Entsprechend den internationalen Standards sind in Kasachstan vier Bildungsstufen festgelegt:
- vorschulische Erziehung und Bildung;
- Mittelschulbildung;
- Hochschulbildung;
- Weiterbildung nach dem Hochschulabschluss.
Schulen
Staatliche Schulen vermitteln die Grundschulbildung (Klassen 1 bis 4), die grundlegende Allgemeinbildung (Klassen 5 bis 9) und allgemeine Mittelschulbildung (Klassen 10 bis 11).
Neben der überwiegenden Mehrheit der staatlichen Schulen existieren 180 Privatschulen und 99 Sonderschulen.
Die Unterrichtssprache ist: Kasachisch, Russisch, Usbekisch, Ujgurisch, Tadshikisch, Ukrainisch.
Die Finanzierung der staatlichen Schulen und Hochschulen sowie die Vergütung der Lehrer geschieht aus dem Staatshaushalt und lässt zu wünschen übrig.
Der Schulbesuch ist in Kasachstan obligatorisch und in den staatlichen Einrichtungen kostenlos. Die Kinder werden mit 3 Jahren auf Wunsch der Eltern in staatlichen oder privaten Kindergärten aufgenommen, wo sie auch auf die Grundschule vorbereitet werden, die sie 4 Jahre lang besuchen werden. Die Mittelschulbildung ist Pflicht. Nach der 9. Klasse bekommen die Schüler ein Abschlusszeugnis, danach können sie eine Berufsausbildung beginnen oder weiterlernen. Im Regelfall durchlaufen die Schüler die 11- klassige allgemeinbildende Mittelschule, um nach deren Abschluss die Aufnahmeprüfungen an einer Universität ablegen zu können.
4.2 Interview mit der Vizedirektorin der Privatschule von Shanija Aubakirowa in Almaty, N. Parschukowa.
(Quelle:Kasachstan in Sicht. S7.)
Neben den staatlichen Schulen sind in den letzten Jahren auch Privatschulen gegründet worden. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine private Schule zu gründen?
Wir wollten vor allem bessere Bedingungen für das Lernen und die Entwicklung der Kinder schaffen, damit jedes Kind, das in unsere Schule kommt, individuell behandelt wird. In der staatlichen Schule ist dies kaum möglich. Da lernen ca. 1.500-3.000 Schüler, bei uns ca.180-200. Ein Ziel war auch, neue gut bezahlte Arbeitsplätze für die Lehrer zu schaffen. Kreative Lehrkräfte finden die Arbeit an unserer Schule attraktiv.
Wodurch unterscheidet sich Ihre Schule von einer staatlichen?
In unserer Schule herrscht eine kreative Atmosphäre, was für die Kinder sehr wichtig ist. Sie haben keine Angst vor dem Lernen, vor den Noten und vor den Lehrern. Die Verhältnisse sind demokratisch, eine autoritäre Pädagogik gibt es bei uns nicht. Ausserdem befinden sich die Kinder den ganzen Tag in der Schule unter Aufsicht von Lehrern und Erziehern. Nach dem Unterricht entwickeln unsere Schüler ihre Freizeitaktivitäten, wie: Musik, Tanzen, Schwimmen, Tennis, Volleyball u. a. Auch die Fremdsprachen, Englisch, Deutsch und Französisch, werden unterrichtet. Die deutschlernende Schülergruppe ist übrigens mit Unterstützung der Kollegen der pädagogischen Verbindungsarbeit des Goethe–Instituts entstanden, sie haben uns unentgeltlich Lehrmittel zur Verfügung gestellt und helfen uns ständig mit Rat und Tat. Unsere Schule hat einen Schulbus, der die Kinder in die Schule und wieder nach Hause bringt.
Wie finden die Kinder ihre Schule?
Das Lernen und das Leben in der Schule macht den Kindern wirklich Spaβ. Die Stimmung ist freundlich. Niemand wird ausgelacht, verachtet oder verspottet. Man fühlt sich wohl und hat immer Lust, in die Schule zu kommen. Ohne erfahrene und hoch qualifizierte Lehrer wäre das natürlich unmöglich. Bei den Lehrern ist auch Kreativität und Mobilität gefragt.
