Was tun? Das ist aber nicht richtig. Auswendiglernen ist eine qualifizierte geistige Tдtigkeit. Auch fьr Erwachsene. Durch Auswendiglernen kann man sich einen Text wirklich aneignen. Ebenso die Sprache dieses Textes: Auswendiglernen ist eine wichtige, qualifizierte Methode, sich die neue Sprache wirklich anzueignen. Durch Auswendiglernen lernt man Deutsch. Also: Lernen Sie mal wieder etwas auswendig; lernen Sie regelmдЯig etwas auswendig.
Wie geht das? Geeignete Texte zum Auswendiglernen auswдhlen. Gedichte; Liedtexte; literarische Satiren; selbstgeschriebene Texte; kurze literarische Texte...
Wichtige Kriterien sind: Ihnen muss der Text gefallen, sogar sehr gefallen. Er darf nicht zu lang sein (z. B. zehn bis zwanzig Zeilen; nicht lдnger als eine halbe bis dreiviertel Seite, eher kьrzer). Sie mьssen ihn gut auswendig lernen. Der Text muss „sitzen".
Wir empfehlen: Suchen Sie sich Bьcher zusammen, in denen solche Texte zu finden sind (z. B. Brecht: Kalendergeschichten; Kafka-Texte; Hesse: Lektьre fьr Minuten; Kurzprosa von Peter Bichsel und Tagebьcher von Max Frisch; viele Bьcher fьr Kinder...; es gibt entsprechende Sammlungen). Fragen Sie Ihren Lehrer, lassen Sie sich in einer Buchhandlung oder in der Stadtbьcherei beraten.
Ganz konkret: Schreiben Sie Texte, die Sie auswendig lernen wollen, mit eigener Hand ab: in ein Tagebuch, fьr Ihren „Hausaltar" oder fьr die „Wandzeitung". Setzen Sie Ihren Kassettenrekorder ein. Lernen Sie jede Woche einen Text auswendig. Rezitieren Sie und deklamieren Sie Ihren Text im Zimmer, vor dem Spiegel, vor einem Zuhцrer oder Publikum.... Man kann daraus ein kommunikatives Spiel machen: gemeinsame Literaturrezitation.
Und auЯerdem: Sie werden merken: Auswendiglernen macht SpaЯ. Wer Texte auswendig kann, kommt gut an. Wer Liedtexte kann, kann mitsingen.
2. SCHNELL-LESEN
So ist es (nicht selten): Manche lesen zu wenig. Man hat nicht Deutsch gelernt, wenn man kein Buch auf Deutsch lesen kann. Manche lesen keine Zeitung. Man kann Deutschland nicht kennenlernen, wenn man nicht regelmдЯig Zeitung liest. Aber Texte sind oft lang. Wenn ein Text lang ist, verliert man schnell den Mut, den Text ganz zu lesen und zu verstehen. Manche lesen zu langsam: Wort fьr Wort; die vielen Wцrter und Ausdrьcke, die man fьr unbekannt hдlt, machen das Lesen mьhsam. Man wird schnell mьde, man hцrt bald auf. Es gibt auch ein kulturelles Problem: Manche haben zu viel Respekt vor den Texten. Texte auf Papier sind aber nicht heilig. Nicht einzelne Wцrter sollen verstanden werden, sondern der Sinn des ganzen Textes; Texte sollen wie Nьsse aufgeknackt werden. Und zwar so schnell, wie es dir mцglich ist.
Was tun? Schnell-Lesen ьben. Tдglich. Bei jedem Text. Schnell-Lesen ist eine Methode fьr die erste Begegnung mit einem Text. (So wie man sich von einem Menschen, dem man zum ersten Mal begegnet, spontan und schnell einen ersten Eindruck bildet.) Schnell-Lesen ist eine Kulturtechnik. Man soll in der Fremdsprache rasch auf eine дhnliche Lesegeschwindigkeit kommen wie in der Muttersprache.
