Ich sah auf die Uhr. Es wurde Zeit, dass wir gingen. Ich drehte bald darauf den Türschlüssel im Schloss herum, und mir war, als wir die Treppe hinunter zur Haustür gingen und nicht einmal unsere Koffer trugen, als ob wir nur einen Spaziergang vorhätten.

Trotzdem hatte ich ein sonderbares Gefühl, als ob doch nicht alles in Ordnung sei. Woher es kam, war mir auch klar: die Hast fehlte, die gewohnte Eile. Immer hatte ich sonst in letzter Minute noch etwas zu packen oder zu suchen gehabt.

Selbst Christiane sagte diesmal zu mir und lachte dabei: „ weißt du, mir ist sonderbar zumute. So ruhig sind wir noch nie fortgekommen. Es ist mir fast, als ob etwas nicht stimme“.

Natürlich stimmte alles. Wir hatten noch ein kurzes Stück mit der Straßenbahn zu fahren. Christiane trug ihren Schirm, ihre Handtasche und noch ein Netz mit Proviant für unterwegs. Ich hatte meinen Mantel über dem Arm. Die Sonne schien.

Der Schaffner erkundigte sich nach dem Fahrziel. Wir hätten ihm (aus Vergnügen und guter Laune) am liebsten „Rimini“ zugerufen, denn dahin wollten wir. Ich besann mich und sagte korrekt: „Zweimal bis zum Bahnhof.“

Dann waren wir am Bahnhof. “Du lächelst die ganze Zeit vor dich hin“, sagte Christiane. „Es macht mir Vergnügen, so in den Urlaub zu fahren“, antwortete ich, „erinnerst du dich noch an das Vorjahr? Wir hätten fast den Zug nicht mehr erreicht.“ Christiane nickte.

In der Bahnhofshalle trennten wir uns. Christiane ging schon zu den Bahnsteigen, ich zum Gepäckschalter. Ich war in der Ferienstimmung. Mir war federleicht. An der Gepäckausgabe stand ein Mann mit der roten Mütze und braunen Lederschürze.

НЕ нашли? Не то? Что вы ищете?

„Bitte, zwei Koffer“, rief ich, „einen gelben und einen schwarzen!“ Der Mann legte die Hand an die Mütze: „Ihren Gepäckschein, bitte.“

„Ah, ja, natürlich!“ Ich zog meine Brieftasche. Es dauerte eine Weile. Ich suchte darin. „Mein Gott …“ Ich trat von einem Fuß auf den anderen. „ Moment, bitte.“

Der Mann wartete. „ Ohne den Schein geht es nicht.“

„Nein, nein …“ Ich starrte ihn an. Das Blut stieg mir in den Kopf. Ich lief an der Rampe entlang, rief Christiane, winkte. Sie kam herbeigeeilt: „Was ist denn?“

„Der Gepäckschein!“

„Ich hab’ ihn nicht.“

„Er liegt zu Hause.“

„In zwölf Minuten geht der Zug.“

„Soll ich zurückfahren?“

„Fahr in Gottes Namen, versuch’s!“

„Ich nehme ein Taxi! Ich weiß, wo der Schein liegt. Auf dem Küchenschrank. Ich hab’ ihn dort liegen lassen.“

Ich rannte aus dem Bahnhof zum Taxistand. Der Chauffeur begriff sofort und fuhr wie der Wind. Wir hatten Glück. Die meisten Ampeln standen auf Grün.

Der Chauffeur wartete unten vor der Haustür. Ich rannte nach oben, wieder nach unten mit dem Gepäckschein. Zurück ging es. Ich fieberte, aber ich schaffte es noch.

Ich saß nachher noch fiebernd im Abteil mit den Koffern. Der Zug war eine Minute später abgefahren. Das war unser Glück gewesen. „Das fängt ja gut an“, sagte ich, noch immer außer Atem, zu Christiane, „mir ist schon jetzt die Reise verhagelt.“

„Mir nicht,“ antwortete Christiane, „ mir war die ganze Zeit vorher, als ob etwas nicht in Ordnung sei, alles klappte, alles lief so ruhig ab. Ich dachte immer wieder: das geht nicht gut. Aber jetzt habe ich das Gefühl, alles in Ordnung.“

„Meinst du?“ keuchte ich, „ja, du magst Recht haben.“

Christiane lächelte. Sie hatte Recht. Es wurde unsere schönste Reise, die Fahrt nach Rimini.