4.3 Berufliche Bildung
(Quelle: Kasachstan in Sicht. S10.)
Immer mehr Schulabgänger entscheiden sich für die berufliche Ausbildung, weil praktisch orientierte Berufe stärker gefragt sind. Im Schuljahr 1998/1999 befanden sich mehr als 235.000 junge Menschen in der Ausbildung.
Die grundlegende und mittlere Berufsbildung erlangt man in den Berufsschulen, Berufslyzeen und Colleges auf der Basis der allgemeinen Hauptschulbildung. Es werden Fachleute in etwa 300 anerkannten Ausbildungsberufen ausgebildet.
Die Ausbildung in der Berufsschule dauert 2-3 Jahre, im Berufslyzeum und College 3 Jahre, in besonders komplizierten Berufen bis zu 4 Jahren. Sie besteht aus zwei Teilen: der Ausbildung im Betrieb und dem theoretischen Unterricht in der Lehranstalt, wo neben den fachtheoretischen Kenntnissen auch allgemein bildendes Wissen vermittelt wird.
Nach Abschluss der mittleren Berufsbilung bekommen die Absolventen ein Diplom und können dann in der Produktion arbeiten oder sich selbständig machen. Da sie gleichzeitig noch die Hochschulreife erlangen, besteht die Möglichkeit, sich um einen Studienplatz an einer Hochschule zu bewerben.
Das kasachstanisch-deutsche Projekt zur «Förderung der Berufsbildung in Kasachstan» () wurde an drei Standorten realisiert: im Berufslyzeum Nr.1 Almaty, im Business-College Pawlodar und im Berufslyzeum Nr.1 Kokschetau. Das angestrebte Ziel dieser drei Pilotprojekte war, experimentelle Ausbildungsberufe einzuführen und neue Formen der Ausbildung in Kooperation mit Unternehmen zu erproben. Die in diesem Projekte gemachten positiven Erfahrungen werden bei der Reformierung des Bildungssystems der Republik genutzt.
4.4 Die Hochschulen
(Quelle: Kasachstan in Sicht. S11.)
Die Hochschularten sind: Universitäten, Akademien, Institute und ihnen gleichgestellte Bildungseinrichtungen (Konservatorien, Hochschulen). Das Stidium dauert in der Regel 4 bis 6 Jahre, in einigen medizinischen Studiengängen bis zu 7 Jahren. Es wird mit einer Diplom-, Staats - oder Magisterprüfung abgeschlossen.
Sie ist zweiteilig:
1) die Basishochschulbildung (das Bakkalaureat mit der Verleihung des akademischen Grades “Bakkalaureus”) und die wissenschaftlich-pädagogische Hochschulbildung mit Verleihung des akademischen Grades “Magister”;
2) die Fachhochschulbildung mit Verleihung der entsprechenden Qualifikation “Fachmann mit Fachhochschulbildung”.
Neben dem Direktstudium besteht auch die Möglichkeit abends oder per Fernstudium zu studieren. Im Jahr 1998/99 waren 2.600 Studenten für ein Abendstudium eingeschrieben, 114.400 für ein Fernstudium. (Zum Vergleich: die Gesamtzahl aller Studierenden im genannten Jahr betrug 318.800).
In Kasachstan bildet sich allmählich eine neue Struktur der Hochschulbildung heraus: die nicht – staatliche, alternative Hochschulbildung, was dem internationalen Trend in der Entwicklung der Bildung entspricht. Im Studienjahr 1998/99 gab es in Kasachstan insgesamt 144 Hochschulen, 88 davon nicht staatliche.
4.5 Freizeit der Studenten
(Quelle: Kasachstan in Sicht. S14.)
Damit das Studentenleben nicht nur aus Unterricht und Hausaufgaben besteht, gibt es an unserer Uni verschiedene Veranstaltungen, wo Studenten ihre Talente zeigen und sich ausdrücken können. Das sind zum Beispiel Wettbewerbe zwischen den Studenten verschidener Fakultäten im Tanzen, Singen, Witzemachen, Schauspiel, solche wie «Talente der Studenten des ersten Studienjahres», «Der Studentenfrühling». Während solcher Wettbewerbe wächst das Gefühl der Zugehörigkeit zur eigenen Fakultät.