Wie geht das? Zuerst: Schauen Sie sich an, wie lang der Text ist: 20 Zeilen, drei Seiten, eine halbe Zeitungsseite, 25 Seiten im Buch.... Dann: Machen Sie sich eine Prognose, wie viel Zeit sich die erste Lektьre kostet. Die erste Lektьre hat zum Ziel, zu verstehen, was in dem Text drin steht, was die Botschaft dieses Textes ist, die Hauptinformation. Dann: Gehen Sie schnell durch den Text und versuchen Sie, die Zeit einzuhalten. Aber: Schnell-Lesen ist kein Leistungsport mit Stoppuhr. Sie wollen den Text verstehen, und das Lesen soll SpaЯ machen.
Ganz konkret: Bilden Sie sich aufgrund des Titels oder der Ьberschrift eine Vorstellung vom Inhalt des Textes. In Zeitschriften helfen Ihnen auch die Fotos. Wдhlen Sie eine Lesegeschwindigkeit irgendwo zwischen „Ьberfliegen" und „Genau Lesen". Verzichten Sie dabei auf den Gebrauch eines Wцrterbuchs! (Vgl. Tipp 14) Versuchen Sie stattdessen, unbekannte Wцrter aus dem Sinnzusammenhang des Textes zu verstehen. (Nicht alle unbekannten Wцrter sind wichtig, um einen Text zu verstehen.). Fragen Sie sich: Habe ich (ungefдhr? genau?) verstanden, was im Text, was in diesem Abschnitt gesagt wurde?
3. MARKER-LESEN
So ist es (manchmal): Manche, die Deutsch lernen, haben zu viel Respekt vor dem Papier, auf dem die Texte gedruckt sind. Aber: Zeitungen wirft man nach der Lektьre weg. Ьbungsbьcher sind Arbeitsmittel, man darf etwas hineinschreiben oder hineinmalen. Bьcher mit Literatur sind nur selten materiell wertvoll. Was wertvoll ist, ist ihr Inhalt. Und auch der ist nur wertvoll, wenn er sich vom Papier lцst und ins Bewusstsein dringt.
Was tun? Den Respekt gegenьber dem bedruckten Papier abbauen. Texte mit Strichen und Farbe bemalen. Geeigneter als Bleistifte und Kugelschreiber sind Markerstifte.
Wie geht das? Bearbeiten Sie Ihre Texte mit Markerstiften. Markiere diejenigen Wцrter, Ausdrьcke, Sдtze oder Abschnitte, die inhaltlich wichtig sind. Mit Markerstiften kann man den Text inhaltlich gliedern. Texte, die mit dem Markerstift bearbeitet wurden, kцnnen mit einem Blick ьberflogen werden; man sieht dann sofort die inhaltlich wichtigen Stellen.
Wir empfehlen: Besorgen Sie Ihnen Markerstifte in mehreren Farben (inzwischen gibt es solche, die weniger Chemie enthalten). Die hellen Farben Gelb und Orange sind hervorleuchtender als blau, grьn oder rosa. Und: Wenn zu viel markiert wird, wird der Text wieder unьbersichtlich.
Und auЯerdem: Sie werden merken (z. B. bei der Vorbereitung auf eine Prьfung), wie schnell sich die Informationen eines Textes wieder ins Gedдchtnis rufen lassen, wenn man die farbig markierten Passagen ьberfliegt.
FUNDSTЬCKE SAMMELN
So ist es (wenn man die Augen und Ohren aufmacht): Viele Menschen haben als Kind interessante Dinge gesammelt und tun es noch als Erwachsene. Vielleicht nicht mehr Bierdeckel, sondern Bьcher, Fotos, Texte, Bilder, Briefe...
Die gesammelten Stьcke sind materielle Objekte, aber sie verkцrpern auch Erfahrungen, Gefьhle, Erkenntnisse. Man hat ein Ding aufgehoben, weil ein Gefьhl oder eine Erfahrung wichtig war.