Quelle: “Volksstimme”

Lexik zum Verstehen:

1. mit Bedacht – тщательно, обдуманно, внимательно

2. sich unbeschwert fühlen – чувствовать себя необременённым

3. Hetze, die; -; nur Sg, gespr; eine Situation, in der man etwas sehr schnell und unter großem Druck tut / Eile, Hast, Hetzerei

4. verhagelt sein – здесь: быть испорченным

5. keuchen – с трудом переводить дыхание.

4 семестр

В четвёртом семестре на экзамен выносятся следующие задания:

1. Чтение текста с общим пониманием содержания. Передача содержания текста.

Выражение собственного мнения о прочитанном (определение основной мысли / проблемы; характеристика поступков и отношений персонажей.).

2. Монологическое сообщение по теме (тема формулируется в проблемной форме). Беседа с преподавателем.

3. Лексико-грамматическое задание коммуникативного характера (экзаменуемым предлагается сформулировать высказывание, вопросы, советы, просьбу или выразить радость, сожаление, огорчение и т. п. в соответствии с ситуацией общения и с опорой на родной язык).

При выполнении первого задания студенты должны продемонстрировать коммуникативные умения чтения, направленного на понимание основного содержания оригинального художественного текста, умение извлекать основные виды информации (фактуальной, эстетической), умение подробного изложения прочитанного, выражения собственного мнения по поводу прочитанного, обсуждения поставленных в тексте проблем; а также умение выразительного чтения вслух и навыки художественного перевода небольшого отрывка.

При ответе на второй и третий вопрос студенты должны продемонстрировать коммуникативные умения говорения, соответствующие уровням А2 - B1 по общеевропейской шкале требований, показать владение речевыми средствами, необходимыми для адекватной реализации коммуникативных намерений, знание активной тематической лексики.

В основе оценивания устного ответа лежат следующие критерии: логичность, связность, смысловая и структурная завершенность высказываний, соответствие языковой норме, прагматическим и социокультурным параметрам, выразительность и соблюдение естественного темпа говорения.

Образец экзаменационного билета

1. Lesen Sie den Text «…», geben Sie den Inhalt des Textes wieder. Lesen Sie den markierten Auszug vor und übersetzen Sie ihn schriftlich. Äußern Sie Ihre Meinung zum Inhalt des Textes (Charakterisieren Sie die Handlungsweise, die Protagonisten, die Beziehungen zwischen ihnen).

2. Sprechen Sie zum Thema: Sie kommen in einer fremden Stadt an und suchen Unterkunft. Wo würden Sie lieber absteigen: in einem repräsentativen Hotel oder in einer Pension? Warum?

3. Kommunikative Aufgabe: Sie sind in der Stadt fremd.

Fragen Sie den Passanten nach dem Weg:

§ как быстрее всего добраться до вокзала (до почтамта, до ратуши)

§ где здесь находится ближайшая аптека (книжный магазин)

§ правильно ли Вы идёте к музею

Berichten Sie:

§ Вы не местный и плохо ориентируетесь в городе

§ Вы заблудились

Bitten Sie:

§ помочь Вам

§ подсказать Вам дорогу на вокзал (до гостиницы, в супермаркет)

Образец текста для чтения

Im Westen nichts Neues (Auszug)

Von E-M - Remarque

In diesem Zimmer habe ich gelebt, bevor ich Soldat wurde. Die Bücher habe ich nach und nach gekauft von dem Geld, das ich mit Stundengeben verdiente. Viele davon antiquarisch, alle Klassiker zum Beispiel, ein Band kostete eine Mark und zwanzig Pfennig, in steifem blauem Leinen. Ich habe sie vollständig gekauft, denn ich war gründlich, bei ausgewählten Werken traute ich den Herausgebern nicht, ob sie auch das Beste genommen hatten. Deshalb kaufte ich nur „Sämtliche Werke". Gelesen habe ich sie mit ehrlichem Eifer, aber die meisten sagten mir nicht recht zu. Um so mehr hielt ich von den andern Büchern, den moderneren, die natürlich auch viel teurer waren. Einige davon habe ich nicht ganz ehrlich erworben, ich habe sie ausgeliehen und nicht zurückgegeben, weil ich mich von ihnen nicht trennen mochte.

