandersetzungen um sein Atomprogramm die Öllieferungen drosseln, würden die Preise weltweit weiter nach oben schnellen, selbst wenn Europa und die USA die Ausfälle anderweitig ausgleichen könnten. Denn mittel - und langfristig übersteigt die globale Nachfrage das Angebot.
Damit nicht genug – kurzfristig sorgen auch andere Krisen und Spannungen für Unruhe auf den Energiemärkten. Der Irak, ein weiteres bedeutendes Lieferland, ist mehr oder weniger ausgefallen. Seit Mai 2000 ist dort die Ölförderung um fast zwei Drittel eingebrochen, und die Erholung läuft nur zögerlich. Politische Unruhe in Nigeria verursachten Liefer - und Exportausfälle, auch in Venezuela stagniert derzeit die Produktion aus politischen Gründen. Die Hurrikans im vergangenen Jahr haben Schäden an den Ölförderanlagen im Golf von Mexiko angerichtet, die noch immer die Arbeit behindern.
Langfristige Strukturprobleme
Zu diesen aktuellen Problemen auf der Angebotsseite kommen längerfristig bremsend wirkende Faktoren. Nicht nur die Ölfelder Europas gelten als ausgereizt. „Von den 65 Ölförderländern haben 54 ihr Maximum bereits überschritten“, sagte der Energieexperte Fritz Vahrenholt, früherer Vorstand bei Shell und zuvor Hamburger Umweltsenator der Wirtschaftswoche, „von drei Barrel verbrauchten Öls stammt nur einer aus neu entdeckten Ölfeldern“. Vahrenholts Prognose: „In zehn Jahren ist das Maximum der Ölförderung erreicht“, was „exorbitante Preissteigerungen“ zur Folge habe.
Doch selbst die vorhandenen Ressourcen können trotz steigender Nachfrage nur mühsam stärker ausgereizt werden, da die Investitionen in den vergangenen Jahrzehnten hinter den Erfordernissen zurückblieben. Die Ursache sehen Experten in den lange Zeit vergleichbar niedrig notierenden Ölpreisen, die Investitionen kaum rentierlich erscheinen ließen. So wurden seit 30 Jahren in den Industrieländern keine neuen Raffinerien gebaut. Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris, sieht die Investitionslücke vor allem in den größten Öl produzierenden Ländern im arabischen Raum und in Russland. Dort müssten pro Jahr 20 bis 23 Milliarden US-Dollar investiert werden, um die Öllieferung in den nächsten Jahrzehnten in vollem Umfang aufrechterhalten zu können, sagte Birol dem Handelsblatt. Tatsächlich würden aber nur 15 Milliarden Euro investiert. Auch Ölkonzerne wie Shell und Total investierten 20 Prozent weniger als nötig.
Die Nachfrageseite wirkt kurz - und langfristig ebenfalls preistreibend. Schwellenländer, allen voran China und Indien, haben einen riesigen und weiter wachsenden Energiehunger. „Allein ein Drittel des weltweiten Nachfragewachstums der letzten Jahre geht auf China zurück, das andererseits erst acht Prozent der Energie weltweit verbraucht“, sagen die Marktexperten von Merrill Lynch, und weiter: „Ein Nachlassen des chinesischen Öldurstes ist angesichts des stabilen Wachstums im Reich der Mitte nicht zu erwarten, und mit der aufstrebenden Wirtschaftsnation Indien steht der nächste Großverbraucher schon bereit.“
Ob der Ölpreis nun immer weitere Rekordmarken und womöglich sein Hoch von 1980 (über 90 Dollar) anstrebt oder ob er sich zumindest mittelfristig doch wieder auf ein Level von 50 Dollar einpendelt, wie es das amerikanische Energieministerium hofft, mag den Sehern der Branche überlassen bleiben. Wie anfällig die Märkte sind, zeigt jede Krise mit ihren drastischen Preisreaktionen. Und die langfristig orientierten Prognosen der Marktstrategen weisen immer wieder auf die genannten Zusammenhänge hin: Auf Dauer wird das Ölangebot knapper, die Nachfrage steigt.
