Was tun? Дhnlich wie in der Methode „Meine lieben Fehler": die Fehler nicht totschlagen, sondern pflegen; durch Theater deutlich und bewusst machen. Diese Methode eignet sich nur fьr die Fehler, die etwas mit der linguistischen und kulturellen Besonderheit Ihrer Muttersprache zu tun haben: Endungen, Wortstellung, Satzstrukturen, das Typische an der Aussprache, Formen der Kцrpersprache, auch die Idiomatikfehler gehцren dazu. Keine Angst: Man lernt dabei nicht die Fehler, sondern man lernt, sich gegen die automatischen Fehler langsam zu immunisieren. Bestimmt! (Es ist wie in der Medizin: Die Impfung macht nicht krank.)
Wie geht das? Fehler als Monolog sprechen, ьbertrieben nachmachen, nachspielen, deklamieren. Vor dem Spiegel die Methode zusammen mit den Ritualen des alltдglichen Lebens ausprobieren: Zдhneputzen, Waschen und Kдmmen...; Kreative Stimmungen ausnutzen; Fehler stehend und im Zimmer auf und ab gehend als Ritual deklamieren; kleine Vorstellungen geben, wenn man Gдste hat; Fehlertheater spielen; erzдhlen oder sich erzдhlen lassen, welche peinlichen oder lustigen MiЯverstдndnisse durch Fehler passiert sind.
Ganz konkret: Beginnen Sie mit einem kleinen Fehlerrepertoire und probieren Sie, welche Spielformen Ihnen am besten gefallen. Die typischen Schwierigkeiten bei der Aussprache eignen sich gut zum Beginnen: Versuchen Sie z. B. als Italiener, einen kleinen Text „so italienisch wie mцglich" (in den Spiegel) zu sprechen; beobachten Sie sich genau dabei; ьbertreiben Sie, nehmen Sie Mimik und Gestik zu Hilfe... Dann erweitern Sie das Fehlerrepertoire, mit dem Sie spielen.
3. DEUTSCH-DIAGNOSE
So ist es (in der Regel): Wenn man mit dem Deutschlernen beginnt, spьrt man Tag fьr Tag, welche Fortschritte man macht; man weiЯ genau, wie viel man dazugelernt hat. Wenn man fortgeschritten ist, spьrt man die weiteren Fortschritte nicht mehr so deutlich. Das fьhrt oft zu falschen Selbsteinschдtzungen. Manche glauben, „schlechter" zu sein als sie wirklich sind; manche glauben, „besser" zu sein, als sie wirklich sind. Man soll aber mцglichst genau wissen, „wie gut" man ist.
Was tun? Lassen Sie sich eine professionelle Deutsch-Diagnose machen. Vom Fachmann. (So wie Sie zum Arzt gehen, wenn Sie sich ьber Ihren Gesundheitszustand klar werden wollen.) Verlangen Sie von einem Deutschlehrer, dass er den Stand Ihrer Deutschkenntnisse objektiv begutachtet.
Wie geht das? Tests und Prьfungen im Unterricht haben eine дhnliche Funktion. Nur steht man dort unter Leistungsdruck. Hier ist eine freiwillige und grьndliche Diagnose gemeint. Meistens weiЯ ein Deutschlehrer, wie das geht. Sie mьssen ihn nur entschieden darum bitten. Und so wie der Lehrer mьssen Sie sich Zeit dafьr lassen.
Ganz konkret: Legen Sie sich und Ihrem Lehrer genaue Fragen zu den folgenden Fertigkeiten vor:
Aussprache und Intonation mьndlicher Ausdruck Morphologie/Syntax Wortwahl Idiomatik und Stil schriftlicher Ausdruck (wie 2) sprachlich-kulturelles Verhalten (d. h.: Wie „deutsch" verhalte ich mich beim Sprechen, in Gesprдchen und Situationen mit Deutschen?)Wir empfehlen: Bilden Sie sich selbst vorher zu diesen Fertigkeiten Hypothesen: Wie „gut" glauben Sie zu sein? Vergleichen Sie Ihre Selbsteinschдtzung mit der Ihres Gutachters. Sprechen Sie mit Ihrem Gutachter ьber seine Beurteilung. Diskutieren Sie mit ihm geeignete Methoden, etwas gegen die schwachen Punkte zu tun. Fragen Sie ihn, ob er nach einer gewissen Zeit (z. B. nach einigen Monaten) zu einer neuen Diagnose bereit ist.