Ein Fach des Regals ist mit Schulbüchern gefüllt. Sie sind wenig geschont und stark zerlesen, Seiten sind herausgerissen, man weiß ja wofür. Und unten sind Hefte, Papier und Briefe hingepackt, Zeichnungen und Versuche.

Ich will mich hineindenken in die Zeit damals. Sie ist ja noch im Zimmer, ich fühle es sofort, die Wände haben sie bewahrt. Meine Hände liegen auf der Sofalehne; jetzt mache ich es mir bequem und ziehe auch die Beine hoch, so sitze ich gemütlich in der Ecke, in den Armen des Sofas. Das kleine Fenster ist geöffnet, es zeigt das vertraute Bild der Straße mit dem ragenden Kirchturm am Ende. Ein paar Blumen stehen auf dem Tisch. Federhalter, Bleistifte, eine Muschel als Briefbeschwerer, das Tintenfaß - hier ist nichts verändert.

So wird es auch sein, wenn ich Glück habe, wenn der Krieg aus ist und ich wiederkomme für immer. Ich werde ebenso hier sitzen und mein Zimmer ansehen und warten.

Ich bin aufgeregt; aber ich möchte es nicht sein, denn das ist nicht richtig. Ich willl wieder diese stille Hingerissenheit, das Gefühl dieses heftigen, unbenennbaren Dranges verspüren, wie früher, wenn ich vor meine Bücher trat. Der Wind der Wünsche, der aus den bunten Bücherrücken aufstieg, soll mich wieder erfassen, er soll den schweren, toten Bleiblock, der irgendwo in mir liegt, schmelzen und mir wieder die Ungeduld der Zukunft, die beschwingte Freude an der Welt der Gedanken wecken; er soll mir das verlorene Bereitsein meiner Jugend zurückbringen.

Ich sitze und warte.

Mir fällt ein, daß ich zu Kemmerichs Mutter gehen muß; Mittelstadt könnte ich auch besuchen, er muß in der Kaserne sein. Ich sehe aus dem Fenster: hinter dem besonnten Straßenbild taucht verwaschen und leicht ein Hügelzug auf, verwandelt sich zu einem hellen Tag im Herbst, wo ich am Feuer sitze und mit Kat und Albert gebratene Kartoffeln aus der Schale esse.

Doch daran will ich nicht denken, ich wische es fort. Das Zimmer soll sprechen, es soll mich einfangen und tragen, ich will fühlen, dass ich hierher gehöre, und horchen, damit ich weiß, wenn ich wieder an die Front gehe: Der Krieg versinkt und ertrinkt, wenn die Welle der Heimkehr kommt, er ist vorüber, er zerfrisst uns nicht, er hat keine andere Macht über uns als nur die äußere! Die Bücherrücken stehen nebeneinander. Ich kenne sie noch und erinnere mich, wie ich sie geordnet habe. Ich bitte sie mit meinen Augen: Sprecht zu mir - nehmt mich auf - nimm mich auf, du Leben von früher, du sorgloses, schönes - nimm mich wieder auf.

Ich warte, ich warte.

Bilder ziehen vorüber, sie haken nicht fest, es sind nur Schatten und Erinnerungen.

Nichts - nichts.

Meine Unruhe wächst.

Ein fürchterliches Gefühl der Fremde steigt plötzlich in mir hoch. Ich kann nicht zurückfinden, ich bin ausgeschlossen; so sehr ich auch bitte und mich anstrenge, nichts bewegt sich, teilnahmslos und traurig sitze ich wie ein Verurteilter da, und die Vergangenheit wendet sich ab. Gleichzeitig spüre ich Furcht, sie zu sehr zu beschwören, weil ich nicht weiß, was dann alles geschehen konnte. Ich bin ein Soldat, daran muß ich mich halten.