Jährlich finden auch Partys für Studenten des fünften Studienjahres statt, die sich von der Uni verabschieden. An unserer Fakultät für Fremdsprachen feiert man jedes Weihnachten. Dieses Jahr war unsere Gruppe für das Fest verantwortlich und unsere Ziel war es, den Zuschauern Freude zu bereiten und ihre Stimmung zu erhöhen. Aber Spaß haben vor allem wir gehabt, bei der Vorbereitung und nach dem Fest, als wir uns über unsere Eindrücke auszutauschen und Lob bekommen.
Solche Maßnahmen sind nützlich, weil man dabei über die Kultur und Bräuche der deutschsprachigen Länder viel Neues erfahren kann. Außerdem bringen sie Abwechslung ins Studentenleben und machen es attraktiv.
4.6 Schulausbildung
(Quelle: Tatsachen über Deutschland S.122)
Gute Startchancen für alle sind eine wesentliche Voraussetzung für Bildung und Leistung. In Deutschland gilt für alle Kinder eine neunjährige Schulpflicht. Der Besuch öffentlicher Schulen ist kostenfrei. In der Regel besuchen die Kinder mit sechs Jahren für vier Jahre die Grundschule.
Anschließend gibt es unterschiedliche weiterführende Schulen: Hauptschule, Realschule, Gymnasium. Sie unterscheiden sich in den Leistungsanforderungen und in der Gewichtung von Praxis und Theorie.
Daneben gibt es Gesamtschulen, an denen Schulpflichtige aller Leistungsgruppen parallel unterrichtet werden. Ein Wechsel zwischen den verschiedenen Gruppen (Schulformen) ist dort leicht möglich.
Die Hauptschule umfasst die 5.bis 9. Klasse als Pflichtunterricht, das 10. Schuljahr ist freiwillig. Die Realschule steht zwischen Hauptschule und Gymnasium, umfasst die Klassen 5.bis 10 und führt zur „Mittleren Reife“. Das Gymnasium vermittelt eine vertifte allgemeine Bildung. Es endet je nach Bundesland nach zwölf oder 13 Schuljahren mit der Allgemeinen Hochschulreife.
4.7. Chancengleichheit
(Quelle: Themen 3 S.49)
Jedes Mädchen und jeder Junge soll unabhängig vom Wohnort, von Beruf, Einkommen und Bildungsabschluß der Eltern im Bildungswesen die gleichen Chancen haben. Arbeiterkinder sind nicht dümmer als andere; sie sind aber oft dümmer dran, weil z. B. Vater und Mutter ihrem Kind bei den Hausaufgaben nicht so leicht helfen können.
Noch immer sind große Gruppen der Bevölkerung in den „höheren“ Bildungsgängen stark unterdurchschnittlich vertreten. Chancengleichheit ist so lange nicht verwirklicht, so lange in unserem Bildungswesen der Grundsatz „Fördern statt Auslesen“ nicht selbstverständlich geworden ist. Es ist wichtig, Sozialbarrieren im Schulsystem abzubauen, aber Chancengleichheit bedeutet zum Beispiel auch:
- daß es keine Familientragödie mehr sein darf, wenn ein Akademikerkind statt des Abiturs „nur“ eine handwerkliche Ausbildung macht;
- daß Mädchen in gleicher Weise wie Jungen zur Gestaltung ihres zukünftigen Lebens in Familie, Beruf und öffentlichem Bereich befähigt werden;
- daß Erwachsene ein Leben lang die Möglichkeit erhalten, das, was sie als Kinder und Jugendliche schulisch versäumt haben, durch
Weiterbildung nachzuholen und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Vieles hat sich schon verbessert:
- Früher gingen nur wenige Kinder in den Kindergarten. Heute gibt es für fast Fünfjährigen einen Kindergartenplatz.
- Den Übergang von der Grundschule in Realschule oder Gymnasium schaffen heute mehr Kinder als früher. Die soziale Zusammensetzung der Schüler an den Realschulen entspricht sogar schon der Sozialstruktur in der Gesellschaft als ganzem.