Was tun? Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, soll sich eine Sammlung interessanter und wichtiger Fundstьcke aus der Sprache Deutsch anlegen.
Wie geht das? Alles, was das spontane Interesse erregt, ist wert, in die Sammlung aufgenommen zu werden. Einzige wichtige Voraussetzung ist: Es muЯ dir spontan interessant erscheinen.
Ganz konkret: Was es alles zu finden gibt: kurze Texte; lange, aber wichtige Texte; Fotos, die zur Kommentierung herausfordern; Karikaturen und Cartoons; Witze und pointierte Reflexionen; „Worte der Woche" und Bonmots; gute Werbesprьche; eigene Tagebuchaufzeichnungen; „aufgeschnappte" Argumente aus einer Diskussion oder aus einem Streit... Es gibt keine Beschrдnkung, nur die: Das Gefundene muss dem Finder wirklich bedeutsam erscheinen; dann ist dieses Sprachstьck ein Teil von ihm geworden. Und: Nicht nur das Positive, auch das Negative, Abschreckende, Fremde gehцrt in die Sammlung. Das sind „Erkenntnisse mit Widerhaken".
Wir empfehlen: Klдren Sie, wie Sie sammeln wollen: Im Aktenordner ist es weniger chaotisch als im Stehsammler; an der Wand (als Wechselausstellung) kommt mehr heraus als aus einer Sammlung, die im Schuhkarton verborgen bleibt. Es gibt Klarsichthьllen, die man in eine Mappe heften kann; Kartons zum Aufkleben wie ein Fotoalbum...
Und auЯerdem: Man kann anderen die Sammlung zeigen; man kann erklдren und begrьnden, was man daran bedeutsam findet; man kann aus einzelnen Stьcken kleine Geschenke machen, z. B. Collagen.
MEINE LIEBSTEN TEXTE
So ist es (ganz bestimmt): Jeder kennt es aus seiner eigenen Sprache: Es gibt Bьcher und Texte, die man besonders liebt, mit denen man sich intensiv beschдftigt hat, die ein Stьck von einem selbst geworden sind. Man lebt in solchen Texten. In der Fremdsprache ist man noch nicht so zu Hause. Aber man geht in diese Richtung. Jeder deutsche Text, der einem wirklich gefдllt, ist ein wichtiges Zeichen: Die fremde Sprache Deutsch ist ein Stьckchen mehr zur eigenen Sprache geworden. Jeder neue Lieblingstext ist ein Erfolg, zu dem man Glьck wьnschen kann.
Was tun? Entdecken Sie Ihre Lieblingstexte, sammeln Sie sie in einem eigenen Textarchiv.
Wie geht das? Man kann solche Texte bewusst suchen: im Unterricht, beim Spaziergang durch die literarische Abteilung einer Buchhandlung, beim Lesen von Feuilletons in Zeitungen und Zeitschriften, in der Stadt - oder Universitдtsbibliothek, im Gesprдch mit dem Lehrer oder deutschen Freunden.
Wir empfehlen: Ьberlegen Sie sich ein System, wie Sie Lieblingstexte aufheben. (Z. B. kann man sie kopieren und einheften oder einkleben.)
Man kann sie mit einem guten Kopierer vergrцЯern und grafisch schцner machen.
Und auЯerdem: Vielleicht freuen sich Freunde ьber Ihre Texte. Sie sagen mit Ihren Lieblingstexten einer Freundin oder einem Freund etwas ьber sich selbst.
6. BETT-LEKTЬRE
So ist es (oft genug): Manche lesen nur die Texte, die im Ьbungsbuch oder im Fachbuch stehen. Das ist zu wenig. Lesen ist mehr. Lesen ist Entdeckungsreise und Abenteuer.
Was tun? Lesen heiЯt z. B. Zeitung lesen, vor allem aber: Literatur lesen; Unterhaltungsliteratur und Belletristik. Lesen heiЯt auch: tдglich lesen.