Müde stehe ich auf und schaue aus dem Fenster. Dann nehme ich eines der Bücher und blättere darin, um zu lesen. Aber ich stelle es weg und nehme ein anderes. Es sind Stellen darin, die angestrichen sind. Ich suche, blät­tere, nehme neue Bücher. Schon liegt ein Pack neben mir. Andere kommen dazu, hastiger - Blätter, Hefte, Briefe.

Stumm stehe ich davor. Wie vor einem Gericht.

Mutlos.

Worte, Worte, Worte - sie erreichen mich nicht.

Langsam stelle ich die Bücher wieder in die Lücken.

Vorbei.

Still gehe ich aus dem Zimmer.

5 cеместр

На экзамен в пятом семестре выносятся следующие задания:

1. Устное частично подготовленное высказывание по теме.

2. Чтение короткого сюжетного рассказа, подробная передача содержания, выразительное чтение и литературный перевод фрагмента и формулировка собственного мнения о прочитанном тексте.

3. Грамматический анализ явлений, выделенных в тексте

При ответе на первый вопрос студенты должны продемонстрировать коммуникативную компетенцию (устная монологическая речь) на уровне А2++ – В1 по Общеевропейской шкале требований, знание активной тематической и межтематической лексики и владение речевыми средствами, необходимыми для оформления монологического высказывания.

При выполнении второго задания студенты должны продемонстрировать понимание сюжета прочитанного текста, умение детально передать его содержание, способность фонетически и интонационно грамотно прочесть вслух фрагмент текста (с прямой речью персонажей или авторскую речь), умение выполнить адекватный перевод небольшого фрагмента текста без использования словаря.

При выполнении третьего задания студенты должны правильно определить функции грамматических форм в прочитанном тексте.

Образец экзаменационного билета

1. Lesen Sie den Text. Bereiten Sie schönes Lesen eines Auszuges vor, übersetzen Sie ihn. Erzählen Sie den Text nach und äußern Sie Ihre Meinung zum Text.

2. Sprechen Sie zum folgenden Thema:
Die Beseitigung von Müll ist in beinahe allen Ländern, besonders aber in den Industriestaaten, ein Problem geworden. Wie könnte man Ihrer Meinung nach die Menge des Mülls verringern?

3. Erfüllen Sie die grammatische Analyse eines Auszuges aus dem gelesenen Text.

Образец текста для чтения и анализа:

Der geheilte Patient

Von Johann Peter Hebel

Reiche Leute haben trotz ihrer gelben Vögel doch manchmal auch allerlei Lasten und Krankheiten auszustehen, von denen gottlob der arme Mann nichts weiß, den es gibt Krankheiten, die nicht in der Luft stecken, sondern in den vollen Schüsseln und Gläsern, und in den weichen Sesseln und seidenen Betten, wie jener reiche Amsterdamer ein Wort davon reden kann. Den ganzen Vormittag saß er im Lehnsessel und rauchte Tabak, wenn er nicht zu träge war, oder hatte Maulaffen feil zum Fenster hinaus, аß aber zu Mittag doch wie ein Drescher, und die Nachbarn sagten manchmal: „Windet's draußen, oder schnauft der Nachbar so? – Den ganzen Nachmittag aß und trank er ebenfalls bald etwas Kaltes bald etwas Warmes, ohne Hunger und ohne Appetit, aus lauter Langeweile bis an den Abend, also, dass man bei ihm nie recht sagen konnte, wo das Mittagessen aufhörte und wo das Nachtessen anfing. Nach dem Nachtessen legte er sich ins Bett, und war so müde, als wenn er den ganzen Tag Steine abgeladen, oder Holz gespalten hatte. Davon bekam er zuletzt einen dicken Leib, der so unbeholfen war, wie ein Maltersack. Essen und Schlaf wollte ihm nimmer schmecken, und er war lange Zeit, Wie es manchmal geht, nicht recht gesund und nicht recht krank; wenn man aber ihn selber hörte, so hatte er 365 Krankheiten, nämlich alle Tage eine andere. Alle Ärzte, die in Amsterdam sind, mussten ihm raten. Er verschluckte ganze Feuereimer voll Mixturen, und ganze Schaufeln voll Pulver, und Pillen wie Enteneier so groß, und man nannte ihn zuletzt scherzweise nur die zweibeinige Apotheke. Aber alle Arzneien halfen ihm nichts, denn er folgte nicht, was ihm die Ärzte befahlen, sondern sagte: „Fouder, wofür bin ich ein reicher Mann, wenn ich soll leben, wie ein Hund, und der Doktor will mich nicht gesund machen für mein Geld?" Endlich hörte er von einem Arzt, der 100 Stunden weit weg wohnte, der sei so geschickt, dass die Kranken gesund werden, wenn er sie nur reche anschaue, und der Tod geh ihm aus dem Weg, wo er sich sehen lasse. Zu dem Arzt fasste der Mann ein Zutrauen, und schrieb ihm seinen Umstand. Der Arzt merkte bald was ihm fehlte, nämlich nicht Arznei, sondern Mäßigkeit und Bewegung und sagte: „Wart dich will ich bald kuriert haben." Deswegen schrieb er ihm ein Brieflein folgenden Inhalts: „Guter Freund, Ihr habt einen schlimmen Umstand, doch wird Euch zu helfen sein, wenn Ihr folgen wollt. Ihr habt ein böses Tier im Bauch, einen Lindwurm mit sieben Mäulern. Mit dem Lindwurm muss ich selber reden, und Ihr müsst zu mir kommen. Aber fürs erste so dürft Ihr nicht fahren oder auf dem Rösslein reiten, sondern auf des Schuhmachers Rappen, sonst schüttelt Ihr den Lindwurm und er beißt Euch die Eingeweide ab, sieben Därme auf einmal ganz entzwei. Fürs andere dürft Ihr nicht mehr essen, als zweimal des Tages einen Teller voll Gemüse, mittags ein Bratwürstlein dazu, und nachts ein Ei, und am Morgen ein Fleischsüpplein mit Schnittlauch drauf. Was Ihr mehr esset, davon wird nur der Lindwurm größer, also dass er Euch die Leber erdrückt und der Schneider hat Euch nimmer viel anzumessen, aber der Schreiner. Dies ist mein Rat, und wenn Ihr mir nicht folgt, so hört Ihr im andern Frühjahr den Gukuk nimmer schreien. Tut was Ihr wollt!“ Als der Patient so mit ihm reden hörte, ließ er sich sogleich den anderen Morgen die Stiefel salben und machte sich auf den Weg, wie ihm der Doktor befohlen hatte. Den ersten Tag ging es so langsam, dass wohl eine Schnecke hätte können sein Vorreiter sein, und wer ihn grüßte, dem dankte er nicht, und wo ein Würmlein auf der Erde kroch, das zertrat er. Aber schon am zweiten und am dritten Morgen kam es ihm vor, als wenn die, Vögel schon lange nimmer so lieblich gesungen hätten wie heut, und der Таn schien ihm so frisch und die Kornrosen im Feld so rot, und alle Leute, die ihm begegneten, sahen so freundlich aus, und er auch, und alle Morgen, wenn er aus der Herberge ausging, war's schöner, und er ging leichter und munterer dahin, und als er am 18. Tage in der Stadt des Arztes ankam, und den andern Morgen aufstand, war es ihm so wohl, dass er sagte: „Ich hätte zu keiner ungeschickten Zeit können gesund werden als jetzt, wo ich zum Doktor soll. Wenn's mir doch nur ein wenig in den Ohren brauste, oder das Herzwasser lief mir." Als er zum Doktor kam, nahm ihn der Doktor bei der Hand, und sagte ihm: „Jetzt erzählt mir denn noch einmal von Grund aus, was Euch fehlt." Da sagte er: „Herr Doktor, mir fehlt gottlob nichts, und wenn Ihr so gesund seid wie ich, so soll’s mich freuen." Der Doktor sagte: „Das hat Euch ein guter Geist geraten, dass Ihr meinem Rat gefolgt habt. Der Lindwurm ist jetzt abgestanden. Aber Ihr habt noch Eier im Leib, deswegen müsst Ihr wieder zu Fuß heimgehen, und daheim fleißig Holz sägen, dass niemand sieht, und nicht mehr essen, als Euch der Hunger ermahnt, damit die Eier nicht ausschlüpfen, so könnt Ihr ein alter Mann werden", und lächelte dazu. Aber der reiche Fremdling sagte: „Herr Doktor, Ihr seid ein feiner Kauz, und ich versteh Euch wohl", und hat nachher dem Rat gefolgt, und 87 Jahre, 4 Monate 10 Tage gelebt, wie ein Fisch im Wasser so gesund, und hat alle Neujahr dem Arzt 20 Dublonen zum Gruß geschickt.