4.8 Demokratie in der Schule
Ein Interview aus der Schülerzeitschrift „treff“
(Quelle: Themen 3 S.50)
„treff“: Warum macht ihr bei der Schülervertretung mit?
Carola: Mich hat gestört, daß einige Klassensprecher und einzelne Schüler so ohne Interesse waren, deshalb wollte ich mich einmal selber um Rechte und Pflichten der SV kümmern.
Thomas: Ich habe Interesse bekommen, als ich gesehen habe, was eine SV so alles machen kann.
„treff“: Was macht eure SV?
Detlef: Unser Aufgabe besteht darin, schulinterne Dinge zu ordnen und zu organisieren. Zum Beispiel Arbeitsgemeinshaften, wie unsere Schülerzeitung, Schüleraustausch, Feten. Wir bemühen uns auch um bessere Kontakte zu den Elternvertretern und um bessere Zusammenarbeit mit dem Landesschülerrat.
Thomas: Es gab eine Menge zu regeln, wie schulfreier Samstag, Raucherhäuschen, Mitspracherecht und so weiter.
Carola: Wir haben einen Briefkasten vor unserem SV-Zimmer, hier können Schüler ihre Probleme oder Fragen aufschreiben und reinstecken.
„treff“: Wie sind SV-Arbeit und Schularbeiten zu schaffen?
Detlef: Die Einarbeitungszeit war nicht so einfach, aber jetzt komme mit der Arbeit gut hin. Für die SV arbeiten wir aber auch in unserer Freizeit.
Thomas: Die Lehrer haben für unsere Arbeitsbelastung Verständnis. Probleme können wir jederzeit mit unserem Schulleiter besprechen.
„treff“: Wie ist euer Verhältnis zu den Lehrern?
Carola: Im großen und ganzen gut.
Thomas: Unser Schulleiter und unsere Vertrauenslehrer informieren uns über unsere Rechte...
Detlef: …und sie geben uns Hilfestellung beim Aufbau der SV.
„treff“:Wie ist das Interesse der Schüler an der SV-Arbet?
Detlef: Die jungeren Klassen sind daran weniger interessiert, aber ab 7. Klasse ist die Beteiligung gut.
Carola: Mich sprechen viele Mädchen direkt an und fragen dieses oder jenes.
„treff“: Wie stehen die Lehrer zur SV?
Wolfgang: Ich finde, daß Schülervertretungen wichtig sind, und ich unterstütze die SV. Man muß den Schülern helfen, mit der Arbeitsbelastung umzugehen, damit nicht aus Überlastung Unzufriedenheit erwächst.
Bernd: Die SV stößt bei den Lehrern kaum auf Schwierigkeiten. Es ist wichtig, daß die Schüler, die ja gezwungenermaßen zur Schule gehen, in die Verantwortung für ihren Schulaltag einbezogen werden.
4.9 Studienland Deutschland
(Quelle: Tatsachen über Deutschland S.120-121)
In Deutschland besuchen zurzeit rund 1,98 Millionen Studierende eine Hochschule, davon 946 600 Frauen (48 Prozent). Es gibt 383 Hochschulen, davon 103 Universitäten und 176 Fachhochschulen. Die staatlichen Hochschulen sind Einrichtungen der Länder. Deutschland gehört-zusammen mit den USA und Groβbritannien – international zu den beliebtesten Studienländern. Wichtige Studienabschlüsse:
Bachelor;
Master;
Diplom;
Magister;
Staatsexamen;
Promotion.
Reformen für den internationalen Wettbewerb
Die Globalisierung stellt auch die deutsche Wissenschafts-und Hochschullandschaft vor neue Herausforderungen. Mit einer Reihe von Reformen haben Politik und Hochschulen die Initiative ergriffen, um das Hochschulsystem den neuen internationalen Anforderungen anzupassen. Diese Neuerungen sind dabei, die akademische Landschaft in Deutschland grundlegend umzugestalten. Ob die Umstellung auf gestufte Studienabschlüsse wie Bachelor und Master oder die Zulassung von Studiengebühren und Auswahltests, ob das Aufkommen privater akademischer Bildungsangebote oder die verstärkte strategische Partnerschaft von Hochschulen und auβeruniversitären Instituten: Kaum ein Bereich der Gesellschaft ist zurzeit so groβen Veränderungen ausgesetzt wie das Bildungssystem.