Wie geht das? Lesen funktioniert dann, wenn es SpaЯ macht; Sie mьssen also Texte finden, die Ihnen gefallen, die nicht zu kompliziert sind (d. h. die ohne Wцrterbuch lesbar sind), die nicht zu lang sind, damit Sie auch bis zum Ende kommen. Und dann: Ein Buch oder die Zeitung steckt immer in Ihrer Tasche, damit Sie weiterlesen kannst, wenn dafьr Zeit ist: auf dem Bahnhof, in den Pausen, in der freien halben Stunde zwischendurch. Vor allem: vor dem Einschlafen als Bettlektьre.
Wir empfehlen: Ihr Lehrer oder jemand, der die deutsche Literatur oder den Buchmarkt kennt, kann Ihnen etwas Geeignetes empfehlen. Fragen Sie in der Buchhandlung oder in der Stadtbьcherei nach. Sprechen mit anderen Auslдndern ьber die geeignete Deutschlektьre. Gut eignen sich: Kurzgeschichten; Novellen (nicht so lang wie Romane); aktuelle Unterhaltungsromane; Kinderbьcher (die sind nicht so kompliziert geschrieben und haben oft eine grцЯere Schrift; es gibt sehr gute, lustige, kluge, spannende Kinderbьcher); Krimis; bestimmte Autoren, die nicht zu kompliziert schreiben (Ihr Lehrer kennt ein paar Autorennamen). Bestimmte Zeitungen und Zeitschriften haben einen einfacheren Stil als andere, z. B. STERN statt SPIEGEL und ZEIT, was nicht gegen SPIEGEL und ZEIT spricht.
Ganz konkret: Suchen Sie sich in der Stadt, in Ihrer Wohngegend oder in Ihrer Universitдt Ihren Lieblings-Lese-Platz, wo Sie mit Ihrer Lektьre ungestцrt sind und wo Sie sich wohlfьhlen. Ьberall kann man sein Lese-Caffe finden.
Und auЯerdem: Beim Lesen werden Sie spьren, wieweit Sie mit dem Deutschen sind; wenn Sie z. B. im Krimi mitgerissen werden von der Spannung, dann haben Sie die Schwierigkeiten hinter Ihnen. Wenn ein Literaturtext beginnt, „schцn" oder „wichtig" zu werden, dann haben Sie Deutsch als Ihre neue Sprache gefunden. Dann kцnnen Sie auch auf Deutsch schreiben.
7. LERNEN MIT COMICS
So ist es (vielleicht): Die fremde Sprache Deutsch erscheint oft schwierig, Lernen ist manchmal ics kцnnen helfen. Die meisten Auslдnder werden das bestдtigen: Zur eigenen sprachlichen und intellektuellen Kultur gehцren Comics (fьr Kinder und Erwachsene), Karikaturen und Satiren. Und: Comics und Cartoons sind (wenn sie gut sind) unterhaltsam und lustig.
Was tun? Lernen Sie Deutsch mit Comics und Karikaturen: mit deutschen oder mit solchen, die ins Deutsche ьbersetzt wurden.
Und auЯerdem: Man kann sich ein Spiel daraus machen, Comics selbst auf Deutsch zu ьbersetzen (z. B. die Comics kopieren, die Sprechblasen lцschen und dann deutsche Texte fьr die Geschichten erfinden; es macht SpaЯ, die eigene Ьbersetzung mit der gedruckten Ьbersetzung zu vergleichen).
8. PROFESSIONELLERES MITSCHREIBEN
So ist es (bei den meisten): Im Deutschunterricht, beim Lehrgang, im Seminar, bei einem Vortrag ist es immer wieder das gleiche: Es gibt Informationen, gute Formulierungen, wichtige Notizen an der Tafel; manche davon mцchte man sich merken, man sollte sie aufschreiben, man schreibt sie vielleicht auch auf. Aber das, was man aufgeschrieben hat, sieht nicht schцn aus: schlechte Handschrift, alles durcheinander, kleine Zettel, groЯe Zettel; ein Chaos, mit dem man spдter nicht mehr viel anfangen kann.