6 семестр

На экзамен в шестом семестре выносятся следующие задания:

1. Устное частично подготовленное высказывание по теме.

2. Чтение короткого сюжетного рассказа, подробная передача содержания, выразительное чтение и литературный перевод фрагмента и формулировка собственного мнения о прочитанном тексте.

3. Грамматический анализ явлений, выделенных в тексте.

При ответе на первый вопрос студенты должны продемонстрировать коммуникативную компетенцию (устная монологическая речь) на уровне В1 по Общеевропейской шкале требований, знание активной тематической и межтематической лексики и владение речевыми средствами, необходимыми для оформления монологического высказывания.

При выполнении второго задания студенты должны продемонстрировать понимание сюжета прочитанного текста, умение детально передать его содержание, способность фонетически и интонационно грамотно прочесть вслух фрагмент текста (с прямой речью персонажей или авторскую речь), умение выполнить адекватный перевод небольшого фрагмента текста без использования словаря.

При выполнении третьего задания студенты должны правильно определить функции грамматических форм в прочитанном тексте.

Образец экзаменационного билета

1. Lesen Sie den Text. Bereiten Sie schönes Lesen eines Auszuges vor, übersetzen Sie ihn. Erzählen Sie den Text nach und äußern Sie Ihre Meinung zum Text.

2. Sprechen Sie zum folgenden Thema:

Einer der größten deutschen Künstler war Albrecht Dürer. Was wissen Sie von diesem Genie? Warum sagt man oft, daß seine Kunst bahnbrechend war? Sind Sie mit dieser Einschätzung einverstanden?

3. Erfüllen Sie die grammatische Analyse eines Auszuges aus dem gelesenen Text.

Образец текста для чтения и анализа:

Auf der Landungsbrücke

Von Sigismund von Radecki

Das Schrecklichste für einen kleinen Jungen ist, nicht mitgenommen zu werden.

„ Vati, darf ich mitfahren?" bat er zum soundsovielten Male.

Vati aber war derweil damit beschäftigt zu sehen, wie das riesige graue Topsegel hochgehisst wurde, denn jetzt im Juni wurden die Nachmittage still und man wollte hinaus aus dem engen Fahrwasser, solange noch etwas zu sehen war. Ich stand, Hände in den Hosentaschen, auch dabei, denn wenn der „Frithjof", die einzige moderne Jacht des Hafens, rund um die Insel Ösel segeln wollte, so war das ein Ereignis und man merkte sich alles.

„Vati, darf ich mitfahren?" bat der kleine Junge wiederum. Er hatte einen rötlichen Haarschopf, Sommersprossen, sehr blaue Augen, eine blaue Bluse und kurze Hosen; er schien etwas zart. Er hatte sich auf das Kindersystem „Steter Tropfen höhlt..." gelegt. Er wollte unbedingt mitfahren wie die älteren Brüder, die in Sweatern auf Deck standen und die Vorräte von der Landungsbrücke entgegennahmen. Verrückter Kerl! dachte ich mit meinen vierzehn Jahren. Wer wird so einen neunjährigen Knirps auf die „erstmalige Umsegelung von Ösel" mitnehmen? Der stört doch bloß beim Weintrinken, und wie Sturm aufkommt, hat er Angst.

„Vati, darf ich mitfahren?!" bat der kleine Junge hartnäckig. Er hatte jetzt eine weinerliche Note eingelegt, die bei Müttern allenfalls Wirkung tat, bei Vätern kaum.