Ziel der Reformen ist es, Forschung und Lehre im schärfer werdenden internationalen Wettbewerb zu stärken und die Führungsposition wiederzuerlangen. Veränderte Hochschulgesetze geben den Universitäten mehr Gestaltungsspielraum, etablierte Professoren werden stärker nach Leistung bezahlt. Die Universitäten mit den groβen Namen versuchen ihr Profil zu schärfen, zusätzlich heizen verschiedene Rankings über die Qualität und Beliebtheit der Hochschulen den Wettbewerb an.
Diesem Ziel dient auch die sogenannte Exzellenzinitiative für die deutschen Universitäten. Fünf Jahre lang erhalten die von einer unabhängigen Expertenjury ausgewählten Hochschulen knapp zwei Milliarden Euro. Mit diesem Geld werden Graduiertenschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs, herausragende Zentren in bestimmten Forschungsdisziplinen (Exzellenzcluster) und das Forschungsprofil von neun Spitzenuniversitäten gefördert. Zu dieser „Elite“ gehören die LMU und die TU München, die TU Karlsruhe, die RWTH Aachen sowie die Universitäten Konstanz, Göttingen, Heidelberg, Freiburg und die FU Berlin.
4.10 Hochschulsystem
(Quelle: Tatsachen über Deutschland S.122)
Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich eine Wissenschaftslandschaft, die – verstärkt noch einmal durch die deutsche Wiedervereinigung 1990 – so breit gefächert ist wie niemals zuvor. Wer heute in Deutschland studieren möchte, hat die Wahl zwiaschen 383 Hochschulen, die über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind. Ob in einer Groβstadt oder im Grünen, altehrwürdig oder hochmodern, klein und überschaubar oder groβ und pulsierend: In fast jeder gröβeren deutschen Stadt gibt es eine Hochschule. Allein das Bundesland Nordrhein-Westfalen verfügt über 15 Universitäten und 27 Fach-sowie acht Kunsthochschulen. Viele von ihnen wurden in den sechziger und siebziger Jahren gegründet, der Zeit der groβen Hochschulexpansion. Innerhalb von zwei Jahrzehnten verfünffachte sich damals die Zahl der Studierenden. Besonders die Zahl der Studentinnen wuchs schnell. Mittlerweile haben sie ihre männlichen Kommiltionen zahlenmäβig fast eingeholt.
Heute studieren in Deutschland rund zwei Millionen junge Menschen. Mehr als ein Drittel eines Altersjahrgangs nimmt ein Studium auf – mit steigender Tendenz. Dennoch liegt Deutschland im internationalen Vergleich noch unter dem Durchschnitt. Das liegt zum einen an der relativ niedrigeren Quote von Schülerinnen und Schülern, die mit einer Hochschulberechtigung die Schule verlassen. Zum anderen wählt knapp ein Drittel der Abiturienten eine berufliche Ausbildung im bewährten dualen System. Es bietet für viele Berufe – zum Beispiel bei handwerklich-technischen Tätigkeiten oder in medizinischen Hilfsberufen – eine Ausbildung, die in anderen Ländern ein Studium erfofdert.
Ebenso im Gegensatz zu vielen anderen Nationen spielen private Universitäten nur eine vergleichweise geringe Rolle: 96 Prozent der Studierenden besuchen öffentliche Einrichtungen. Diese arbeiten unter Aufsicht und Steuerung des Staates und stehen prinzipiell allen offen, die mit dem Abitur (oder einem vergleichbaren Zertifikat) die Zugangsberechtigung zum Studium besitzen. Seit den siebziger Jahren wurden neben den staatlichen und den kirchlichen Hochschulen etliche staatlich unabhängige, nicht-konfessionelle Hochschulen gegründet, die sich über Studiengebühren und Spenden finanzieren.