5. GRAMMATIK AUF KARTEN
Was ist zu tun? Schreiben Sie Ihre eigene Grammatik. Lernen Sie, indem Sie das auf Lernkarten ьbertragen, was aus der gedruckten Grammatik wichtig ist. Lernen Sie, indem Sie Ihren Lernstoff selbst schreiben und fьr Ihre Zwecke neu organisieren. (Einige sprechen von „mind mapping").
Wie geht das? Wдhlen Sie ein praktisches Karteikartenformat, z. B. doppelte PostkartengrцЯe (DIN A 5); da passt nicht zu viel und nicht zu wenig drauf. Karton ist besser als Papier. Beschriften Sie die Karten mit gut lesbaren Titeln, z. B. Adjektivendungen", und tragen Sie den Lernstoff ein; mцglichst nur auf die Vorderseite, denn dann kann man die Karten an die Wand hдngen. Organisieren Sie sich nach und nach die wichtigen grammatischen Themen.
Wir empfehlen: Arbeiten Sie mit optischen Elementen (Farben, Punkte, Kдstchen, Umrahmungen, Unterstreichungen). Ihre Karten wirken umso besser, je leichter sie zu lesen oder mit einem Blick zu „ьberfliegen" sind. Arbeiten Sie mit gut lesbarer Handschrift. Probieren Sie es selbst aus: Mцglicherweise ist es lernintensiver, die Karten von Hand statt mit Maschine oder Computer zu schreiben.
Ganz konkret: Welche Kapitel eignen sich fьr Lernkarten? Eigentlich fast alles:
die Formen der Verben (z. B. auch der Hilfs - und Modalverben); die Bedeutungen der Modalverben; Aktiv/Passiv; Perfektbildung; Attribute mit Partizip I und Partizip II; Adjektivdeklination; Deklination von Pronomen, Artikel und Nomen; Verben mit Vokalдnderungen („starke/unregelmдЯige" Verben); Satzstrukturen, Satzbauplдne; Gebrauch der Konjunktive.
Und auЯerdem: Beim Schreiben der Karten wird Ihnen erst wirklich klar, was Sie verstanden oder noch nicht verstanden haben, und wo die besonderen Lernprobleme liegen.
6. SATZ-DEKODIERUNG
So ist es (besonders im Deutschen): Deutsche Sдtze kцnnen furchtbar lang sein. Besonders in wissenschaftlichen Texten, in Zeitschriften und Zeitungen, in juristischen Texten, aber auch bei bestimmten Schriftstellern. Hinzu kommt, dass in vielen Sдtzen gerade das Verb oder ein wichtiger Verbteil ganz am Ende steht. Das macht es manchmal schwierig, beim Lesen die Struktur des langen Satzes sofort zu verstehen; und wenn man die nicht versteht, versteht man den Inhalt auch nicht so gut.
Was tun? Zum bequemen Lesen deutscher Texte eignen sich Autoren, die einfacheres Deutsch schreiben, die kьrzere Sдtze machen. Aber wenn Texte so sind, wie oben beschrieben, muss man ihre Konstruktion dekodieren.
Wie geht das? Man soll nicht Wort fьr Wort lesen, sondern „ьberfliegend", d. h. der erste Blick geht vom Satzanfang zum Verb, und von dort direkt bis zum Ende, wo weitere Teile des Verbs stehen kцnnen („Satzklammer"). Dann fragt man sich (im Kopf): Wer macht etwas? Was passiert da? Wer oder was spielt noch mit in der „Geschichte", im „Spiel" dieses Satzes? Dann erst kommen alle anderen Informationen: wann /wo/warum etc.
Wir empfehlen: Man kann diese rekonstruierende, dekodierende Arbeit des Verstehens mit einem Schreibgerдt (Bleistift, Marker) verstдrken, denn oft sind Sдtze mehrere Zeilen lang. Man ьbt diese Methode, bis sie beim Lesen deutscher Texte selbstverstдndlich wird. Wichtig ist dabei: Das Dekodieren kann sehr schnell funktionieren; wenn es darauf ankommt, einen lдngeren Text schnell zu verstehen, macht man es nur dort, wo man wirkliche Schwierigkeiten hat: bei sehr komplexen und langen Sдtzen.
Und auЯerdem: Bei dieser Methode wiederholt man die ganze deutsche Grammatik. Denn man rekonstruiert die grammatisch-semantische Struktur der Texte.