„Sind die Weinkörbe mit dem Bordeaux und dem Piesporter festgezurrt? Wo sind die Büchsenöffner und die Korkenzieher? Ist die Petroleumkanne für den Primus * gut zugeschraubt?" - brüllte Vati vom Landungssteg hinunter, ohne auf das Gewinsel zu achten. Hier ging es um wichtige Dinge. Brüllen war seine Sache. Man ist nicht umsonst der ein­zige Fabrikant auf der Insel.

Jetzt saß das Topsegel endlich. Die ungeheure Segelfläche ragte hoch über die Landungsbrücke, hoch über das Bootshaus in den Himmel hinauf, und schlaff flatterte von der Gaffel die Jachtklubflagge. Jetzt bekam ich fast selber Lust, mitzufahren.

„Vati, darf ich mitfahren?!" bat der kleine Junge wiederum und zupfte den Vater am Hosenbein. Jetzt war schon wirklich Seelenangst darin. Der Vater schien ihn zum ersten Mal zu bemerken:

„Aber du kannst doch nicht; du bist doch zu klein; es ist doch kein Platz da!" - fuhr er ihn ärgerlich an; doch es lag irgend etwas Sanfteres in der Stimme, an das sich der Junge mit Leidenschaft klammerte.

„Ich kann, ich kann, ich nehm' gar keinen Platz weg, ich schlafe auf Deck - bitte, Vati, nu bitte -!"

„Klöhn doch nicht so, es geht nicht!" rief einer der Brüder aus der Kajüte heraus.

Jetzt schien Vati unschlüssig. „Bitte, bitte, bitte —!" rief der Sommersprossige schnell, mit einem entzückten Hoffnungsklang in der Stimme.

„1st denn nu alles klar, Herr Berenson?" - rief Vati hinunter. Der alte Berenson umfasste fünf Segel, totes und laufendes Gut, Verdeck, Kajüte, Beiboot mit einem Seemannsblick: „Alles klar!"

„Also dann lauf nach Hause und hol schnell deine warmen Sachen!" rief Vati fast unwillig dem kleinen Jungen zu. - „Danke!" - schrie der Knirps, schon im Weglaufen. So hab ich noch nie einen laufen sehen - die nackten Beine flogen auf dem langen Hafendamm, bis der zappelnde Punkt endlich im Grün der Parkbäume verschwunden war.

Jetzt setzte sich Vati eine seemännische Kopfbedeckung, so eine Art Kapitänsmütze mit Goldgeflecht auf, steckte sich eine Pfeife an, ging langsam die Treppe zur Jacht hinunter und nahm bequem im Cockpit beim Steuer Platz.

„Alle Mann an Bord?" fragte er.

„Alle Mann an Bord!" kam es stramm zurück.

„Also dann: loswerfen, Herr Berenson."

Das ungeheure graue Segel löste sich unmerklich vom Brückenbord, neigte sich ein wenig und begann langsam, kleiner zu werden. Eine Seeschwalbe kreiste wie aus Langeweile einmal um die Mastspitze. Lange schauten wir nach, der alte Berenson und ich. Man kann nicht anders, man muss ein abfahrendes Schiff begleiten - mit den Augen, mit, den Gedanken. Bis es ein Punkt wird.

Dann schaute ich mich um und sah, wie sich von den Parkbäumen ein anderer Punkt loslöste und auf dem Hafendamm näherkam. Er kam mit großer Geschwindigkeit näher. Jetzt konnte man ihn bereits erkennen: Ach ja, es war der Sommersprossige. Aber nun, auf der Hälfte des Weges, schien er nicht mehr so schnell zu laufen; ja, er stolperte fast im Schritt, doch immer noch auf das Bootshaus zu. Weinen konnte man ihn nicht hören, aber man sah es am Aufzucken. Er hatte dieselben nackten Füße, jedoch beide Arme voll mit wollenen Sachen. Immer näher kam er auf das Bootshaus zu, als ob es da noch eine Hoffnung gäbe. Aber die Geschichte war ja doch klar: das Segel war nicht mehr da. - „Sind — sie – weggefahren - -?" fragte er. Aber die Antwort strömte ihm ja schon selber übers ganze Gesicht, das noch von der Anstrengung des Laufens keuchte. Er weinte so, dass ihm die Tränen zu Mund und Nase wieder hereinriefen.

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