5 Kasachstan. Deutschland. Deutschsprachige Länder. Geographische Lage, Kultur, Staatsaufbau, Sitten und Bräuche, Feiertage.
5.1 Die deutsche Sprache.
(Quelle: Tatsachen ueber Deutschland. Societaets-Verlag, Frankfurt\Main. 1999, S. 8)
Deutsch gehört zur Großgruppe der indogermanischen Sprachen, innerhalb dieser zu den germanischen Sprachen, und ist mit der dänischen, der norwegischen und der schwedischen Sprache, mit dem Niederländischen und Flämischen, aber auch mit dem Englischen verwandt. Die Ausbildung einer gemeinsamen Hochsprache geht auf die Bibelübersetzung durch Martin Luther zurück.
Deutschland ist reich an Mundarten. An Dialekt und Aussprache kann man bei den meisten Deutschen erkennen, aus welcher Gegend sie stammen. Die Mundarten weisen erhebliche Unterschiede auf: Wenn beispielsweise ein Friese oder ein Mecklenburger und ein Bayer sich in ihrer reinen Mundart unterhielten, hätten sie große Schwierigkeiten, einander zu verstehen.
Während der deutschen Teilung hatte sich in den beiden deutschen Staaten überdies ein unterschiedlicher politischer Wortschatz entwickelt; neue Wörter kamen auf, die im jeweils anderen Staat nicht ohne weiteres verstanden Wurden. Gleichwohl war die Gemeinsamkeit der Sprache eine der Klammern, welche die geteilte Nation zusammenhielten.
Außerhalb Deutschlands wird Deutsch als Muttersprache in Österreich, in Liechtenstein, im größten Teil der Schweiz, In Südtirol (Norditalien) und in kleineren Gebieten in Belgien, Frankreich (Elsaß) und Luxemburg entlang der deutschen Grenze gesprochen. Auch die deutschen Minderheiten in Polen, Rumänien und in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion haben die deutsche Sprache zum Teil bewahrt.
Deutsch ist die Muttersprache von mehr als 100 Millionen Menschen. Etwa jedes zehnte Buch, das weltweit erscheint, ist in deutscher Sprache geschrieben. Unter den Sprachen, aus denen übersetzt wird, steht Deutsch nach Englisch und Französisch an dritter Stelle, und Deutsch ist die Sprache, in die am meisten übersetzt wird.
5.2 Die deutschen Länder
(Quelle: Tatsachen ueber Deutschland. Societaets-Verlag, Frankfurt\Main. 1999, S.17 )
Bundesrepublik Deutschland besteht aus 16 Ländern (In Klammern die Hauptstädte): Baden-Württemberg (Stuttgart), Bayern (München), Berlin, Brandenburg (Potsdam), Bremen, Hamburg, Hessen (Wiesbaden), Mecklenburg-Vorpommern (Schwerin), Niedersachsen (Hannover), Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf), Rheinland-Pfalz (Mainz), Saarland (Saarbrücken), Sachsen (Dresden), Sachsen-Anhalt (Magdeburg), Schleswig-Holstein (Kiel) und Thüringen (Erfurt). Berlin, Bremen und Hamburg sind Stadtstaaten.
Deutschland war immer in Länder gegliedert, aber die Landkarte änderte im Laufe der Jahrhunderte häufig ihre Gestalt. Die größten Veränderungen brachten in neuerer Zeit die Napoleonischen Kriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts, der Preußisch-Österreichische Krieg von 1866, der Erste und der Zweite Weltkrieg. Dieser hatte die Teilung Deutschlands und die Auflösung Preußens, des größten deutschen Landes, zur Folge. Die Länder in ihrer heutigen Gestalt sind größtenteils nach 1945 gebildet worden; alte landsmannschaftliche Zusammengehörigkeiten und geschichtliche Grenzziehungen wurden dabei zum Teil berücksichtigt.
Bis zur Vereinigung Deutschlands im Jahre 1990 bestand die Bundesrepublik aus elf Ländern, die in den ehemals westlichen Besatzungszonen gegründet wurden und sich in den Jahren zwischen 1946 und 1957 demokratische Verfassungen gegeben hatten.