PHRASEN ЬBENSo ist es (offensichtlich): Bestimmte Eigentьmlichkeiten der deutschen Grammatik werden nur schwer akzeptiert: Die grammatischen Regeln kann man jeweils in wenigen Minuten lernen, aber es dauert Monate, manchmal Jahre, bis die Fehler verschwinden. Das frustriert.
Was tun? Ьben Sie Grammatik in Phrasen, automatisieren Sie bestimmte Beispielsдtze, damit дhnliche Strukturen beim Sprechen/Schreiben dann automatisch richtig kommen.
Wie geht das? Lokalisieren Sie das grammatische Phдnomen und klдren Sie die dazugehцrenden Regeln.
Erfinden Sie einige (zwei bis drei) knappe, einprдgsame Beispiele (Phrasen). Lernen Sie diese Phrasen auswendig, durch lautes Sprechen, durch viele schriftliche und mьndliche Wiederholungen, bis sie wie „Ohrwьrmer" wirken.Ganz konkret: Hier ist ein kleiner Katalog von Strukturen, die sich fьr diese Methoden eignen:
Artikel+Adjektiv+Nomen (Adjektivendungen in verschiedenen Varianten) (z. B.: ein kleines Meerschweinchen/einen alten Hut) Dativ nach Prдpositionen (z. B.: mit einem kleinen Unterschied) Dativ/Akkusativ-Wechsel (z. B.: Der Kaugummi klebt unter dem Stuhl/Ich klebe den Kaugummi unter den Stuhl.) Verb ans Satzende nach „dass": (z. B. Ich weiЯ, dass ich nichts weiЯ.) Verb auf Platz 2, Nominativ auf Platz 3, wenn man mit Zeit - oder Ortsangabe beginnt (z. B.: Heute Nacht war ich nicht im Bett/Zu Hause habe ich ein Meerschweinchen.)Wir empfehlen: Erfinden Sie Ihre Beispiele selbst. Egal, wie intelligent, komisch oder lustig sie sind: Sie mьssen Ihnen gefallen, dann kцnnen Sie damit das Automatisieren einьben, ein wenig so, wie ein Papagei „sprechen" lernt.
Und auЯerdem: Wenn Erwachsene eine Fremdsprache lernen, dann mьssen sie die Methoden mischen: einerseits Methoden fьr den Kopf, fьr das Verstehen; andererseits Methoden, die mit Imitation, Wiederholung und Automatisierung arbeiten. Auch ein intelligenter Mensch darf mal Papagei spielen.
ARBEIT MIT ЬBUNGSBЬCHERNSo ist es (ganz oft): Oft sieht man es seinen Bьchern an, dass nicht so viel mit ihnen gearbeitet worden ist. Wie ist es mit Ihren? Sie sehen vielleicht auch nach lдngerer Zeit noch ziemlich neu aus. Man kann es anders machen: Wer in sein Buch hineinschreibt, hat mehr davon.
Was tun? Wenn Ihr Buch einen breiten Rand hat, dann schreiben Sie alles, was wichtig ist, auf den Rand. Aber lass' die Lese - und Ьbungstexte selbst beschriften. Sie kцnnen sie dann mit Lust und Nutzen ein zweites und ein drittes Mal lesen. Wenn Ihr Buch Ьbungen hat, so schreiben Sie die richtigen Lцsungen auf den Rand, oder besser noch: in ein Arbeitsheft, in welches Sie alle Ihre Hausaufgaben hineinschreiben. Sie kцnnen dann die Ьbungen im Buch spдter wiederholen - ohne sofort die Losungen zu lesen.
Wir empfehlen: Wer mit gut lesbarer Schrift die Rдnder seiner Bьcher beschreibt, kann mit einem Blatt diese Randspalte abdecken, wenn man die Texte noch einmal lesen oder die Ьbungen wiederholen will. Wenn es Schwierigkeiten gibt, kann man schnell unter dem Blatt nachsehen.
Und auЯerdem: Beziehen Sie Ihre Randnotizen und Ihre eigenen Lцsungen der Aufgaben in die Wiederholungsarbeit ein. Dann lernen Sie sehr viel effektiver
3. STRATEGIEN ZUM LESEN
1. AUSWENDIGLERNEN
So ist es (bei Vielen): Manche denken: Auswendiglernen ist nichts Intelligentes. Auswendiglernen ist etwas fьr Kinder. Erwachsene sind keine Kinder mehr. Erwachsene lernen nichts mehr auswendig. Manche denken sogar: Erwachsene kцnnen nicht mehr auswendig lernen.
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