Was tun? Machen Sie sich eigene Formulare fьr Ihre Mitschriften im Unterricht, im Seminar, in Vorlesungen und fьr Vortrдge.
Wie geht das? Jeder hat seine eigenen Schreibgewohnheiten: Manche schreiben klein, manche sehr groЯ; manche brauchen Linien auf dem Papier, manche brauchen groЯe Flдchen; manche bevorzugen ein kleineres Format; manche kцnnen nur auf Einzelblдtter schreiben, andere in feste Hefte oder Bьcher... Entscheiden Sie, was fьr Sie geeignet ist.
Wir empfehlen: Man kann sich mit Filzstift und Lineal oder mit dem Computer sein eigenes Formular machen und mit einem guten Kopierer vervielfдltigen. So entstehen professionelle Formulare zum Mitschreiben.
Ganz konkret: Wichtig sind: eine Kopfzeile fьr die Ьberschrift (Schlьsselwort fьr den Inhalt); ein breiter Rand, mindestens 1/4 des Blattes: fьr eigene Kommentare, fьr die inhaltliche Gliederung, fьr wichtige Hinweise, fьr die spдtere Bearbeitung, fьr Korrekturen; in der oberen Ecke Platz fьr Datum und Seitenzahl. Das ergibt ein relativ schmales 2/3-Blatt fьr die eigentlichen Mitschriften; diese sind aber dann relativ ьbersichtlich, und sie haben einen gut organisierten Rahmen mit Anmerkungen ьber das Wann/Wo/Was/Warum/ Zu welchem Zweck der Mitschrift.
Und auЯerdem: Ob diese Methode fьr Sie nьtzlich ist, merken Sie sehr schnell, wenn Sie mehr mitschreiben als sonst; wenn Sie das Wesentliche, das Wichtige mitschreiben; wenn Sie die besser organisierten Mitschriften hinterher noch einmal anschauen und leichter lesen kцnnen. Fragen Sie die anderen, die mit Ihnen lernen oder studieren, wie sie es machen; zeigen Sie ihnen, wie Sie es machen.
9. PROFESSIONELLERE TEXTE
So ist es (vielleicht): Wer auf Deutsch schreibt, wird in Sprache und Stil nicht ganz so perfekt schreiben wie jemand, dessen Muttersprache Deutsch ist. Manchmal haben Texte eine offizielle Funktion: wichtige Briefe; Texte, die verцffentlicht werden sollen; Referate und Arbeitspapiere in der Schule, im Lehrgang, an der Universitдt, im Beruf... Wer auf Deutsch einen Vortrag halten oder einen offiziellen Brief schreiben muЯ, ist gegenьber Deutschen im Nachteil. Manche wissen nicht, wie sie sich in solchen Situationen verhalten kцnnen.
Was tun? Redigieren Sie Ihre Texte sorgfдltig, bevor Sie sie aus der Hand geben. Halten Sie kein mьndliches Referat, keinen Vortrag auf Deutsch, ohne sich optimal vorzubereiten. Arbeiten Sie auch auf Deutsch professionell: in Ausbildung, Studium und Beruf.
Wie geht das? Was Sie nicht tun sollen: Geben Sie Ihren Text nicht aus der Hand, damit ihn ein Deutscher, gegen Bezahlung, redigierend umarbeitet und „verdeutscht". Sondern: Suchen Sie einen Deutschen, zu dem Sie Vertrauen haben, um mit ihm zusammen die Redaktionsarbeit zu machen. Im intensiven Gesprдch zwischen Ihnen, dem Autor und dem deutschen Partner entsteht die treffende deutsche Formulierung fьr das, was Sie sagen wollen. Das kostet eventuell Zeit, mцglicherweise auch Geld, aber es ist eine effektive Form des fortgeschrittenen Sprachlernens.