Auch in der sowjetischen Besatzungszone wurden auf dem Gebiet der späteren DDR fünf Länder gebildet, die aber bald einer zentralistischen Gebietsverwaltung weichen mußten. Nach der ersten freien Wahl am 18. März 1990 wurde beschlossen, fünf neue Länder zu bilden. Sie erhielten im wesentlichen die Gestalt aus der Zeit vor 1952. Am 3. Oktober 1990 wurde der Beitritt der DDR und damit der Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zur Bundesrepublik vollzogen; Ost-Berlin wurde mit West-Berlin vereinigt.
5.3 Der zweite Weltkrieg und seine Folgen.
(Quelle: Tatsachen ueber Deutschland. Societaets-Verlag, Frankfurt\Main. 1999, S. 107)
Doch Hitler wollte mehr. Er betrieb von Anfang an die Vorbereitung eines Krieges, den er zu führen bereit war, um die Herrschaft über ganz Europa zu erringen. Dies stellte er bereits im März 1939 unter Beweis, als er seine Truppen in die Tschechoslowakei einmarschieren ließ. Am 1. September 1939 entfesselte er mit dem Angriff auf Polen den Zweiten Weltkrieg, der fünfeinhalb Jahre dauerte, weite Teile Europas verwüstete und rund 55 Millionen Menschen das LebenI kostete.
Zunächst besiegten die deutschen Armeen Polen, Dänemark, Norwegen, Holland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Jugoslawien und Griechenland; in der Sowjetunion drangen sie bis kurz vor Moskau vor, und in Nordafrika beidrohten sie den Suez-Kanal. In den eroberten Ländern wurde ein hartes Besatzungsregime errichtet; dagegen erhoben sich Widerstandsbewegungen. 1942 begann das Regime mit der „Endlösung der Judenfrage": Alle Juden, derer man habhaft werden konnte, wurden in Konzentrationslager gebracht und ermordet. Die Cesamtzahl der Opfer wird auf sechs Millionen geschätzt. Das Jahr, in dem dieses unfassbare Verbrechen seinen Anfang nahm, brachte die Wende des Krieges; von nun an gab es Rückschläge auf allen Kriegsschauplätzen.
Der Terror des Regimes und die militärischen Rückschläge stärkten den inneren Widerstand gegen Hitler. Seine Exponenten kamen aus allen Schichten des Volkes. Ein vornehmlich von Offizieren getragener Aufstand am 20. Juli I944 scheiterte. Hitler überlebte ein Bombenattentat in seinem Hauptquartier und nahm blutige Rache. Über viertausend Menschen aller Gesellschaftsschichten, die am Widerstand beteiligt gewesen waren, wurden in den nächsten Monaten hingerichtet. Als herausragende Gestalten des Widerstandes, stellvertretend für alle Opfer, seien hier Generaloberst Ludwig Beck, Oberst Graf Stauffenberg, der ehemalige Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler und der Sozialdemokrat Julius Leber genannt.
Der Krieg ging weiter. Unter riesigen Opfern setzte Hitler den Kampf fort, bis das ganze Reichsgebiet von den Alliierten besetzt war; am 30. April 1945 beging der Diktator Selbstmord. Sein testamentarisch eingesetzter Nachfolger, Großadmiral Dönitz, vollzog acht Tage später die bedingungslose Kapitulation.
5.4 Deutsche Nationalsymbole
(Quelle: Tatsachen ueber Deutschland. Societaets-Verlag, Frankfurt\Main. 1999, S. 37)
Jede Staatsform bedient sich politischer Symbole. Flaggen und Wappen sind Sinnbilder der nationalen Zusammengehörigkeit. Es sind Zeichen der Identifikation mit dem Gemeinwesen, für das sie stellvertretend stehen. Die deutschen Farben Schwarz-Rot-Gold haben einen revolutionären Ursprung. Sie stehen seit dem 19. Jahrhundert für die Freiheit und die nationale Einheit aller Deutschen. Die bundesstaatliche Struktur findet in den Wappen und Flaggen der Länder Ausdruck. In ihnen wird die traditionelle Vielfalt der deutschen Regionen und Stämme deutlich.
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