Die Folgen für die Energiebranche
Dieser Herausforderung stellt sich die Energiebranche insgesamt, nicht nur die Ölindustrie. Hohe Ölpreise machen andere Energieträger – von den erneuerbaren Energien bis zur Atomkraft – interessanter. Ölförderer, verarbeitende Industrie, Unternehmen der Solarbranche und nicht zuletzt die großen Konzerne wie BP, Royal Dutch Shell oder Total profitieren von der Dynamik. Der US-Energiekonzern Exxon-Mobil meldete kürzlich den höchsten einzelnen Unternehmensgewinn in der modernen Wirtschaftsgeschichte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Überschuss um 43 Prozent auf 36,1 Milliarden Dollar gestiegen. Der Energiekonzern BP hat seinen Anteilseignern Dividenden von bis zu 65 Milliarden Dollar für die Jahre bis 2008 in Aussicht gestellt.
Auch Total meldete kürzlich einen Rekord: den mit Abstand größten Gewinn eines französischen Unternehmens überhaupt. 12,3 Milliarden Euro hat der viertgrößte Ölkonzern der Welt 2005 verdient. Das waren 13 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Eigenkapitalrendite stieg auf 35 Prozent. Ähnlich der Energiemulti Royal Dutch Shell: Er hat im vergangenen Jahr den höchsten Jahresgewinn der britischen Wirtschaftsgeschichte erzielt.
Für Anleger lohnt sich daher ein intensiver, aber auch kritischer Blick auf die Energiebranche. Fraglich ist, ob die Ölmultis auch künftig für solche Rekorde gut sind. Die Ölproduktion wird immer teurer. An erneuerbare Energien wagen sich die Konzerne bislang nur zögerlich. Aber insgesamt wird sich die Dynamik in der Energiebranche eher verstärken.
Die Aktienstrategen von Merrill Lynch sehen Ertragschancen vor allem in Unternehmen, die schwerpunktmäßig auf dem Sektor der Erforschung und Erschließung von Energiequellen bzw. der Energieerzeugung und - versorgung tätig sind. Ebenfalls im Fokus der Experten: Gesellschaften, die neue Technologien zur Erschließung von Energiequellen und zur Energiegewinnung entwickeln. „Aktien aus dem Energiesektor bieten aber nicht nur ein hohes Wertsteigerungspotenzial, sondern sie sorgen auch für einen gewissen Inflationsschutz“, heißt es in einer Mitteilung des Hauses, denn nicht nachwachsende Rohstoffe wie Öl und Kohle seien nur begrenzt vorhanden und müssten mit hohem Aufwand gefördert werden. Dies bedeute, dass sie im Gegensatz zum „unbegrenzt produzierbaren Papiergeld“ in Zeiten hoher Inflation eine große Wertstabilität aufweisen würden.
Vokabeln
auslösen vt - приводить в действие; вызывать; послужить причиной (чего-л.)
einsetzen vt - применять, использовать
Abwärtstrend m, -s, -s – тенденция к снижению (Aufwärts-)
auf lange Sicht - на длительную перспективу
Notierung f, -, -en - котировка
Ausfall m, -s, -fälle - потеря, нгедостача
anderweitig – по-иному, по-другому
übersteigen vt - превышать, превосходить
stagnieren - находиться в состоянии застоя,´стагнации
Schaden m, -s, -Schäden - ущерб
anrichten vt - причинять (ущерб)
entdecken vt - обнаруживать
exorbitant – огромный, черезмерный
zurückbleiben hinter etw. Dat. - отставать от кого-л.
aufrechterhalten vt – сохранять, обеспечивать, поддерживать
nachlassen vt - ослабевать, уменьшаться
einpendeln vi - стабилизироваться
überlassen vt - предоставлять, доверять
anfällig - предрасположенный, подверженный, уязвимый
hinweisen auf Akk. - указывать, обращать внимание, ссылаться
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