Wir empfehlen: Verbinden Sie diese Methode mit Tandem. Fragen Sie bei Studien - oder Arbeitskollegen, ob sie Zeit und Lust haben zu dieser Art der intensiven Zusammenarbeit. Die Institutionen Deutsch als Fremdsprache kцnnen geeignete Partner vermitteln. An der Universitдt kann man den Dozenten fragen, bei dem man arbeitet.
Ganz konkret: Wenn Sie ein Referat, einen Vortrag halten mьssen: Suchen Sie sich eine deutsche Stimme auf Kassette, die Ihr gut redigiertes Referat vorspricht; Sie kцnnen so den Text und die Rhetorik ьben. (Ihre Zuhцrer werden es Ihnen danken.)
Und auЯerdem: Diese Methode ist korrekt und fair; auch deutsche Wissenschaftler, Referenten in der Wirtschaft und Politiker tun das, wenn sie in einer Fremdsprache referieren oder schreiben mьssen.
10. LAUT LESEN, DEKLAMIEREN
So ist es (sehr oft): Wenn man zu Hause im Lehrbuch, im Fachbuch oder in einem Buch zur Unterhaltung liest, so tut man das meistens schweigend. Es wird viel zu wenig laut gelesen, es wird zu wenig rezitiert und deklamiert.
Was tun? Erst das gesprochene Wort ist wirklich Sprache. Lautes Lesen zu Hause, wenn man keine Zuhцrer hat, ist eine intensive Art des Lesens. Man ьbt nicht nur das Auge, sondern auch Aussprache und Intonation, und auЯerdem hцrt man sich auch.
Wie geht das? Jeden Tag soll man fьr ein paar Minuten daraus eine besondere Lern - und Konzentrationsьbung machen. Man soll Texte laut lesen, wenn man sie schon kennt.
Wir empfehlen: Man kann mit groЯer Geste, mit starker Stimme das deklamierende Lesen ьben, als hatte man vor sich ein groЯes Publikum, das aufmerksam zuhцrt und das man fesseln mцchte; dafьr eignen sich Literaturtexte besser als Sachtexte. Man soll im Stehen oder im Hin - und Hergehen laut lesen. Wer ein Stehpult hat, hat das richtige Mцbelstьck. Man kann ab und zu ein Tonband oder eine Kassette mitlaufen lassen, um sich selbst anzuhцren. Und: Man soll beim lauten Lesen immer wieder die Augen heben, sich vom Papier lцsen, in den Raum schauen (oder: in den Spiegel, auf das „Publikum"). Bleib' also mit der Nase nicht immer unten, blicke immer wieder nach vorn, das befreit die Sprache.
Ganz konkret: Wenn man laut liest, ьbt man ganz automatisch Aussprache, Grammatik, Wortschatz und Idiomatik. Wenn man laut liest, merkt man, wie oft man noch stockt, wie sehr man noch stottert, wie wenig flьssig die Fremdsprache Deutsch noch ist. Man muss das laute Lesen so lange ьben, bis die Sдtze mit einem Atembogen durchlaufen, ohne Unterbrechungen und Korrekturen.
Und auЯerdem: Ьberlegen Sie einmal, ob das viele Schweigen beim Lesen auf Deutsch nicht auch etwas mit Angst zu tun hat. Lernen Sie, angstfrei mit der deutschen Sprache umzugehen. Sprechen Sie sich frei in Ihrer neuen Sprache Deutsch.
4. sTRATEGIEN ZUR VORBEREITUNG VON ReferatEN/ VortragEN
Ein Referat ist ein Vortrag zu einem ausgewдhlten Thema. Es wird mьndlich vorgetragen, d. h. Sie sollten ein Referat nicht ablesen, sondern frei formulieren. Das erreichen Sie am besten mit Hilfe eines detaillierten Stichwortkonzepts.
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